Besuch der Georgs-Kirche in Samara

Wie gestern versprochen hier ein kleiner Bericht vom Besuch der Georgs-Kirche. Ein Bild dazu gab es auch schon gestern. Hier aber trotzdem noch einmal eins, das zeigt, in welche schöne Umgebung diese Kirche gesetzt wurde.

image

Es ist eine ganz neue Kirche, die erst 2012 fertig gestellt wurde. Dabei handelt es sich auch nicht um eine wieder aufgebaute Kirche, weil die alte ggf. in der Sowjetzeit zerstört wurde. Nein, diese ist wirklich komplett neu.

Allerdings herrschen dort recht strenge orthodoxe Regeln. Neben einem Kopftuch ist für Frauen auch ein Rock angesagt. Da ich aber diesmal so völlig unvorbereitet war, hatte ich noch nicht einmal ein Kopftuch dabei :-(. Aber es liegen immer Sachen bereit, sodass wir schnell in russische Mütterchen verwandelt waren. Wer es einmal selbst probieren will: man nehme ein Kopftuch, lege es „ganz normal“ auf den Kopf. Die langen Zipfel werden dann vorn am Hals gekreuzt und nach hinten genommen, wo sie doppelt verknotet werden. Fertig.

In der Kirche sprach uns ein alter Mann an, wo wir her kämen etc. Er war akustisch schlecht zu verstehen, aber irgendwie ging es dann doch. Als also klar war, dass wir ihn verstehen können, hat er uns eine Art Führung durch die Kirche gegeben. Ich bin immer wieder beeindruckt, wie viel Wissen die russischen Menschen über ihre Kultur und Religion haben. Mir fiel es an einigen Stellen schwer, es für die Kollegin ins Englische zu übersetzen. Und irgendwie habe ich mich wohl mit meiner geringen Religiosität ge-outet und mir gleich eine Rüge eingefangen. Ja, auch das erlebe ich öfter in Russland, dass einige Menschen nur schwer verstehen, dass man nicht so sehr empfindet wie sie. Aber das tat dem Besuch keinen Abbruch.

Ich fand die Führung sehr nett und wollte dem Mann gern ein paar Rubel dafür geben. Beim Verabschieden hat er aber selbst danach gefragt. Unaufgefordert hätte ich es ihm wohl lieber gegeben. Und er war unzufrieden mit der Höhe. Nun ja, da haben wohl beide Seiten unterschiedliche Perpektiven.

Ganz zum Abschluss fragte er noch nach dem Flüchtlingsthema. Oh, oh. Da schaffe ich es kaum, die unterschiedlichen, teils sich widersprechenden Gesichtspunkte in deutsch auszudrücken. Also musste ich da in russisch erst recht passen. Er meinte dann in etwa, dass die Russen die Deutschen lieben würden. Ich meinte daraufhin – ganz ehrlichen Herzens -, dass ich Russland auch sehr lieben würde. Das zauberte ein versöhntes, zufriedenes Lächeln auf sein Gesicht.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s t!
Belana Hermine

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s