Zumstein: Reise hinter die Finsternis

„Reise hinter die Finsternis – Mit Schamanenkraft aus der Depression“
Carlo Zumstein
Wilhelm Heyne Verlag München, 2011

Das Buch hatte mich vom Titel her angesprochen und es hat meine Erwartungen bei Weitem übertroffen.

Der Autor beschreibt, wie er als Psychotherapeut schamanistische Arbeit zusätzlich einsetzt.

Besonders beeindruckt hat mich, dass depressive Patienten ja häufig von einem schwarzen Loch sprechen, in das sie hineingezogen werden, oder von einer schwarzen Wand, vor der sie stehen und die sie am Weitergehen hindert. Sie sind sozusagen gefangen. Viele haben wohl eine Ahnung, dass dahinter noch etwas kommt, aber sie trauen sich nicht, diesen Schritt zu gehen. Die Forderungen ihrer Lebensumgebung sind schließlich, wieder zurück ins normale Leben zu kommen und zu funktionieren. Aber von dort geraten sie immer wieder ins schwarze Loch oder vor die schwarze Wand. Damit sind sie ständig hin- und hergerissen und werden davon krank. Der Autor versucht nun, die Patienten durch das schwarze Loch oder die schwarze Wand zu führen, sie die dortige Welt erleben zu lassen, sich dort mit Kraft aufzutanken, um dann in der normalen Welt mit neuen Einstellungen und neuen Einsichten wieder sinnvoll Fuß fassen zu können.

Er erläutert auch, dass sich durch verschiedene Lebensereignisse Seelenanteile abspalten können. Sie gehen dann sozusagen „in Deckung“. Er versucht, diese Seelenanteile wieder aufzuspüren und zurückzubringen. Das hat aber nur dann dauerhaft Erfolg, wenn die Patienten genug Kraft haben, diese zurückgeholten Seelenanteile auch in sich aufzunehmen und zu halten. Wenn das nicht gelingt, muss erst am Kraftaufbau gearbeitet werden.

Dieses Buch hat mir gezeigt, was man mit Schamanismus erreichen kann. Es hat viele meiner eigenen Erlebnisse abgesprochen, sodass ich einen direkten, individuellen Bezug dazu herstellen konnte. Dadurch hat es mir auch viel Mut gemacht, dass ich durch schamanistisches Arbeit auch selbst gesunder werden könnte.

Und hier noch ein Gedicht, das ich aufgrund dieses Hin- und Hergerissenseins zwischen dem depressiven Zustand und dem Zwang, in der Normalwelt zu funktionieren, geschrieben habe.

Wenn die Seele schweigt

Wenn die Seele schweigt,
Gefühle fühlen nicht mehr,
Wärme wärmt nicht mehr,
Bewegungen bewegen nicht mehr.
Kalt wie Eis.
Starr wie Stein.
Tot!

Du willst nicht, die Seele will nicht.
Die Seele schreit.
Du darfst nicht, die Seele darf nicht.
Die Seele schweigt.
Die Seele schreit.
Die Seele schweigt.
Die Seele schreit.
Zerspringt.
Tausend Splitter.
Ein Scherbenhaufen.
Unschön.
Unnutz.
Unwert.

Tot!

Die Wärme der Liebe kittet.
Das Licht der Liebe erhellt.
Das Feuer der Liebe bringt zum Strahlen.
Liebe Dich. Liebe Deine Seele.
Lebe!

Wir sehen und auf dem Weg.

Let’s go!

Belana Hermine

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