2011: 008) Pobena – Islares


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8. Tag – Mittwoch, 13.7.2011

von Pobena nach Islares; 32 km; 630 Hm

Ich muss noch einen Traum nachtragen, den ich in der Nacht zu gestern hatte. Ich musste eine Matheklausur schreiben, hatte mich aber gar nicht vorbereitet. Ich wusste nicht, ob es OpenBook war, ich wusste nicht einmal, in welchem Raum es war. Der Raum entpuppte sich dann als draußen. Stühle und Tische kippelten. Wir saßen sehr eng aufeinander. Jeder hatte eine Tüte mit den Aufgaben vor sich liegen. Aber die Aufsicht war am Reden und Reden und Reden. Ich fragte mich, wann es nun eigentlich losgehen würde. Soll das bedeuten, dass ich mich auch hier frage, wann es eigentlich los geht? Naja, so recht finde ich keine Ruhe zum Denken und Schreiben. Und ich habe auch noch nicht gezeichnet. Unterwegs war es bisher so, dass es eigentlich immer nur grau in grau und/oder feucht war. Da hatte ich dann auch keine Lust, mich irgendwo hinzusetzen und eine Pause mit Zeichnen zu machen. Jetzt ist zwar das Wetter ganz gut und ich hatte mich an einen ruhigen Platz zurückgezogen. Nun sind irgendwelche Jugendlichen gekommen, um hier abzuhängen. Da kann ich auch nicht zeichnen.

Der Weg heute ging eigentlich. Aber es hat ziemlich geregnet zwischendurch. Einmal habe ich mich unter einen Baum gestellt, kurz danach in ein Bushäuschen. Endlich gab es auch einen Supermarkt. Da habe ich viel Obst gekauft. Ich habe insgesamt drei Pausen gemacht. Ob ich mich wohl langsam bessere? In Castro Uridales habe ich einen Kaffee getrunken. A., ein Spanier, kam gerade an. Da habe ich ihn gerufen. Aber es ist ganz schwer für mich, mich mit ihm zu unterhalten, da er nur spanisch spricht.

Unterwegs kamen mir zwei Gedanken. Der erste, den ich auch spaßeshalber in der Herberge gesagt habe: „Ich brauche Auslauf.“ Das würde ja bedeuten, dass ich sonst irgendwie eingeengt bin. Durch was? Wie kann ich da raus? Und wohin? Und der zweite Gedanke ist inzwischen eigentlich schon die letzten zwei bis drei Tage gereift: Da ist eine ungeheure Kraft und Energie in diesem eher „zarten“ (und eleganten?) Körper. Wie muss es wohl diesem Kind gegangen sein, dass all diese Kraft und Energie brauchte, um überleben zu können? Und was mache ich jetzt mit all dieser Kraft und Energie, wo ich sie ja nun wirklich nicht mehr nur zum Überleben brauche? Im Moment setze ich sie wohl immer noch nur dafür ein. Aber ich denke, dass ein Gutteil auch zu Anderem eingesetzt werden könnte. Wofür?

Ich brauche unbedingt mehr Zeit für mich allein; zum Nachdenken, zum Reflektieren, zum Aufschreiben.


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