Eine Geschichte zu Weihnachten

Ein kleiner Junge liebte es, am offenen Meer zu sitzen, dem Tosen des Windes zu lauschen, das Auf und Ab der Wellen zu beobachten, mit den Meeresbewohnern zu kommunizieren, sich den Sand durch die Finger rieseln zu lassen. Hier fühlte er sich zu Hause. Hier war er sicher und geborgen.

Eines Tages blitzte etwas auf, dort draußen im großen Meer. Er wusste nicht, was es war, und fragte seine Mutter. „Ach, da wird sich ein Sonnenstrahl im Wasser gespiegelt haben.“ Er spürte, dass es etwas Anderes sein musste, und fragte seine Oma. „Ach, da wird eine Sternschnuppe im Meer versunken sein.“ ‚Oh nein, oh nein. Dann muss ich sie retten!‘, dachte der Junge und machte sich auf den Weg.

Und obwohl der Junge das Meer über alles liebte, so hatte er riesige Angst vor dem Wasser. „Fürchte Dich nicht, ich werde die Wellen für Dich auseinanderblasen“, versprach der Wind. „Fürchte Dich nicht, wir werden Dich an den richtigen Ort tragen“, versprachen die Wellen. „Fürchte Dich nicht, wir gehen gemeinsam“, versprachen die Meeresbewohner. Nur der Sand klebte an seinen Füßen und macht ihm das Gehen schwer. Er versank immer wieder und kam nur langsam voran.

Aber der Junge ließ sich nicht von seinem Vorhaben abbringen. Er wollte die Sternschnuppe retten. Die Wellen trugen ihn, bis das blitzende Glitzern ganz hell erstrahlte. Der Wind blies die Wellen auseinander und durch den Meeresschlamm war das Leuchten  so wunderschön. Aber wie sollte er die Sternschnuppe finden? Da kamen die Fische, die Seeigel, die Spinnentiere, Krebse und Schnecken. Und alle gemeinsam schoben sie den Schlamm beiseite. Es dauerte sehr lange, weil der Schlamm tief war und immer wieder neu zäh über das Licht kroch. Aber sie ließen nicht locker, bis eines Tages eine gleißend hell glühende Muschel vor ihnen lag. Behutsam nahm der Junge sie in seine Hände. Die Meeresbewohner verschwanden, der Wind schloss die Wellen und sie trugen ihn zurück zum Ufer.

Der Junge liebte die Muschel über alles. Er trug sie immer bei sich. Er erklärte ihr seine Welt. Sie erklärt ihm ihre Welt. Und manchmal, wenn alles ganz still und leise geworden war, öffnete die Muschel ein klein wenig ihre Schalen und ließ den Jungen eine Winzigkeit in ihr Innerstes schauen. Jedes Mal öffnete sie sich ein kleines bisschen mehr. Und eines Tages tat es plötzlich einen kräftigen Knall und der Junge hielt die beiden Muschelhälften in seinen Händen. „Meine Muschel ist kaputt, meine Muschel ist kaputt!“, schrie der Junge und war gar nicht mehr zu beruhigen. Seine Oma nahm ihn in den Arm. „Sieh nur, hier ist die Sternschnuppe, die ins Meer gefallen war.“, und nahm eine zart schillernde Perle aus der Schale. Der Junge nahm sie ganz sanft in seine Hand und schloss sie fest in sein Herz ein. „Hab Dank, dass Du mich aus dem Meer, aus dem Schlamm und aus der Dunkelheit gerettet hast. Nun wirst Du mein Licht in die Welt tragen.“, strahlte die Muschel glücklich.

Genießt die Tage, gönnt Euch Zeit füreinander, liebt Euch, strahlt miteinander in die Welt.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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2 Gedanken zu “Eine Geschichte zu Weihnachten

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