5. Fastensonntag – Sind Wanderurlaube klimafreundlich?

Und wieder steht die Frage, ob Dinge, die ich häufig und/oder ausgiebig tue, klimafreundlich sind. Heute also die Frage, ob die Pilgerungen oder Landstreckenwanderungen klimafeundlich genannt werden dürfen.

Zu einem gewissen Teil gilt hier wohl das, was ich schon zum Joggen gesagt hatte (hier zum „Nachlesen“). Man verbraucht mehr Kalorien als im „Ruhezustand“, die man durch irgendwelches Essen wieder auffüllt. Aber okay, bei welcher Aktivität ist das nicht der Fall?

Beim Rest kommt es halt ziemlich darauf an, wie man die Wanderungen gestaltet.

An- und Abreise: Man kann versuchen, mit der Bahn an- und abzureisen. Das klappt in beschränktem Maße ganz gut. 2012 bin ich sogar direkt von zu Hause losgelaufen. Das ist natürlich ideal. Aber jedes Jahr würde ich nicht einen langen Wanderurlaub vor der Haustür beginnen wollen. Nach Sevilla bin ich letztes Jahr geflogen. Nach Lyon/Cluny sind wir letztes Jahr auch mit dem Zug gefahren. Von Le Puy zurück war es auch mit dem Zug machbar. Aber von Santiago zurück ist mit Bus und Bahn ist schon echt schwierig. 2011 hatte ich das gemacht, allerdings mit einem Zwischenstopp in Paris mit MD. Ansonsten bin ich von Santiago aus dann doch mit dem Flieger :-(. Aber hier hat man es ein wenig in der Hand, selbst zu entscheiden.

Unterkunft: Hier gibt es wieder mehrere Varianten. Als „traditioneller“ Pilger schläft man überwiegend in Pilgerherbergen. Dort stehen ein paar Betten. Man benutzt seinen eigenen Schlafsack. Prinzipiell soweit okay. Allerdings bekommt man in den galicischen Herbergen eine Art Wegwerfbettwäsche – ein Spannbetttuch und einen Kopfkissenbezug aus irgendeinem Kunststoffgewebe. Ist wohl zur Vorbeugung gegen Wanzen. Diese Zeug wird halt tatsächlich weggeworfen. Das ist schon ein echt trauriges Bild morgens in einer großen Herberge, wenn man an den Haufen weggeworfener Bettwäsche vorbei muss. Vergleichbar wenig umweltverträglich is es wohl, wenn man in Unterkünfte geht, in denen man ein frisch bezogenes Bett bekommt. Dort muss dann täglich alle Bettwäsche gewaschen werden. Also, das ist ein echter Minuspunkt, den man leider nur sehr wenig beeinflussen kann. Wanderurlaube, bei denen man von einem „Basislager“ aus Rundwanderungen unternimmt, sind da deutlich klimafreundlicher.

Ausrüstung: Da man alles selbst tragen muss, nimmt man nicht viel mit. Und je länger die Wanderung ist, desto intensiver wird das Zeug dann auch genutzt. Ja, man kann manchmal wirklich die Verschleißerscheinungen sehen. Ausgeblichen, abgeschrubbelt, Nähte lösen sich auf, Reißverschlüsse gegen ihren Geist auf. Das habe ich allerdings in dieser Härte nur auf meiner ganz langen Wanderung 2012 erlebt. Die wenigsten meiner anderen, also „normalen“ Sachen ziehe ich wirklich so lange an, bis man sie in der Tat nicht mehr anziehen KANN. Hierfür würde ich dem Langstreckenwandern gern einen Pluspunkt geben.

Ergebnis: Tja, auch Langstreckenwandern ist nicht ausschließlich positiv fürs Klima, hat aber doch ein paar gute Seiten. Und man kann selbst ein wenig beeinflussen, wie klimafreundlich man sich verhält.

Wir sehen uns auf dem Weg.

Let’s go!

Belana Hermine

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