Krieg im eigenen Land

Hannover Hauptbahnhof. Samstagabend gegen 19:00.

Über die gesamte Promenade verteilt Polizisten – mit Schlagstöcken, kugelsicheren Westen, schwarzen Helmen.

Ein Trupp versperrt, aufgereiht wie eine lose Perlenkette, den hinteren Ausgang. Andere Truppen stehen an allen Gleisabgängen. Mache sehen aus wie lustige Kaffeekränzchen, andere bilden Rücken an Rücken einen festen Ring oder in Reih und Glied einen undurchdringbaren Block. Auch die DB ist mit Sicherheitspersonal in blitzeblanken, neongelben Schutzwesten im Einsatz. Es stehen Absperrgitter für die Gleiszugänge bereit.

Was los ist, wird klar, als sich eine Masse grölender, schwarz gekleideter (überwiegend) Männer grün-weiße bzw. blaue Fahnen schwenkend die Treppen herunterstürmt, -lärmt, -torkelt. Da bekommt der Begriff Schlachtruf direkt eine handgreifliche Bedeutung.

Irgendwie kriegsähnliche Zustände. Nicht, dass es das erste Mal gewesen wäre, dass ich in eine solche Situationen gekommen bin. Müsste ich mich nicht langsam daran gewöhnt haben?

Vielleicht ist es gut, sich NICHT daran zu gewöhnen.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go.
Belana Hermine

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7 Gedanken zu “Krieg im eigenen Land

      • Traurig, traurig. Es war eher eine resignierte Feststellung :-(. Heißt es nicht Fußball-SPIEL? Da gibt es ein Stimmchen irgendwo in mir, das schreit: „Das muss doch auch irgendwie anders gehen.“ Es wird von den Tatsachen einfach überrollt.
        Wünsche Dir trotzdem einen schönen Sonntag mit Deinen Lieben.

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      • Ja, die Dummen suchen sich immer einen Punkt, an welchem sie ihre Aggressionen abbauen können und bei vielen ist es der Fußball. Menschen, denen es nur um den Sport geht, verhalten sich ja auch anders.

        Ich wünsche Dir auch einen schönen Sonntag, meine Liebe!

        Herzliche Grüße
        Sylvia

        Gefällt 1 Person

  1. Es ist auch für mich nicht nachvollziehbar, unverständlich eben. Die Klubs und die Polizei sollten mehr und besser zusammenarbeiten, für Unverbesserliche Stadionverbote aussprechen und durchsetzen, die Kosten des Polizeieinsatzes an die Anführer verrechnen etc.etc. Man sollte… hm, ich weiss nicht, plötzlich frage ich mich – wo diese Leute sonst all ihre Agressionen und ihren Frust abladen oder auslassen können?
    Grüess Ernst

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    • Lieben Dank für Deinen Kommentar.
      Das mit der Finanzierung ärgert mich daran auch. Aber andererseits bin ich ja froh, dass jemand aufpasst, dass nichts außer Kontrolle gerät.
      Wo lässt man sonst seine Aggressionen raus? Ist vielleicht einen eigenen Beitrag wert. Verschiedene Kulturen haben da angeblich unterschiedliche „Methoden“ (z. B. Stierkampf). Aber muss es so große Aggressionen und so großen Frust gebeb? Und wenn ja, gäbe es nicht „billigere“ Methoden des Abbaus?
      Viele Grüße
      Belana Hermine

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