Camino 2016 – 40. Tag – ziemlich genau 40 km

Oh, oh. Das ist wohl nicht so mein Tag. Irgendwo hat jemand einige Hundertschaften Pilger auf den Weg geschüttet. Ich komme mir vor wie einst bei den Mai-Demonstrationen. Natürlich hat jeder ein Recht, hier zu sein und den Weg zu gehen. Aber die Atmosphäre hat sich schlagartig verändert. Es ist ein bisschen wie auf einem überfüllten Pausenhof. Alles schwatzt durcheinander, Handies klingeln, Musik wird abgespielt und hallt über den ganzen Weg. Nix mehr mit innerer Einkehr in aller Ruhe. Daran muss ich mich jetzt erstmal gewöhnen. Im Moment kostet es mich viel Kraft, dabei in meiner inneren Mitte zu bleiben und ehrlichen Herzens jedem zuzugestehen, der er/sie seinen/ihren individuellen Weg hat.

In der Mittagspause war die Herberge, in der ich gegessen habe, schon completo. Klar, wenn ich meinen Rucksack irgendwohin bringen lasse, dass ich dann dort auch ein Bett reserviert habe. Aber lustig sieht es dann schon aus.

Interessanterweise habe ich heute auf Anhieb ein Bett gefunden. Verstehe einer diese Mechanismen ;-).

Es gibt noch mehr Gutes zu berichten. Der Grenzstein zu Galicien war fast unbemalt. Als ich 2012 hier war, war er fast nicht zu erkennen. 

Es scheinen auch neue km-Steine aufgestellt worden zu sein. Da gibt es sogar noch die Schilder mit den km-Angaben. Irgendwie macht das ein gutes Gefühl. 

Baum des Tages: kraftvoll.

Wir sehen uns auf dem Weg. 

Let’s go! 

Belana Hermine 

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4 Gedanken zu “Camino 2016 – 40. Tag – ziemlich genau 40 km

  1. Danke für deine Berichte, die mir schön die heutige Atmosphäre des Weges zeigt. Ist das eine PILGER-Herberge mit den Koffern davor? Das soll Pilgern sein? Was ist dann der Unterschied zu einem Touristen?
    Von den neuen Kilometersteinen habe ich schon gelesen. Was mich daran belustigt, sind die km-Angaben mit 3 Stellen hinter dem Komma. 😉
    Buen camino weiterhin 🙂

    Gefällt 1 Person

    • Ja, das ist eine Herberge, allerdings schon zu Beginn des Tag completo, weil die Plätze von den Kofferbesitzern reserviert sind. Vor allem im letzten Teil des Weges nimmt die Zahl dieser Pilger zu. Tja, es hat halt jeder seinen Weg. Auch Familien, z. T. mit sehr kleinen Kindern sind unterwegs. Die gute Infrastruktur macht den Weg natürlich für Familienurlaub attraktiv.
      Ja, die genaue Meterangabe hat mich auch schmunzeln lassen 🙂

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