Cottbus: back to the rooteststst Roots

Was soll ich sagen? Ich glaube, ich bin gerade etwas offen, emotional, empfindsam und verletzlich. Vielleicht normal bei so vielen Vergangenheitsbegegnungen? Ich hoffe trotzdem, dass es nicht zu schmalzig oder gefühlsgeladen wird.

Es ging ganz am Anfang los: am Krankenhaus. Wenn man da so steht und sich vorstellt, was sich da also um die Zeit der eigenen Geburt so abgespielt haben mag, da rieselt es schon ein bisschen den Rücken runter. Das eine oder andere hat man ja gehört. Den Rest ergänzt man durch die Erfahrung der eigenen Entbindung. Und hinter diesen Mauern spielte sich also alles ab.

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Somit war ich also schon ganz gut auf die ersten Jahre eingestimmt. Ich war dann also dort, wo ich knapp 12 Jahre lang gewohnt habe. Das Haus ist saniert, auch die Außenwohnungen haben nun einen Balkon. Wir hatten damals keinen. Aber nett sehen sie nicht wirklich aus, finde ich. Hinter dem Haus ist der Spielplatz abgebaut. Wohnen wohl keine Kinder mehr dort. Eine Familie scheint noch dort zu wohnen. Alle anderen sind wohl umgezogen. Der Kindergarten um die Ecke ist aufgelöst.

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Auch unsere Nachbarn sind umgezogen. Nicht so weit weg. Aber leider waren sie nicht zu Hause. Auch sie habe ich ewig nicht gesehen. Ich hoffe, es klappt beim nächsten Mal.

Die Grundschule steht noch und ist noch immer Grundschule. Viele der Geschäfte sind noch Geschäfte, zum Teil aber andere Geschäfte. Der Bäcker hat einen neuen Inhaber, ist aber fast noch genauso eingerichtet wie damals. Dort habe ich mir eine kleine Stärkung gegönnt.

Die Einkaufsstraße ist deutlich belebter geworden. Vieles ist saniert und verschönert. Die Buchhandlung ist immer noch eine Buchhandlung. Das hat mich sehr gefreut.

Dort, wo ich dann ab der 3. Klasse zur Schule gegangen bin, hat sich wenig verändert. Das war ja ein Gebiet, das Anfang der 1970er Jahre begonnen wurde zu bebauen. Es nannte sich Bildungszentrum. Die Schule ist nun ein Gymnasium. Die Uni hat sich viele der vormal zu anderen Ausbildungseinrichtungen gehörenden Gebäude zugeordnet.

Ganz in der Nähe habe ich dann gelebt, bis ich mit 14 Jahren in ein Internat gegangen bin.

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Die Musikschule gibt es leider nicht mehr – nichtmal mehr die Gebäude. Sie mussten einem Supermarkt und KiK weichen. Wie traurig. Ich bin 8 Jahre lamg regelmäßig dorthin – bis zu dreimal die Woche. Nach der ersten Wohnung eigentlich DER Ort mit den engsten und langfristigsten Bindung – und mit überwiegend netten Erinnerungen :-).

Und wie geht es mir nun mit all dem? Irgendwie hatte ich den Eindruck, dass zu jedem Wiedererkennen eine ungute Erinnerung auftauchte (außer zur Musikschule). Einige davon recht schmerzhaft. Allerdings hoffe ich, dass sie nun bearbeitet werden können und dann vielleicht nicht mehr so schmerzen. Und ich hoffe auch, dass damit sozusagen eine Schicht Schutt beseitigt ist, unter der nun die netten Erinnerungen auftauchen können.

Ich war mit Sicherheit nicht das letzte Mal in Cottbus.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

PS: Der Tunnel war heute Morgen von dieser Seite noch gruseliger als gestern Abend.

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4 Gedanken zu “Cottbus: back to the rooteststst Roots

  1. Ach, wie schön! Da werde ich ganz nostalgisch… Cottbus ist von meinem Heimatort nicht so weit entfernt.

    Ich weiß ja nicht, was Dir da widerfahren ist, aber ich finde es schön, dass Du inzwischen hinfahren kannst.

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    • Ja wirklich: ach, wie schön. Welches ist denn Dein Heimatort, wenn Du das so öffentlich sagen magst.
      Naja, es hat lange gedauert, bis ich hinfahren konnte. Und es war heute teilweise schwer, aber ich denke, es war ein wichtiger Schritt hin zur Verarbeitung. Ich fahre rechr optimistisch weiter.

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      • Pohlitz, ein winziges Dorf in der Nähe von Eisenhüttenstadt. Es gehört zur Großgemeinde Siehdichum. … ich würde mich dort gern mal wieder umsehen. *ggg* Aber das muss noch mindestens bis Ostern warten.

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      • Lieben Dank. Aber ich glaube, von diesem Örtchen habe ich noch nichts gehört. Aber ich versuche mal, mich schlau zu machen.
        Und ja, wenn Du das Gefühl hast, es ist an der Zeit, Dich umzuschauen, dann tue es. Ich denke, es hat überwiegend positive Effekte. Irgendwie geht es mir gerade ziemlich gut – locker und gelöst, von etwas Schwerem befreit.

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