2011: 005) Zenarruza – Lezama


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5. Tag – Sonntag, 10.7.2011

von Zenarruza nach Lezama; 40 km; 1140 Hm

Was für ein Tag, was für eine Strecke. Ich bin Viertel nach 6 aufgestanden, um um 7:00 zum Frühstück fertig zu sein. Das hätte ich doch ziemlich peinlich gefunden, wenn wir noch alle am Pennen gewesen wären, wenn der Mönch das Frühstück bringt. Die spanische Truppe war echt fett. Die beiden, denen es zu eng in dem Raum war und die deswegen in der anderen Herberge geschlafen haben, waren sowohl zum Abendessen wie auch zum Frühstück pünktlich da. Also, das ist doch unverschämt. Ich habe mich von dem Mönch verabschiedet und mich bedankt. Er hat mich umarmt. Darf man  einen Mönch umarmen? Darf eine Frau einen Mönch umarmen? Aber es war wirklich anrührend. Mit P. aus Prag sind wir gemeinsam gestartet. Aber er ist einen Tick schneller als ich. Irgendwie habe ich aber gemerkt, dass es mir nicht gut tut, jemandem hinterher zu gehen. Es strengt mich doch an und macht mich schneller müde. In Gernika haben wir uns wieder getroffen. Die Herberge macht aber erst um 15:00 auf. Die Dame in der Information war sehr bemüht, uns zum Bleiben zu bewegen. Aber es war mitten am Tag und wir hatten erst 18 km. Aber bis zur nächsten Herberge waren es noch 22 km. P. wollte zu Mittag essen. Das hätte mir aber zu lange gedauert. Also bin ich schon mal los. Ich habe immer darauf gewartet, dass P. mich einholt. Aber er kam ca. 45 min nach mir in der Herberge an. Leider haben wir nur noch Fußbodenplätze bekommen. Aber ich hätte kein Stück mehr weiter gekonnt. Es ist toll hier. Die sanitären Einrichtungen sind gut. Es gibt ausreichend warmes Wasser – heißes Wasser. Der Hospitalero wäscht  und trocknet die Wäsche. Cool. Ich konnte es erst gar nicht glauben und dachte, ich hätte es wegen der Sprache nicht richtig verstanden. Also habe ich einen Mitpilger gefragt. Stimmte. Ich habe mich viel mit P. unterhalten. Er ist 35 und hat noch ein paar Erinnerungen an die Wende. Ich hätte ihn aber deutlich jünger geschätzt. Er will hier auch von seinem Effizienztrip wegkommen. Aber er hat schon ein Rückfahrticket und wird deswegen nicht einen Tag in Bilbao verbringen können. Dann werden wir uns wohl leider nicht mehr wiedersehen.

Ich weiß gar nicht so genau, was für eine Geschwindigkeit für mich gut ist. Wenn ich schnell gehe und so viel wie heute, kommt irgendwann ein Punkt, an dem der Körper irgendwie ausgeschaltet ist und ich gut über interne Dinge nachdenken kann. Wenn ich zu langsam gehe, dann plätschert alles einfach so an mir vorbei. Im Moment finde ich das nicht so toll. Als ich hier angekommen war, meinte der Hospitalero, ich würde gar nicht so kaputt aussehen. Aber er hat nicht angezweifelt, dass ich aus Zenarruza komme. Das hat er ja auch am Stempel gesehen.


weiter mit Lezama – Bilbao


 

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