Morgen: Internationaler Frauentag

Seit ein paar wenigen Jahren nimmt die Bekanntheit dieses Tages auch in westlichen Gefilden zu. Insbesondere Blumen- und Süßwarenhersteller sehen natürlich ihre Absatzchancen, weil Mann ja nun aufgefordert ist, Frau Blumen oder etwas Süßes zu schenken. Dabei muss Mann das doch schon zum Muttertag tun – und dann nicht nur seiner Mutter, sondern auch der Mutter seiner Kinder und ggf. der Mutter seiner Enkelkinder. Aber vielleicht wollen sie alle ja nun auch zum Frauentag bedacht sein?

Nun, da wo ich herkomme, wurde nur der Frauentag begangen, aber nicht der Muttertag. Eigentlich fand ich das besser, weil Mann Frauen dadurch nicht nur auf ihre Rolle als Mutter reduziert hat. Änderte natürlich nichts an der Tatsache, dass Frau dann eben als Mutter und als Arbeiterin schuftete und eigentlich weder die Wahl für das eine ODER das andere noch für das eine UND das andere hatte. Jeder musste halt arbeiten gehen, damit die Kasse stimmte und weil es das Weltbild so vorgab.

Ich lebe ja in der Hoffnung, dass sich das inzwischen etwas geändert hat oder – wie der Rheinländer so schön sagt – sich am Ändern ist. Manchmal sind die Zweifel aber doch recht groß, wenn ich so sehe, wie Familien sich abmühen müssen, ihre Familien- sprich Kinderplanung in den Griff zu bekommen. Aber doch – Besserung ist in gewisser Weise in Sicht.

Interessant fand ich, dass wir gestern von der Gleichstellungsbeauftragten der Firma eine E-Mail zum Frauentag bekommen haben. Nach etlichen langen Sätzen zum Stand und zur Zukunft der Gleichstellung und mahnenden Worten, was noch alles zu tun ist, gab es am Ende einen kurzen lapidaren Glückwunschsatz. Da schätze ich mir doch meine russischen Kollegen, von denen ich heute eine wort- und emotionsreiche Glückwunschmail bekommen habe.

In Russland wird der Frauentag noch immer als sehr wichtiger Tage begangen. Die Frauen bekommen in den meisten Firmen ein Geschenk (meist eine Schachtel Pralinen). Die Männer organisieren eine Feier – naja, eben für Frauen mit Kaffee und Kuchen (und Wodka). Man sitzt nett zusammen. Alle Männer bringen nacheinander einen Toast auf die Frauen aus. Und mit fortschreitender Stunde lockert sich die Runde deutlich auf. Ich habe diese Ereignisse sehr genossen, wenn ich das Glück hatte, gerade an diesem Tag bei unseren Kollegen in Russland zu sein.

Aber nach so viel Geschreibe möchte ich nun doch allen Frauen und Mädchen alles, alles Gute wünschen zum Internationalen Frauentag. Möge es uns allen zunehmend besser gelingen, Bedingungen herzustellen, in denen sich jede und jeder so verwirklichen kann, wie sie oder er es gern möchte. Und vielleicht lassen wir uns ja doch ein wenig von unseren Männern und Freunden verwöhnen. Verdient haben wir es auf jeden Fall :-).

Wir sehen uns auf dem Weg.

Let’s go!

Belana Hermine

Ein Gedanke zu “Morgen: Internationaler Frauentag

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