2011: 025) Gondan – Gontan


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25. Tag – Samstag, 30.7.2011

von Gondan nach Gontan; 32 km; 980 Hm

Meine Uhr habe ich mal wieder nicht gehört. Also bin ich später los als gewollt. Dabei hatte ich reichlich 30 km vor mir und die Herberge hat nur 24 Betten. Und auf dem Weg liegen noch 2 andere Herbergen. Aber okay. War halt so. Mein rechter Fuß ist deutlich besser. Das ist doch echt interessant. Er war nicht mehr dick und deutlich beweglicher. Auch jetzt nach dem Laufen ist er nicht dick. Allerdings hat es unterwegs doch hin und wieder weh getan. Aber ich habe jetzt das Gefühl, dass es „aufwärts“ geht. Hinsichtlich der Berge geht es wirklich wieder aufwärts. Aber es macht mir nicht allzuviel aus. In den letzten Tagen bekomme ich wieder viel Anerkennung für mein Laufen. Aber so recht annehmen kann ich es nicht. Es ist nicht so anstrengend, obwohl ich natürlich schon immer froh bin, wenn ich in der Herberge ankomme. Aber es gibt nur sehr wenige, die nicht rumhinken oder irgendetwas haben. Oder müsste ich es nur stärker raushängen lassen? Die anderen werden dann immer noch tagelang gefragt, wie es ihnen geht, ob alles in Ordnung ist etc. Ich natürlich nicht – ich habe ja nichts. Aber ich habe mir schon einige Sorgen wegen des Fußes gemacht. Manchmal tat es schon ziemlich weh, dann aber gleichermaßen beim Hinken und beim normal-Laufen. Also kann ich auch normal laufen.

Die Strecke an sich war mehr oder weniger ereignisfrei. Je später es wurde, desto mehr habe ich mir Sorgen gemacht, kein Bett mehr zu bekommen. Kurz vor der Herberge gab es wieder so einen Köter, der meinte, mich verjagen zu müssen, dabei war ich dann schon ziemlich weit von „seinem“ Gebiet weg. Er kam mir einfach immer hinterher. Allerdings habe ich die Herberge nicht gefunden. Am Platz gab es eine Bar, aber in der Tür stand ein großer Hund. Aber es nutzte ja alles nichts. Der Typ in der Bar war der Hospitaliero. Er hat mich gleich mitgenommen. Das war ja nett. Ich habe also noch ein Bett bekommen. Der Typ, der mit aber eigentlich eher ohne seine Eltern pilgert, war schon da. Eigentlich hatte er gestern rumgetönt, dass er noch 20 km weiter wollte. Aber egal. I. und ihr Freund sind auch angekommen. Sie ist voll fertig. Sie kann nicht richtig essen, was natürlich an den Kräften zehrt. Sie lag da und sah so jämmerlich aus. Es kamen auch ein paar Tränen. Da konnte ich nicht anders, als sie ein bisschen zu drücken. Da ist es richtig aus ihr herausgebrochen. Irgendwie musste ich ein bisschen mitheulen. Nun drängt ihr Freund sie permanent zu essen. Es gab gerade schon einen dicken Streit. Naja, es ist beiderlei gefährlich. Jetzt auf einmal zu viel essen könnte den Magen überfordern. Zu wenig zu essen setzt dem Körper natürlich auch zu. Und sie hat natürlich nicht viel zuzusetzen. Ich selbst habe gar keine richtige Übersicht darüber, wie viel ich esse oder nicht. Ich versuche immer, die kalorienreicheren Varianten zu nehmen. Heute habe ich eine ganze Tüte Chips gegessen. Das waren fast 1000 kcal. Aber außer dem Bocadillo und der Schokolade gab es sonst nichts. Vielleicht schaffe ich nachher noch etwas Brot. I.s Freund hat mir ihren Rest Philadelphia-Käse angeboten.

Das hier ist wirklich eine Luxusherberge. Sie wurde 2007 eröffnet. Es gibt gute Gelegenheiten zum Sitzen. Die sanitären Einrichtungen sind top. Für die Matratzen gibt es Überzüge. Den werde ich mir doch für die kommenden Herbergen gleich mitnehmen. Das Wetter ist toll. All meine Wäsche ist schon trocken.

Ich habe versucht, ein wenig mit der kleinen Belana zu „sprechen“. Ich hoffe, sie bleibt da, aber zwingen will ich sie auch nicht. Sie war lange genug angekettet. Aber ich kann es schon verstehen, wenn sie kein Vertrauen zu mir hat. Wo soll es auch herkommen, wo ich mich doch nie wirklich um sie gekümmert habe. Und damals, als ich mich entschieden habe, ein Kind zu bekommen, hätte ich wohl lieber nach ihr Ausschau halten sollen. Nicht, dass ich es bereue, meinen Sohn zu haben. Nein, das ist schon toll. Aber die Suche war wohl eher die Suche nach der kleinen Belana, was ich aber damals nicht erkennen konnte. Trotz allem finde ich es aber eine, wenn auch nicht optimale, aber doch gelungene Lösung für eine knapp über 20 Jährige. Die Alternative wäre deutlich schlechter gewesen.


weiter mit Gontan – Vilalba


 

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