Tagesablauf und Essen im Camp

Frühstück gab es um 10:00. Die Auflösung, warum so spät, kommt gleich. Es gab meist in Öl ausgebackene Teigteile – mal platt, mal in Schleifenform. Zweimal gab es Milchreis. Ein paarmal gab es Marmeladen-Weiß-Brote. Einmal gab es eine Packung Stäbchen, die mit Schokolade überzogen waren. Das war, als es geregnet hat. Vielleicht war es da schwierig, „richtiges“ Frühstück zu machen. Einmal gab es zwei Kekse in Herzform.

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Zu jedem Essen gab es heißes Wasser und 3-in-1-Kaffee oder Teebeutel. Was war ich froh, meinen großen Wanderbecher und löslichen Kaffee dabei zu haben. Mittags gab es hin und wieder Saft aus gekochten Rosinen. Die Rosinen schwammen noch unten im Topf. Überraschend lecker. Zur Abwechslung gab es Sanddornsaft, der auch echt lecker war.

Bis 12:00 zum Mittagessen war „Freizeit“. Meist haben wir die Zeit zum Waschen, Klamotten-Waschen, Schreiben und Rumhängen genutzt.

Das Mittag- und Abendessen unterschied sich eigentlich nur dadurch, dass es mittags eine Vorsuppe gab und abends einen Nachtisch. Obwohl die Bedingungen, unter denen die Küche arbeiten musste, aus unserer Sicht völlig dürftig waren, haben sie es dennoch geschafft, ein vegetarisches und ein Fleischgericht anzubieten. Allerdings war man entweder immer Vegetarier oder immer Fleischesser. Also war ich immer Vegetarier.

Hier die Küche. In den grünen Säcken ist das Holz für den Ofen dahinter. Der Ofen hat eine „Platte“. Das Geschirr wird mit der Hand in Plastikschüsseln gespült. Bei schönem Wetter sitzen die Küchenleute vor der Jurte und schnibbeln das Gemüse. „Brauchwasser“ wird aus dem Fluss geholt. Trinkwasser gab es aus Flaschen.

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Im wesentlichen gab es drei Grundarten von warmem Essen: Nudeln oder Reis gemischt mit kleinen Gemüsestückchen (für die Fleischesser auch Fleischstückchen), mit Gemüse (oder eben einer Fleischmischung) gefüllte Teigtaschen, die entweder gedünstet oder in Öl ausgebacken waren. Vielleicht hört sich das eintönig an, aber es war echt lecker. Ich habe nichts vermisst. Allerdings war ich nicht immer richtig satt. Aber es gab genügend Leute, die nicht alles aufgegessen haben, sodass nach der Verteilung allen Essens doch alle mehr oder weniger satt waren. Der Nachtisch zum Abend war zweimal ein Apfel, zweimal eine Naschi-Birne und sonst süße Riegel oder auch einmal Erdnüsse. Das Essen war relativ typisch für die Mongolei (nicht für Nomaden!!!), denn ähnliche Dinge gab es auch in Ulan Bator zu essen. Insbesondere die Nudelmischung ist wohl ein mongolisches Nationalgericht.

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Nach dem Mittagessen ging dann die eigentliche Arbeit los. An den Nachmittagen wurde entweder meditiert und in Trance getrommelt oder es gab Informationen zum mongolischen Schamanismus oder auch zu speziellen Ritualen. Ein paar Nachmittage habe wir auch damit zugebracht, Elemente der Schamanenkleidung selbst herzustellen. Das war gar nicht so schwer. So hieß es Bänder für die Amulette zu flechten. Dabei wurden dann auch drei eigene Haare eingeflochten. Oder wir haben Kordeln für den Sichtschutz gedreht. Jeder Sichtschutz braucht 108 solcher Kordeln. Vielleicht habe ich dabei nicht allzu viel gelernt, aber es war doch interessant zu erfahren, wie die mongolischen Schamanen ihre Kleidung selbst herrichten.

Das Abendessen gab es um 18:00. Danach haben einige der im Camp anwesenden Schamanen schamanisiert. Wir durften dann häufig zu schauen. Allerdings durfte man in der Zeit meist nicht das Camp verlassen, weil der rote Faden nicht durchtrennt werden durfte, um störende Einflüsse draußen zu lassen. Nach Einbruch der Dunkelheit, also ab so 10:00/11:00 Uhr kam dann unsere zweite „Arbeitseinheit“. Je nachdem, was am Nachmittag so anstand, gestaltete sich der Abend. Oft waren wir in der Ritualjurte und wurden betrommelt. Allerdings wurde meist nur einmal am Tag getrommelt. Das reichte auch wirklich aus. Einmal Voll-Trance am Tag ist für mich absolut genug. Wir waren aber auch hin und wieder in der Nacht draußen. Dabei sollten wir verschiedene Dinge spüren. Ähm, das klappt ja bei mir so überhaupt nicht. Naja, trotzdem war es interessant, nachts in der Dunkelheit zu sitzen und die Natur auf sich wirken zu lassen. Die Abende/Nächte endeten gewöhnlich gegen 3:00/4:00, was uns dann so ca. 6-7 Stunden Schlaf ließ. Die hungrigen Mägen wurden nachts mit Rucksack-Inhalten gestopft. Nach den 2 Wochen gab es nichts Essbares mehr in meinem Rucksack – und ich hatte wirklich VIEL mit 😉

Wir sehen und auf dem Weg.

Let’s go.

Belana Hermine

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10 Gedanken zu “Tagesablauf und Essen im Camp

  1. Der Post ist in meiner Abwesenheit entstanden… Zum Glück hab ich ihn gelesen, er ist total interessant! Die Esskultur fremder Länder interessiert mich am meisten 🙂
    Würdest du denn irgendeines der Gerichte nachkochen oder war es unter den Umständen einfach essbar?

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