Ende der Fastenzeit – ein Fazit

Fast drei Wochen ging es nun nahezu nur ums Essen bzw. ums Nicht-Essen. Damit wird zumindest in dieser Intensität vorerst Schluss sein. Aber ein Fazit möchte ich doch gern noch ziehen.

Was habe ich aufgegeben? Was habe ich bekommen?
Häufig wird je gesagt, dass Fasten Verzicht ist. Natürlich isst man nichts. Aber ob das immer ein Verzicht ist, ist fraglich. Ich habe es zumindest nur selten so erlebt. Das, was ich vermisst hatte, war der Genuss des Essens. Aber da es ja nur für eine Weile war, war das kein Problem. Dafür wurde die Aufmerksamkeit ganz automatisch deutlich mehr auf die Körperempfindungen gelenkt. Und das war für mich sehr interessant und aufschlussreich. Außerdem habe ich während dieser Zeit viel Vorfreue auf genussvolles Essen entwickelt. Und es gibt doch kaum etwas Schöneres als Vorfreue.

Neue Leitsätze
Bekommen habe ich auch die Leitsätze, die sich so nach und nach entwickelt haben. Hier sind die noch einmal in der Zusammenfassung.
– In aller Ruhe langsam machen.
– Essen bewusst genießen.
– Dieser Körper hat liebevolle Pflege verdient.
– Diesem Körper vertrauen.

Ist Fasten eine Willensfrage?
Viele Leute meinen, Fasten wäre eine Frage des Willens. Ich will das jetzt nicht so absolut bestreiten. Ich denke aber, dass man das etwas relativiert sehen muss. Gehen wir mal davon aus, dass zum Fasten eine ganz bestimmte, für jeden gleiche Menge an Willensstärke notwendig ist – sozusagen der Grundstock. Dabei bleibt es aber nicht. Da gibt es Leute, die essen äußerst gern oder sie essen, um ungute Stimmung zu vertreiben oder um glücklich zu sein. Wenn diese Leute auf das Essen verzichten wollen, dann brauchen sie dazu nochmal eine ganz gehörige zusätzliche Portion an Willensstärke. Für sie wird das Fasten also deutlich schwieriger. Andererseits gibt es aber Leute, die eher zu Magersucht tendieren, ohne wirklich magersüchtig zu sein. Aber für diese Leute ist das Fasten doch eher eine willkommene Möglichkeit, ihrem Hang zum Dünn-Sein nachzugehen. Sie werden also deutlich weniger Willensstärke brauchen, um zu fasten. Sie brauchen dann vielleicht eher eine gewisse Portion Willensstärke, um wieder aufzuhören. Also: Ja, im Grunde ist Fasten eine Willensfrage, aber einige müssen einen größeren Berg überwinden als Andere.

Ungünstiges Timing
Als ich die Fastenzeit geplant habe, dachte ich ja, dass es ein guter Zeitraum wäre. Das hat sich leider nicht bestätigt. Es kam doch eine großer Berg Arbeit, der relativ schnell erledigt werden musste. Eigentlich hätte ich das absehen können – habe ich aber nicht 😦 Bei einer Wiederholung muss ich das also besser einkalkulieren. Dadurch hatte ich leider nicht so die Ruhe, mich auf die das Fasten begleitenden Ereignisse einzulassen, wie ich das gern gemacht hätte. Das ist etwas schade. Aber dennoch bin ich recht zufrieden mit den Ergebnissen dieser Fastenzeit (siehe Leitsätze).

Wie lang ist eine optimale Fastenzeit?
Das ist sicher nicht ganz pauschal zu beantworten. Ich habe erstmal 5 oder 6 Tage gebraucht, eher ich mich an alles so recht gewöhnt hatte und mich auch um einige Aspekte neben dem Fasten kümmern konnte. Vielleicht waren 15 Tage etwas zu viel? Die letzten 3 Tage war mir ja insbesondere abends sehr kalt. Vielleicht wäre das ein Zeichen gewesen, mit dem Fasten aufzuhören? Schlecht ging es mir ja nicht. Aber vielleicht ist das Kalt-Werden ein Signal, dass nun an stärkere Reserven gegangen wird als vorher.

Würde ich die Fastenzeit wiederholen?
Natürlich würde ich gern wieder fasten. Ich würde aber auch gern sehen, dass ich einige der Dinge, die nicht so gut gegangen sind, beim nächsten Mal besser mache. Auf jeden Fall muss ich das Timing besser gestalten. Und ich sollte vielleicht besser auf Zeichen zum Aufhören hören. Das Fastenbrechen hat ganz gut geklappt. Das würde ich wohl so beibehalten.

Wie ist das mit dem Gewicht?
Das ist eine Frage die mir die meisten Leute, die wissen, dass ich gefastet habe, stellen. Natürlich habe ich abgenommen. Es sind in der Tag die etwa 200 g pro Tag, also insgesamt reichlich 3 kg. Da das ja nicht das vordringliche Ziel des Fastens war, ist das nicht so wichtig für mich, obwohl ich mich natürlich darüber freue. So habe ich jetzt ein wenig Spielraum und kann hin und wieder mal doch eher einfach so gedankenlos vor mich hin schlemmen 🙂 Allerdings denke ich, dass in den 3 kg auch eine Menge Muskelmasse ist. Ich hoffe, dass das mit wieder regelmäßigem Training wieder aufgebaut werden kann. So wird dann also die Gewichtsdifferenz eh wieder schrumpfen.

Und was ist spirituell gelaufen?
Leider konnte ich hier nicht so das tun, was ich mir vorgenommen hatte. Aber eigentlich ist es wohl eher so, dass es in eine andere Richtung ging, als ich das ursprünglich gedacht hatte. Also kann man eigentlich gar nicht so wirklich sagen, dass es schlecht gelaufen ist. Ich denke, dass die Fragen um die Körperwahrnehmungen für mich im Moment einfach sehr wichtig waren. Sie sind eigentlich auch eine Fortsetzung dessen, was sich auf den Jakobswegen entwickelt hat. Alles Andere sind dann eben andere Wege, die zu anderen Zeiten dran sind. Einen Weg jetzt nicht gegangen zu sein, heißt ja nicht, ihn nie zu gehen. Wenn es an der Zeit ist, werde ich auch diesen Weg gehen.

Ende eines Abenteuers
Ja, dieses Abenteuer ist nun vorbei. Gern würde ich mich noch ein bisschen intensiver mit dem befassen, was sich während dieser Zeit ereignet hat. Und dann geht es auf ins nächste Abendteuer 🙂

Wir sehen uns auf dem Weg.

Let’s go!

Belana hermine

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Ein Gedanke zu “Ende der Fastenzeit – ein Fazit

  1. […] Fasten ist ja eh eine Zeit des Verzichtens. Warum also nicht auch auf Gewohnheiten verzichten, die dem Klima nicht gut tun. Allerdings bin ich ja nicht ganz so einverstanden mit der Vorstellung, dass Fasten Verzicht bedeutet – zumindest nicht, wenn man sich die Endrechnung ansieht. Meist bekommt man deutlich mehr zurück, als das, worauf man verzichtet. Aber das hatte ich ja schon im Fazit zu meiner “Vollfastenzeit” erklärt (–> zum “Nachlesen”). […]

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