Camino 2016 – 47. Tag – knapp 30 km

Hier ist ein zweites Ende des Weges – Muxia. Man will sich da nicht so genau festlegen. Es gibt wie in Finisterra eine Urkunde für den zurückgelegten Weg. Und eine Reliquie haben sie auch. Am 25.12.2013 ist hier ein Blitz eingeschlagen und hat ein riesiges Feuer ausgelöst. Davon ist aber nichts mehr zu sehen.

Außerdem ist das Meer sehr felsig. Durch einige Felsen kann man hindurchkriechen. Wenn man das öfter tut, sollen immer mehr Sünden und schlechte Energien von einem abfallen. Diese Felsen heißen Schlupfsteine.

Der Tag fing wieder im dichten Nebel an. Und der wollte und wollte nicht weggehen. Die feinen Wassertröpfchen sammelten sich in den Haaten, sodass sie am Ende ganz nass waren. Laut Wegbeschreibung sollte es unterwegs genau eine Bar geben. Die habe ich vertroddelt. Das hob meine Stimmung auch nicht gerade.

Und dann erlebte ich eines der kleinen alltäglichen Wunder des Jakobswegs, die einen vielleicht auch wieder auf die größeren Wunder des Lebens hoffen lassen.

Ein Koreaner, den ich vor langer Zeit immer mal wieder getroffen hatte und der sich dann immer total freute und lachte und überrascht war (wohl, dass eine so Alte solche Strecken geht), kam mir entgegen. Er ging von Muxia nach Finisterra. Und wieder konnte er köstlich über diesen Zufall lachen. Ja, das war einer der offen gebliebenen Kontakte. Jetzt haben wir uns mit einer herzlichen Umarmung und ein paar netten Wünschen verabschiedet. Ich merkte sofort, wie es mir ein wenig besser ging.

Und dann – siehe da – tauchte etwas später eine improvisierte Bar auf. Yepeeh.

Und auch der Nebel verzog sich, sodass man die schönen Aussichten genießen konnte :-). Na, wenn das keine Wunder sind ;-).

Baum (Bäume) des Tages: Gruselwald.

Wir sehen uns auf dem Weg. 

Let’s go! 

Belana Hermine 

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2 Gedanken zu “Camino 2016 – 47. Tag – knapp 30 km

  1. Du hast ja alles ausgekostet. Alles hat ein Ende, nur die Wurst und der Jakobsweg haben zwei. Wie man’s nimmt. 😉 Mein Jakobsweg hat damals 2012 in Santiago geendet. Weil meine Füße noch nicht genug hatten, bin ich noch entspannt vier Tage weiter gewandert bis zum „Ende der Welt“, wie man früher gesagt hat. Beim Erleben des Sonnenuntergangs dort war ich dann richtig happy und zufrieden, dass ich es geschafft hatte, von zu Hause bis zum Atlantik gelaufen zu sein.
    An diesem Punkt sagte mir mein Innerstes, dass nun das Wandern zu Ende ist.

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    • Das hört sich richtig gut und stimmig an 🙂
      Zum Abschluss meines „langen“ Caminos 2012 habe ich es genauso gemacht wie in diesem Jahr. Aber es gibt natürlich nie eine Wiederholung. Wer weiß, wozu das ganze Chaos diesmal gut war. Manches erschließt sich ja auch erst hinterher.

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