Affinität zu Russland

Ehe meine Schreibschulden noch weiter anwachsen, mache ich mich mal daran, versprochene Themen zu bearbeiten. Außerdem war heute ein anstrengender und etwas niederdrückender Tag, sodass ein relativ neutrales Thema sicher keine schlechte Idee ist.

Die Fragen des letzten „Liebster Blog-Award“, zu dem dieser Blog nominiert wurde, drehten sich ums Lesen. Und irgendwie stellte sich heraus, dass zwei meiner Lieblingsbücher aus der Kindheit russische Bücher waren. Und da ich auch sonst ja immer wieder mit Russland zu tun habe, fragte Nicole, wie es denn zu dieser Russlandaffinität gekommen wäre. Den ersten Teil will ich versuchen, heute zu beschreiben.

Wie einige ja schon wissen, bin ich im Osten Deutschlands aufgewachsen. Und da ich nicht mehr ganz jung bin, habe ich fast meine ganze Ausbildung (Schule, Lehre, Studium) zur Vorwende-Zeit absolviert. Dazu gehörte beispielsweise auch Russisch als Pflichtfach in der Schule. Normalerweise ab der 5. Klasse. In den größeren Städten gab es aber auch Klassen, die ab der 3. Klasse Russisch hatten und ein bisschen intensiver. Naja, Lernen machte mir eigentlich immer Spaß. Und so durfte/musste ich mich auch auf Russischolympiaden vorbereiten. Teil davon war, dass wir russische Bücher lasen, russische Theaterstücke (auf deutsch) ansahen, uns mit Kultur und Geographie der damaligen Sowjetunion befassten, russische Garnisionen besuchten etc. Das war alles ziemlich spannend und aufregend für mich. Und in einem Jahr – ich glaube es war nach der 6. Klasse – war ich für mehrere Wochen in einem Sommerlager mit russischen Kindern. Wir haben tolle Sachen gemeinsam erlebt. Ich habe mich mit allen prima verstanden und mich total wohl gefühlt.

Naja, und das hat wohl die Grundlage dafür gelegt, dass ich mich noch immer mit russischen Menschen sehr wohl fühle. Sie sind herzlich. Und in dieser Herzlichkeit sind sie sehr echt. Am Anfang sind sie vielleicht für unsere Augen mürrisch und lächeln nicht, aber auch das ist echt. Aber wenn man sich etwas kennengelernt hat, dann ist man von viel Wärme umgeben.

Als ich vor vielen Jahren meinen jetzigen Job angetreten habe, habe ich gehört, dass wir eine enge Kooperation mit einem Unternehmen in Russland haben. Und so beliebt war Russland unter den Kollegen nicht. Also bin ich zu unserem damaligen Chef gegangen und habe mich „angeboten“. Jemanden, der russisch sprechen konnte, konnte er nun wirklich nicht abweisen. Und so konnte ich meiner Liebe zu Russland weiterhin nachgehen. Ich habe mein Russisch wieder aufpoliert, obwohl ich grammatikalisch echt viel vergessen hatte, was ich noch immer nicht aufgeholt habe. Aber ich meine, dass ich in der praktischen Anwendung Fortschritte gemacht habe. Naja, und im Laufe der vielen Jahren konnte ich die russischen Menschen und ihre Kultur noch deutlich besser kennenlernen.

Und bevor ich völlig in Schwärmerei verfalle, soll das vorerst alles zum Thema „Russland“ gewesen sein.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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Ein Gedanke zu “Affinität zu Russland

  1. Danke für die sehr interessante Beantwortung meiner Frage! 🙂 ich hatte von (den wenigen Russen, die ich erlebt habe) eben auch den Eindruck, dass sie eher distanziert, kalt und unfreundlich seien…. Spannend, dass sich das verändert mit der Zeit..

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