Camino 2016 – 8. Tag – ca. 25 km

Heute konnte ich endlich wieder „meine“ Berge sehen :-). Herrlicher Sonnenschein – vielleicht ein bisschen warm. Aber mit dem Wetter ist man ja nie zufrieden.

Im Moment bin ich mit einem Italiener unterwegs. Wir pilgern tagsüber getrennt, aber am Abend treffen wir uns immer in der Herberge. Ist schon interessant, dass mir das bis jetzt auf JEDEM meiner Wege passiert ist. Ich habe grundsätzlich ja nichts gegen Männer. Aber warum treffe ich nicht auch mal Frauen, mit denen ich ein paar Etappen lang die Eindrücke des Tages teilen kann? Natürlich ist es interessant zu hören, wie Männer all diese Dinge aufnehmen. Aber besser vergleichen kann ich mich doch mit einer Frau. Na, wer weiß wozu das alles gut ist. Vielleicht um zu begreifen, wie gut ich es mit MD habe? Ja, das habe ich. Und ich bin sehr dankbar darum, dass er mich meine km ziehen lässt.

Die letzte Nacht haben wir in einer Herberge verbracht, die von einem Ehepaar geführt wird. Naja, in erster Linie vom Mann. Viele Herbergen in Frankreich werden von Männern geführt, was schon ein wenig verwunderlich für mich war. Aber hier kam jetzt hinzu, dass die Frau MS in einem ziemlich fortgeschrittenen Stadium hat. Dass es das gibt, wusste ich wohl. Es mit eigenen Augen zu sehen, ist nochmal etwas ganz Anderes. Was geht wohl in jemandem vor, der weiß, was ihm bevorsteht, der weiß, dass er nichts dagegen machen kann, der aber trotzdem versucht, dem Leben das abzugewinnen, was eben noch geht. Und wie mag es dem Mann gehen, der zusehen muss, wie er seine Liebste Tag für Tag ein Stück mehr an den Tod verliert? Heute morgen hat er sie mit „Ma cherie“ begrüßt. Ich hätte heulen können. 

Baum des Tages: am Abgrund

Wir sehen uns auf dem Weg. 

Let’s go! 

Belana Hermine 

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6 Gedanken zu “Camino 2016 – 8. Tag – ca. 25 km

  1. Habe ich auf meinen Wegen auch schon festgestellt, wenn ich Männer treffe, wollen die meistens allein gehen und man trifft sich abends wieder. Spricht sich vielleicht sogar ab, wo man abends übernachtet. Mit (alleingehenden oder zu zweit gehenden) Frauen habe ich oft mehrere Tage gemeinsame Wanderungen gemacht, falls man im gleichen Tempo unterwegs war. Das war viel kommunikativer und nach mehreren Tagen des Alleingehens für mich auch wieder angenehm.

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    • Hin und wieder gehe ich gern auch eine Etappe gemeinsam – vor allem, wenn es eine sehr einsame Strecke ist. Ansonsten finde ich das Treffen in der Herberge schon toll. Naja, und irgendwie muss es passen, wenn man einen Tag lang gemeinsam durch Dick und Dünn gehen will. Aber da ist man ja ganz frei – wie’s halt gut ist.

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