Uccusic: Der Schamane in uns

„Der Schamane in uns – Schamanismus als neue Selbsterfahrung, Hilfe und Heilung“
Paul Uccusic
Goldmann Verlag, 1993

Ich glaube, das könnte eines meiner Lieblingsbücher zum Thema werden – direkt neben „Der Weg des Schamanen“ von Michael Harner.

Herr Uccusic beschreibt Schamanismus in ganz vielen Facetten. Für mich ergibt sich ein rundes Bild und ich habe das Gefühl, eine wage Vorstellung (!!!) vom „Gesamtgefüge“, vom Weltbild, von den Grundeinstellungen und Ausrichtungen des Schamanismus zu haben. Eine gute Basis, um sich mit den einzelnen Facetten tiefer zu befassen und auch die Vorgehensweisen der Schamanen genauer zu betrachten, zu probieren und anzuwenden.

Uccusic nimmt aber auch Bezug zur Physik, insbesondere zu Raum und Zeit. Er zeigt auf, dass sich mit diesen Fragen schon viele Forscher befasst haben und auch moderne Physiker Antworten gegeben haben, die durchaus mit dem Weltbild des Schamanismus vereinbar sind. Dies gelingt ihm für mein Verständnis deutlich besser als Kalweit („Traumzeit und innerer Raum“ ).

Was für mich aber besonders interessant an dem Buch ist, ist die Auseinandersetzung mit der Frage nach der Seele. Dazu gab es in M1 (Grundlagen der Psychologie) auch ein ganzes Kapitel. Ich fand die Diskussion sehr theoretisch und mit vielen komplizierten Fachbegriffen erschwert. Nun hatte ich aber einen konkreten Bezug.

Mir fiel ein, dass es in M1 um ein Trilemma im Zusammenhang mit der Frage nach der mentalen Verursachung ging. Es wurden drei Aussagen gesetzt, von denen aber immer nur zwei wahr sein konnten. (Die folgenden 3 Sätze sind aus dem Studienbrief entnommen.) 1) Die physische Welt ist kausal lückenlos geschlossen. 2) Aus der kausalen Geschlossenheit der physischen Welt folgt die kausale Wirkungslosigkeit mentaler Entitäten. 3) Mentale Entitäten sind kausal wirksam.

Ich bin natürlich keine Philosophin, aber im Moment habe ich ein wenig das Gefühl, dass es damit zusammenhängen könnte, wie man physische Welt und mentale Entität definiert. An exakte Definitionen kann ich mich aus dem Studienbrief her nicht erinnnern. Ich denke, es lohnt sich, hier noch einmal genauer nachzudenken. Außerdem stellt sich immer auch die Frage, was wirklich kausal ist. Nur weil zwei Dinge immer wieder in direktem Zusammenhang miteinander/nacheinander passieren, bezeichnen wir sie als kausal voneinander abhängig. Das ist aber nur eine Interpretation dessen, was wir wahrnehmen. Es könnte auch ganz andere Ursachen haben, dass sie immer gemeinsam auftreten. In diesem Sinne kann man sich mit diesem Trilemma sicher noch recht lange befassen.

Außerdem meint Uccusic, dass die Verbindung zwischen normaler Realität und nichtalltäglicher Realität eine Informationsübertragung ist. Ist Information physische Welt? Sind Informationen mentale Entitäten? Das muss ich für mich noch klären.

Und das Lesen des Buches hat mich angeregt, mal stärker über die Frage der Wahrnehmung nachzudenken. Dazu gab es in M3 (Allgemeine Psychologie) einen ganzen Studienbrief, der die „materialistische“ Sichtweise erklärt. Aber es werden auch bestimmte Phänomene nicht erklärt. So wird zwar auf unterschwellige bzw. unbewusste Wahrnehmung hingewiesen, dies aber nicht weiter ausgeführt. Ich werde meine Gedanken zu in einem späteren Beitrag aufschreiben.

Wir sehen uns auf dem Weg.

Let’s go!

Belana Hermine

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