Camino 2016 – Nachlese #1 – Tierische Erlebnisse

Wie versprochen, fange ich mit einer losen Sammlung von Erlebnissen und Eindrücken in einer Art Nachlesen an. Zum Teil gab es ja auch den Wunsch von einigen von Euch dazu, z. B. ob ich Erlebnisse mit Tieren gehabt hätte.

Tierische Erlebnisse

Dieses Mal hatte ich in der Tat viele Begegnungen mit Tieren. Okay, mal wieder eine Einschränkung: Hunden bin ich auf den bisherigen Wegen en mass begegnet (mein Angstthema), wogegen sich diese Begegnungen diesmal deutlich in Grenzen hielten. Die allermeisten Hunde waren hinter Zäunen oder angeleint. Einige lagen schlafend am Wegrand, nur einer lag mal mitten auf dem Weg, interessierte sich aber gar nicht für mich – bloß gut ;-). Auf einem Teil des Weges gab es ungeheuer viele Katzen. Ansonsten gab es hin und wieder mal eine Katze. Aber Hunde und Katzen sind wohl nicht so interessant, weil sie ja doch eher zu unserem täglichen Leben gehören.

Interessanter waren da schon Kühen und Schafe. An die Schafherde und die Kuh, die mal mitten auf dem Weg lag, erinnert Ihr Euch sicher noch. Eine andere Kuh schien mir eher ein wenig verwirrt zu sein. Sie kam mir auf dem Weg entgegen. Als sie vorbei war, war ich froh, dass sie vorbei war. Aber eine Weile später sah ich sie auf der anderen Seite der Schlucht auf dem Weg in meine Richtung gehen. Sie muss also wirklich eine Brücke gefunden haben, um diese Schlucht zu überwinden. Aber dieser Richtungswechsel?

Ein Foto von dem Igel, dem ich begegnet war, hatte ich ja schon eingestellt. Allerdings konnte ich es nicht lassen und musste ihm unbedingt über die Stacheln streicheln. Ich MUSSTE wissen, wie das ist. Nun, der arme Kerl fühlte sich natürlich sofort angegriffen und richtete die Stacheln auf. Das geschah mit einem hörbaren Rauschen. Es tat mir sehr leid und ich habe ihn dann auch gleich in Ruhe gelassen.

Ansonsten konnte ich viele Greifvögel beim Jagen beobachten. Einmal hat einer sogar etwas gefangen. Allerdings war es so schwer, dass er Mühe hatte, wieder wegzufliegen. Man konnte den Krafteinsatz beim Flügelschlagen tatsächlich erkennen. Entsprechend der vielen Greifvögel gab es natürlich auch viele Federn zu finden – hin und wieder in recht mysteriös erscheinenden Zufällen und an unerwarteten Plätzen. Es sind zum Teil wunderschöne Federn.

Libellen und Schmetterlinge habe ich auch viele gesehen. Beide mag ich sehr, sehr gern. Sie strahlen eine solche Leichtigkeit aus. Auch ihre Farben finde ich sehr anregend. Besonders viele Schmetterlinge gab es hinter dem Cruz de ferro. Es wird gesagt, dass Schmetterlinge dort auftauchen, wo es gute Energien gibt. Da man ja am Cruz de ferro viele Sorgen und Probleme ablegt, wäre es also nicht allzu verwunderlich, dass es danach sooo, sooo viele Schmetterlinge gab.

Leider bin ich auch vielen toten Tieren begegnet: riesengroße Krähen (größer als ich sie von zu Hause kenne), ein Igel, ein Marder, ein Fuchs, viele kleine Vögel – manche noch sehr frisch, andere ziemlich am Verwesen, wieder andere sehr vertrocknet.

Von lästigen, kleinen Plagegeistern bin ich leider nicht ganz verschont geblieben. Diesmal waren es glücklicherweise keine Bettwanzen. Normalerweise wandere ich immer in einer langen Hose und einem langärmligen Hemd. Aber am Nachmittag gehe ich dann doch kurz bekleidet durch die Gegend. Einmal war diese Gegend ein kleiner Fluss, der mir sehr gefallen hat. Ich musste durch hohes Gras gehen. Außerdem habe ich die Angewohnheit, mit den Händen durch höher stehende Gräser zu streichen. Und so kam es, wie es kommen musste. Grasmilbenstiche. Oh, das juckt so fürchterlich und scheint nie, nie, nie wieder aufzuhören. Inzwischen ist aber alles wieder gut. Dies war auch das einzige „unangenehme“ tierische Zusammentreffen.

Für all diejenigen, die es etwas spiritueller mögen: Habt Ihr schonmal einem Hund länger tief in die Augen geschaut? Es fühlt sich echt an, wie es Coelho in seinem Buch „Auf dem Jakobsweg“ beschreibt. Irre.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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2 Gedanken zu “Camino 2016 – Nachlese #1 – Tierische Erlebnisse

    • Das kann natürlich sein. Aber normalerweise bin ich ja nicht so lange draußen. Es gibt also deutlich weniger Gelegenheiten, überhaupt auf Tiere zu treffen. Die meisten waren auch auf der Straße, also eher unnatürlich gestorben. Aber schade ist es um jedes einzelne von ihnen.
      Viele Grüße
      Belana Hermine

      Gefällt 1 Person

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