2011: 004) Deba – Zenarruza


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4. Tag – Samstag, 9.7.2011

von Deba nach Zenarruza; 32 km; 1140 Hm

Heute hat es fast den ganzen Weg ganz unangenehm genieselt. Irgendwie alles voll nass. Ich bin bis zu dem Kloster gelaufen. Da ich relativ früh da war, habe ich noch ein Bett bekommen. Die Dusche ist toll. Heißes Wasser, solange man will. Gerade sind noch etliche Pilger gekommen, die ich auch schon kenne. Die müssen jetzt alle auf dem Fußboden schlafen. Aber ich kann mir nicht vorstellen, wie das funktionieren kann. Also werden wir das sehen. Heute habe ich ein paar Schmetterlinge gesehen. Da musste ich mich daran erinnern, dass Kerkeling gesagt hat, dass er immer auf dem richtigen Weg war, wenn er Schmetterlinge gesehen hat. Das kann ich jetzt von mir nicht behaupten. Ich habe überall nur Sch… gesehen: Schafsch…, Kuhsch…, Pferdesch… Naja, jeder eben so, wie er es verdient.

Vielleicht komme ich so langsam auf dem Weg an. Es hat mir richtig Freude gemacht, meinen Körper zu spüren. Und ich habe auch Spaß daran, ihn zu bewegen, mal schnell, mal langsam. Und ich will das spüren. Ich will nicht, dass mir alles egal ist. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass O. das gemeint hat.

Gestern war ich in Deba zum Gottesdienst. Eine Frau aus Deutschland ging auch hin. Sie hat mich gleich zugetextet. Ich musste direkt an Schnabbel von Kerkeling denken. Sie hat mehrfach erklärt, warum sie ein Stück mit dem Taxi gefahren waren. Das war mir eigentlich ziemlich egal. Aber wahrscheinlich wollte sie Lob von mir hören, dass sie mit ihren 70 Jahren überhaupt den Weg geht. Sie erzählte mir auch, was sie alles mit dem Hospitalero geredet hatte. Aber als es dann darum ging, mal zu fragen, ob wir uns den Kreuzgang ansehen dürfen, da kriegte sie nicht mal diese Frage raus. Hm. Komisch. Sie wollte auch in der Kirche permanent mit mir reden. Aber darauf hatte ich nicht wirklich Bock. Irgendwie wollte ich sie in der Tat ein bisschen loswerden. Nicht sonderlich nett – ich weiß. Ich war dann froh, dass ihre Bekannten vor der Kirche auf sie warteten, um mit ihr essen zu gehen.

Hier werde ich auch gleich zu einem Gottesdienst gehen. Ich möchte ja doch etwas Ruhe und Einkehr erfahren. Sich einfach vor die Herberge zu stellen und Yoga in letzter Vollendung zu praktizieren, wie ein Mitpilger,  kriege ich aber nicht auf die Reihe.


weiter mit Zenarruza – Lezama


 

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