Frauen im mongolischen Schamanismus

Die Stellung der Frau ist ja in vielen Gesellschaft eine kritische Frage. Selbst in unserer westlichen Zivilisation diskutieren wir immer noch über Gleichberechtigung – und nicht nur von Frauen.

Aber schauen wir uns in etwas indigeneren Kulturen um. Da gibt es Kulturen, die Frauen nicht anfassen, wenn sie ihre Menstruation haben, weil sie meinen, dass die Frauen dann unrein sind. Im Gegensatz dazu gibt es Kulturen, in denen sich Frauen für die Tage ihrer Menstruation in einen abgelegenen „Winkel“ zurückziehen, sich dort mit ihren Gefährtinnen treffen und ganz für sich sein und auftanken können. Man spricht dann von „innerer Reinigung“. Ob das vielleicht auch nur eine positive Interpretation von Ausschluss ist? Aber die Frauen sollen sich wohl dort recht wohlgefühlt haben.

Und wie ist das nun bei den mongolischen Schamanen? Im wesentlichen können Frauen an allem mitwirken. Aber es werden immer zuerst die Männer „bedient“ – siehe beispielsweise bei der Jagd. Das ist wohl aber in der Mongolei allgemein so. Die „großen Schamanen“, von denen ich gehört habe, sind alle männlich. Aber ich habe auch einen Roman gelesen, in dem eine große Schamanin vorkommt. ABer es war halt ein Roman.

Was aber ganz übel im mongolischen Schamanismus ist, ist Blut. Das zieht wohl böse Geister an. Und damit hat frau dann also ein Problem, wenn sie ihre Menstruation hat. Sie darf sich dann an keinen rituellen Stellen mehr aufhalten. Einige Teilnehmerinnen wussten das wohl vorher und haben hormonell gegengesteuert. Einige haben wohl versucht, es sich nicht anmerken zu lassen. Schließlich haben wir ziemlich am Anfang zu sehen bekommen, wie es einer Teilnehmerin ging, die ehrlich gewesen ist.

Aber es geht ja um Blut außerhalb des Körpers. Was also, wenn man das Blut im Körper auffängt? Ein OB zählt nicht, weil er über das Strippchen ja trotzdem Blut nach außen transportiert. Ich hatte großes Glück, weil ich seit meiner ersten großen Wanderung eine MoonCup benutze. Ich musste das ganze Procedere zwar mehrfach in allen Details erklären, aber ich durfte dann an allem teilnehmen. Puuh, echt Glück gehabt. Wäre schon doof gewesen, wenn man von zwei Wochen eine außer Gefecht gesetzt ist. Ich wäre ja schon neugierig, wie die mongolischen Schamaninnen das machen. Direkt fragen ging ja leider nicht. Und über den Dolmetscher wollte ich dieses Thema dann auch nicht ansprechen. Ein nächste Mal also?

Wir sehen uns auf dem Weg.

Let’s go!

Belana Hermine

2 Gedanken zu “Frauen im mongolischen Schamanismus

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