Todsünde versus Tugend – Teil 5

Wollust versus Keuschheit

Hm, das scheint wieder ein etwas schwierigeres Thema zu sein. Da spielen doch viele gesellschaftliche Normen und Moralvorstellungen rein. Und auch die Generation, der jeder so angehört, wird beeinflussen, wie man sich diesem Thema so nähert.

Ich fange mal mit der Keuschheit an. Eigentlich ist das ein Begriff, den ich so im normalen Leben gar nicht benutze. Und da tue ich mich dann auch ein wenig schwer bei der Definition, was das eigentlich sein soll. Absolute Abstinenz? Nun, wenn das wirklich gemeint sein soll, dann kann ich mir nicht vorstellen, dass das wirklich eine Tugend ist. Heißt es da nicht irgendwo, man solle fruchtbar sein und sich mehren? Mit absoluter Abstinenz scheint das nicht zu funktionieren. Und wenn ich mir da so ansehe, wohin bei einigen das Zölibat führt, dann würde ich auch hier lieber auf diese Art der Keuschheit verzichten wollen.

Bei Keuschheit fällt mir ansonsten noch der Keuschheitsgürtel ein. Mir fällt ein, dass es bis vor nicht allzu langer Zeit durchaus gängige Moralvorstellung war, dass Frauen vor der Ehe keinen Geschlechtsverkehr haben durften. Auch ich bin von meinem zweiten Schwiegervater gefragt worden, ob mein Sohn vor der Ehe gezeugt wurde. Sorry, das alles hat für mich nichts mit Tugend oder Sünde zu tun. Das ist doch einfach nur blanke Machtausübung.

Und wie sieht das mit der Wollust aus? Auch da müsste ich erstmal den Versuch einer Definition vorschalten: Wollust als das Genießen von Intimität und Sexualität? In diesem Sinne kann ich daran nichts Sündenhaftes entdecken. Was wohl aber eher als das Sündenhafte gemeint ist, wenn man einfach nur Sex um des Sex‘ Willen hat, wenn man gedankenlos jeden/jede und alles ausprobiert, wenn man dabei ausschließlich auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist. Ich kann mir aber eh nicht vorstellen, wie man dabei wirklich Lust und noch dazu wohlige Lust empfinden kann, sodass das bei mir irgendwie nicht unter Wollust rangiert.

Tja, irgendwie scheine ich bei diesem Todsünde-Tugend-Paar so meine Begriffsschwierigkeiten zu haben. Dreh- und Angelpunkt scheint aber wohl die Sexualität zu sein. Das Thema ist für mich mit sehr viel Intimität und Persönlichem verbunden. Und beides geht aus meiner Sicht verloren, wenn man das Thema zu sehr breittritt.

Wir sehen und auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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