Camino 2016 – 10. Tag – ca. 25 km

Hier also die Etappe von gestern. Die vom heute kommt heute Abend. 

Mannomann. Mamma mia. Heute war es ja wirklich zum Verzweifeln. Mittendrin hätte ich gern einfach alles in den Matsch geschmissen und aufgehört. Aber was hilft das? Da kommt keiner und zieht Dich wieder aus dem Matsch. Und die Entfernungen zwischen den Unterkünften sind irgendwas zwischen 20 und 30 km – nicht wie nachher in Spanien, wo fast aller 5 – 10 km eine Herberge steht. Da heißt es also Zähne zusammenbeißen und ab durch den Matsch – koste es, was es wolle. Am Ende winkt nichtmal eine kühle Cola oder ein Rotwein, denn hier gibt es in den kleinen Dörfchen einfach nix, nichts, rien, nitschewo, nada.

Und das hat sich mir heute alles in den Weg gestellt:

Matsch, Matsch, Matsch…. und noch mehr Matsch. 

Eine Kuh. 

Ein Pferd.

Viele Weidezäune.

Der Nebel hat versucht, das Ganze zu vertuschen, und hat alles in eine heimelige (unheimliche?) Atmosphäre getaucht.

Selbst der Baum des Tages: eine Barriere.

Morgen ist ein neuer Tag. Da wird alles gaaanz anders. (Die Hoffnung stirbt zuletzt.)

Anders ist schonmal, dass in dieser Herberge eine Gruppe mittelalter bis alter Spanier „eingefallen“ ist, die der Tour de France hinterher fährt. Sie sind 7 und machen das schon reichlich 30 Jahre. Morgen früh kann ich etwas Kaffee von ihnen nehmen. Die Versorgungslage sieht hier etwas bescheiden aus – und das ist geschmeichelt. Aber ich habe mir von gestern ein bisschen was mitgenommen :-). Im Angesicht dessen, was der „Koch“ der Gruppe kocht, ist das zwar nichts – der „Koch“ hat sogar aufgepasst, dass ich meine Nudeln nicht zu weich koche :-(. Und er hat einen Nachtisch mehr gemacht – für mich. Voll nett, oder? Dann kann ich morgen nicht pilgern, weil ich noch von heute Abend verdauen muss ;-).

Und natürlich gibt es auch immer die schönen Erlebnisse. Als ich die letzte Wegentscheidung getroffen hatte, habe ich wundervoll blau-schwarz glitzernde Flügel gefunden. Sie waren soooo schön! So zart, fein und zerbrechlich wie unverdorbene Kinderseelen. Da liefen dann zum zweiten Mal an diesem Tag die Tränen übers Gesicht. Allerdings weiß ich nicht, von wem die Flügel sind. Für Libellenflügel sind sie zu kurz und zu gedrungen.

Wir sehen uns auf dem Weg. 

Let’s go! 

Belana Hermine 

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