Erster „eigener“ Tag in Ulan Bator

Das offizielle Gruppenprogramm beginnt am Montag. Um mich an das Land, das Klima und die Zeitzone zu gewöhnen, bin ich etwas früher angereist. Eine Teilnehmerin war noch einen Tag früher angereist. So können wir einiges zusammen unternehmen.

Geplant war ein Ausflug in einen der nahegelegenen Naturparks. Da es regnen sollte, haben wir das auf morgen verschoben. Für heute hieß es dann erstmal, auf einen weiteren Teilnehmer zu warten. Erst dachte ich, ich gehe ein wenig raus, aber dann war ich doch so müde,  dass ich nochmal zwei Stunden geschlafen habe. Ob das jetzt so clever war, um sich an die neue Zeit zu gewöhnen?

Der eine geplante Nachmittagstermin fand deutlich später statt als gedacht. Nun haben wir uns mit der Teilnehmerin doch selbst auf die Socken gemacht. Sie war auf der Suche nach Obst, ich wollte in einer Apotheke nach einem russischen Produkt schauen. Ohne Mongolisch ist es schwierig, aber nicht unmöglich. Wozu hat man Hände und Füße? Die Jüngeren können eher Englisch, die Älteren eher Russisch. Aber alle sind wohl etwas scheu, dies auch anzuwenden.

Endlich ging es auf zu unserem ersten Termin: ein Treffen mit einem buddhistischen Lama im größten Kloster Mongoliens. Es war wirklich interessant, einen Lama in seiner eigentlichen „Arbeitsstelle“ zu beobachten. Wir haben uns viel unterhalten. Zwischendurch kamen zweimal Mönche mit Trauernden herein. Der Lama wurde gebeten, für den Verstorbenen zu beten. Außerdem bekamen die Trauernden Trost zugesprochen. Wichtig sind bestimmte Rituale, um der Seele einen guten Übergang zur Reinkarnation zu ermöglichen.

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Am Abend kamen zwei Sänger traditioneller mongolischer Musik. Die Teilnehmerin wollte Obertongesang lernen. Da habe ich mich liebend gern angeschlossen. Ist echt nicht leicht. Aber wenn man den Dreh raus hat, kann man sogar ein paar annehmbare Laute hervorbringen. Der eine Sänger hatte eine Pferdefiedel dabei. Sie hat zwei dicke Seiten aus Pferdehaar und wird mit einem Bogen aus Pferdehaar gespielt. Leider war ich so mit meinem Üben beschäftigt, dass ich davon kein Bild gemacht habe :-(. Zum Schluss spielte er – extra für die Europäer – ein Stück von Sinatra (I did it my way).

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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7 Gedanken zu “Erster „eigener“ Tag in Ulan Bator

  1. Wie interessant! Begegnungen mit einem Lama und Gesangsunterricht. Wow! … Hemmungen vor dem Russischen kenne ich auch aus Litauen, aber wenn die Leute verstehen, dass man als Ausländer auf nichts anderes zurückgreifen kann, dann haben sich mindestens die Litauer auf Russisch bemüht. 🙂

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