2011: 030) Pedrouzo – Santiago


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30. Tag – Donnerstag, 4.8.2011

von Pedrouzo nach Santiago; 21 km; 340 Hm

Mir war es wichtig, heute allein zu gehen. Ich wollte einfach sehen, was auf diesem letzten Stück passiert. Und ich wollte sicherstellen, dass ich das bin, wenn was passiert bzw. wenn nichts passiert. Leider konnte man die Kathedrale von dem Hügel aus nicht sehen. Ich habe sie im Grunde erst gesehen, als ich genau davor stand. Ich war ziemlich genau um 12:00 da und bin in die Pilgermesse, aber es war unglaublich voll. Ich bin ich nicht lange geblieben, sondern in die Herberge gegangen, um zu duschen etc. Die Herberge ist soweit ganz okay. Es sind 8 Betten im Raum. Aber es ist ein bisschen Platz. Die sanitären Einrichtungen sind auch okay. Ich wollte dann ja raus, um die Compostella abzuholen und meine Rückfahrt zu klären. Sabina brauchte aber ziemlich ewig. Das hat genervt. Überhaupt hat sie eine für mich unangenehme Art, ihr Ding durchzusetzen. Eigentlich hatte ich gesagt, dass ich aus Anlass des heutigen Tages ein Menü essen wollte. Wir hatten uns um 16:30 getrennt und für 18:00 verabredet. Da hatte sie alles für ein Abendessen in der Küche hier besorgt. Doof. Ich habe es aber nicht geschafft zu sagen, dass ich dann alleine essen gehen würde. Und in einigen Dingen ist sie dann so kompliziert. Also haben wir Mikrowellentortilla gegessen. Meine ging ja noch. Aber da sie ihre nicht schaffte, habe ich die noch aufgegessen. Die war widerlich. Egal. Ich bin satt. Sie hat andere Schweden gefunden und bequatscht diese jetzt. Auch gut. Heute Nachmittag hatte ich an MD geschrieben. Er hat schon geantwortet und mir gratuliert. Natürlich war ihm von Anfang an klar, dass ich es schaffe. Naja, wirklich gezweifelt habe ich ja nicht, aber es ist nach wie vor irreal – trotz Compostella in der Hand. B. ist leider nach Hause gefahren. Ich denke, ich werde mal richtig mit ihm Kontakt aufnehmen, wenn ich wieder zu Hause bin. R. und C. haben sich gar nicht gemeldet. Aber wahrscheinlich haben sie erstmal viel um die Ohren mit ihrer Praxis, nachdem die drei Wochen zu war. Die Sache mit B. hat mich echt traurig gemacht. Das muss ich erstmal verdauen. Die heutige Etappe hat eigentlich nichts weiter mit mir gemacht. Ich habe ein bisschen Revue passieren lassen, was war, was ich erreicht habe, was nicht. Das Eingehen von Beziehungen gehört definitiv auf die Agenda für einen nächsten Camino. Jetzt stand wohl erstmal an, mit mir in Beziehung zu kommen. Meine Rückreise habe ich noch nicht komplett gebucht. Bis jetzt habe ich nur den Bus nach Irun. 18:00-7:00 am 10.8. 11 Stunden für eine Strecke, die ich in 30 Tagen gelaufen bin. Das sind Relationen! Ich werde Samstag, Sonntag, Montag die drei Etappen bis Finsterre laufen. Wenn tolles Wetter ist, bleibe ich einen Tag da und fahre am Mittwoch mit dem Bus nach Santiago. Wenn das Wetter nicht so toll ist, laufe ich eine Strecke zurück und fahre von dort mit dem Bus nach Santiago. Ich hoffe, dass ich nach zwei Tagen Sabina nochmal etwas Ruhe finde.


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