Köln-Marathon 2014 – der Lauf meines Lebens

Gut unter 4 Stunden – wer hätte das gedacht? Cool, cool, cool. Ich glaube, ich laufe gerade mit einem breiten Lächeln auf dem Gesicht herum :-)).

Doch vielleicht der Reihe nach. Das Ergebnis täuscht ein wenig über diverse Schwierigkeiten hinweg und sagt nichts zu den vielen schönen Momenten, die es heute gab.

Ich bin mit dem Zug nach Köln gefahren. Diesmal war der Zug mit deutlich weniger Läufern besetzt als letztes Mal. Da war ich ja auch beim Halbmarathon. Auch der Bahnhof selbst war schon fast leer zu nennen, was sicher auch daran lag, dass es letzte Jahr geregnet hat. Heute war echt tolles Wetter. Am Vormittag schien überwiegend die Sonne, mit ein paar Wolken dazwischen. Ab Mittag gab es dann eigentlich ausschließlich Sonne, was dann langsam anfing, ein wenig warm zu werden. Ich verlasse das Bahnhofsgebäude und bin direkt mitten im Gewimmel. Die Halbmarathoner starten gerade. Diese vielen Läufer zu sehen, wie sie gerade anfangen, ihre Lieben an der Seite, die sie anfeuern wollen und ihnen letzte gute Wünsche auf den Weg mitgeben, ich selbst unter vielen Leuten, mit denen ich wahrscheinlich gleich gemeinsam laufen werden, der Sonnenschein – das war ein umwerfender Moment. Das geht mir unter die Haut und mir laufen die Tränen. Also erstmal wieder zu mir finde. Wo geht das besser als angelehnt an einem großen, dicken Baum? Die gibt es tatsächlich dort an diesen Bahnhof.

Bis ich starte ist noch genug Zeit, um alles in Ruhe zu erledigen: umziehen, Kleiderbeutel abgeben, Dixi-Toiletten testen, nochmal die Atmosphäre schnuppern und dann in den Startblock gehen. Alles ganz ruhig und entspannt, wenn es auch zunehmend spannender wird, weil die Startzeit naht.

Ich bin viel zu schnell losgelaufen. Das habe ich gemerkt. Aber es lief ganz gut. Ich habe nicht extra versucht, schnell zu laufen. Also dachte ich, mache ich mal so weiter. Vielleicht laufe ich so einen kleinen Puffer für das Ende heraus. Nach 20 km habe ich dann geschaut, ob ich den Rest mit 10 km/h schaffen könnte. Ja, in der Tat – sogar mit etwas Puffer. Prima. Also bin ich dann etwas lockerer gelaufen. Langsam merkte ich, dass ich eine Blase bekomme. Mist. Die hatte ich schon vor zwei Wochen bei meinem Probelauf. Ich dachte damals, es wären die Socken gewesen. Waren es wohl aber nicht. Naja. Es wurde nun auch ein wenig wärmer. Und zunehmend fiel es mir schwerer. Ich fing an, an den Verpflegungsstellen mehr Wasser zu trinken und dabei nicht zu rennen, sondern zu gehen. Nach dem ersten Mehr-Wasser-Trinken bekam ich Seitenstechen. Was ist das denn?!? Sowas hatte ich doch noch nie beim Laufen. Okay, Ruhe bewahren, tief, locker und gleichmäßig ein- und ausatmen. Es wurde besser. Aber so richtig komplett weg ging es bis zum Schluss nicht. Aber es belastete mich auch nicht mehr so. Mehr und mehr bekam ich den Eindruck, dass ich immer langsamer wurde und es nicht mehr unter 4:00 bis zum Ziel schaffen würde. Sollte sich mein schnelles Laufen vom Anfang jetzt rächen? Ca. 5 km vor dem Ziel hängte ich mich für ca. 3 km lang an ein Pärchen, die eine recht passende Geschwindigkeit liefen, und zwang mich, an ihnen dranzubleiben. Bei der letzten Verpflegungsstelle habe ich sie verloren. Die letzten 2 km gingen dann doch irgendwie wieder besser. Vielleicht zog das Ziel? Zu einem Endspurt fehlte mir allerdings die Kraft – vielleicht war es einen klitzekleinen Ticken schneller. Auf der Matte, die die letzten Meter zum Ziel markierte, bin ich ziemlich gestolpert und wäre fast noch hingefallen. Na, das wäre es ja noch gewesen. Da nix passiert ist, habe ich gut reden, aber ich glaube, ich wäre die letzten Meter dann irgendwie ins Ziel gerobbt. So kurz davor! Aber das war ja gar nicht nötig. Alles ist gut gegangen. Sogar die Bruttozeit-Uhr zeigte unter 4:00 an! Cool, cool, cool.

2014-09-14-Medaille

Medaille umhängen lassen, sicherheitshalber doch eine Plastikplane gegen Auskühlen geben lassen und dann ab ans Futter. Aber essen konnte ich eigentlich gar nicht. Ein paar Apfelstückchen, eine halbe Banane. Mehr ging echt nicht. Selbst davon war mir schon ziemlich übel. Ein Becher Wasser, ein Becher Cola und zwei große Becher Reisdorfer alkoholfrei gingen da schon viel besser. Bier soll ja auch wie ein isotonisches Getränk gut für Sportler sein 😉 Dann den Kleidersack geholt und ab zum Umziehen. Es gab einen eingezäunten Bereich, der als Umkleidebereich für Männer und Frauen gekennzeichnet ist. Ich sehe das Zelt für die Herren, die Duschen für Damen und Herren, aber wo ist das Zelt für die Damen? Überall nur nackte Männerhintern. Da mussten wir Frauen tatsächlich durch. Okay, wenn’s so sein soll.

Nach dem Umziehen zur Massage. Ich hatte großes Glück und war noch eine der Letzten, die diesen Luxus genießen durften. Die Massage wird von Physiotherapie-Schülern angeboten. Sie waren schon seit 10:00 am Massieren und müssen ja morgen wieder in die Schule. Deswegen machten sie gegen 15:00 Schluss. Schade für all diejenigen, die ein bisschen mehr Zeit für die 42 km brauchten. Ich habe es aber trotzdem sehr, sehr genossen. Jeder hat gleich zwei Leute, die ihn massieren. Das tut echt gut. Die beiden Jungs meinten, dass die Muskeln der Marathoner tatsächlich härter sind als die der Halbmarathoner. Finde ich echt interessant, dass man das so merken kann (wenn man die entsprechende Ahnung hat?).

Nun noch eben zum Neumarkt, um die Medaille mit der tollen Zeit gravieren zu lassen – die Enkel sollen ja auch was haben von diesem Tag 😉 – und das Freibier abholen. Leider gab es kein alkoholfreies mehr. Als Ersatz konnte ich eine Cola nehmen.

Der Rückweg mit Zug und Straßenbahn ging problemlos. Sogar den Sprint, um die Straßenbahn nicht zu verpassen, habe ich noch hingekriegt.

Das war wirklich ein toller Tag mit einem wirklich schönen Ergebnis.

Wir sehen uns auf dem Weg.

Let’s go!

Belana Hermine

Advertisements

4 Gedanken zu “Köln-Marathon 2014 – der Lauf meines Lebens

  1. Super Leistung, ich bin früher einige Halbmarathon’s gelaufen. Meine beste Zeit(1h 22min) lief ich 1993 beim Dreiländerlauf in Basel. Einen Marathon hatte ich mir aber nie zugetraut.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s