Fertig ist anders

Nein, es geht nicht um mich. Da würde sich der Spruch ganz anders lesen 😉

Es geht darum, dass mir die MitarbeiterInnen der Stadtbibliothek gestern echt leid taten. Und das kam so.

Vor über zwei Jahren hat die Zentralstelle unserer Stadtbibliothek zugemacht. Das Gebäude sollte entkernt und komplett saniert werden. Zusammen mit einem neuen Nebengebäude sollte das Haus des Wissens entstehen, in dem dann auch die Volkshochschule untergebracht werden sollte. Wiedereröffnung sollte letztes Jahr im Herbst sein.

Derweil waren die Bestände der letzten zwei oder drei Jahre in ein paar wenigen Räumlichkeiten im Zentrum der Stadt untergebracht. Der Vorteil war, dass man deutlich schneller sehen konnte, was neu war, und dass man Bücher aus dem Archiv kostenfrei bestellen konnte. Irgendwie war es auch praktisch. Und in gewisser Weise hatten wir uns ganz gut daran gewöhnt.

Über den Sommer war aber auch diese Stelle geschlossen. Man wollte umziehen in das neue Gebäude und gestern öffnen. Naja, als Liebhaberin von Bibliotheken bin ich natürlich gleich hin. Schließlich war ich sehr gespannt, was sie aus den neuen Möglichkeiten gemacht hatten. So ganz nebenbei waren auch Bücher abzugeben.

Aber was für ein Chaos. Der komplette Außenbereich ist eine einzige Baustelle. Niemand weiß, wo er hintreten soll. Autos aus der Tiefgarage fahren auch irgendwo lang. Die Fahrer beschweren sich, wenn man ihnen vor lauter Not auf die Kühlerhaube hopst. Der Eingang ist erstmal gar nicht zu finden. Ein riesiges Plakat vor dem alten Eingang sagt, dass es jetzt neue Räumlichkeiten gibt. Aber nur ein winziger Zettel, den ich erst gar nicht gesehen habe, weist den Weg dorthin.

Der Eingangsbereich ist recht schön – großzügig und hell. Ein kleines Cafe war schon voll funktionsfähig. Na, zumindest eine kleine Insel zur Erholung.

Die Bibliothek ist jetzt über zwei Etage verteilt. Allerdings sind alle Regale knallvoll. Ich weiß gar nicht, wo noch Platz für neue Bücher sein soll. Ob dann wohl sukzessive die alten ins Archiv wandern? Ich habe mich gar nicht zurecht gefunden, denn es gab noch keine Beschriftungen. Aber irgendwann hatte ich dann einen Zettel ergattert, mit dem ich dann doch gefunden habe, was ich suchte.

Wie es scheint, wird es im Mittelbereich viel Platz zum Sitzen geben. Aber dort wurde noch gebaut. Auch die Treppe innerhalb der Bibliothek war noch gesperrt, sodass man durch das eigentliche Treppenhaus musste. Aber okay. Das wird schon noch.

Natürlich war gestern der Andrang sehr groß. Viele hatten wohl über den Sommer auch riesige Bücherstapel ausgeliehen, sodass die Rückgabeautomaten hoffnungslos überlastet waren. Es gab auch nicht sooo viele von ihnen – und Ausleihautomaten auch nicht. Da hoffe ich aber, dass, wenn sich der große neugierige Andrang gelegt hat, doch alles ausreichend dimensioniert ist.

Leid taten mir wirklich die MitarbeiterInnen. Sie hatten sich sicherlich auch auf ihre neue Bibliothek gefreut und wollten eigentlich positiv überraschte Gesichter ihrer LeserInnen sehen und viel Lob hören. Das blieb leider überwiegend aus, weil viele ziemlich genervt waren, dass das mit dem Rückgeben und Ausleihen nicht so funktionierte und dass sie nicht so recht fanden, wonach sie suchten. Wirklich schade. Ich hätte ihnen schon leuchtende LeserInnenaugen gewünscht.

Aber: Man soll den Tag ja auch nicht vor dem Abend verdammen. Die Kinderkrankheiten werden sich schon noch legen. Ich warte einfach mal ein paar Tage ab und schaue dann nochmal – hoffentlich mit dann wieder neutralem und erwartungsvollem Blick.

Wir sehen uns auf dem Weg.

Let’s go!

Belana Hermine

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