Camino 2016 – 3. Fazit

Jetzt geht es weiter mit der Frage, was ich auf dem Weg gelernt habe.

Heute das 3. Fazit: Die Interaktion mit Anderen ist wie ein Spiegel, in dem Du Dich selbst erkennen kannst.

Plötzlich, in der Interaktion mit Anderen, erwiesen sich Verhaltensweisen, auf die MD zu Hause wohl schon vorbereitet ist und entsprechend „angemessen“ reagieren kann, als nicht zielführend. Vielleicht können es die folgenden zwei Beispiele ein wenig verständlicher machen als dieser krause Satz.

Meist bin ich bemüht, meinem Gegenüber nicht meinen Willen aufzudrängen. Deshalb lasse ich oft den Anderen entscheiden und schließe mich an. Naja, mit MD ist es ja meist wirklich irrelevant, was wir gemeinsam machen – Hauptsache wir machen etwas zusammen. Wenn ich nun aber auf dem Weg mit anderen Menschen ähnlich agierte, also die Anderen entscheiden ließ, dann war das Ergebnis, insbesondere bei Pilgern, die ähnlich gestrickt waren, zum Teil echt desaströs. Es entschied dann eben niemand. Z. B. wurde auf einer Etappe nicht entscheiden, wann/wo wir Pause machten, sodass wir den ganzen Tag durchliefen. Schon irre, oder? Also sollte ich doch stärker zum Ausdruck bringen, was ich will. Aber ich möchte auch niemandem meinen Willen aufdrücken – ??? :-(.

Häufig passiert es, dass MD meine Witze nicht versteht. Er meint immer, dass ich sie auf völlig ernsthafte Art und Weise vorbringe. Ich meine natürlich, dass ich es deutlich zum Ausdruck bringe, dass es ein Witz ist. Aber dem ist wohl doch nicht so. Wenn es um eine ganz offensichtliche Sache geht, z. B. ob man nach 10-15 km Wandern mal irgendwo etwas essen oder trinken geht, und der Andere fragt danach, dann ist es für mich so offensichtlich, dass man danach nicht fragen muss, dass ich dann eben eigentlich mit ironischer Meinung „nein“ sage. Tja, wenn der Andere das dann eben so ernst nimmt, wie ich es offensichtlich doch sage, dann führt das eben wieder dazu, dass es weder zu essen noch zu trinken gibt. Ich muss also üben, den ironischen Unterton deutlicher zum Ausdruck bringen.

Naja, und solcher Ereignisse gab es eben einige. Das war wirklich sehr interessant.

Was ich meine, daraus gelernt zu haben, ist Folgendes: Wenn Dinge, die ich tue, nicht nur mit einer Person (z. B. MD) zu Schwierigkeiten führt, sondern auch mit Anderen, dann muss es wohl an MEINEM Verhalten liegen. Ergo: Veränderung ist von Nöten. Natürlich muss ich das mit MD besprechen, sonst versucht er weiterhin, ausgleichend zu reagieren, und dann geht alles wieder nach hinten los ;-). Bin gespannt, ob es uns gelingen wird und zu einer reibungsfreieren Kommunikation beitragen kann :-).

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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20 Gedanken zu “Camino 2016 – 3. Fazit

      • Kommt bei mir auch darauf an, in welcher Stimmung ich gerade bin. Manchmal nehme ich einfach alles ernst und tragisch und manchmal ist alles einfach nur witzig. Tja, da kommt es wohl mal wieder auf die rechte Mischung an ;-).
        Viele Grüße
        Belana Hermine

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      • Sorry wenn ich noch was hinzufüge, bei mir spielt die sogenannte Beziehungsebene eine entscheidende Rolle ob ich Botschaft einer Person verstehe oder nicht. Auf jeden Fall ein sehr interessantes Thema wo Du da angeschnitten hast!
        Viele Grüsse und Let’s Go!

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      • Kein Problem. Du musst Dich nicht entschuldigen.
        Das kann ich gut verstehen. Bei einigen Kollegen verstehe ich deutlich milder gestimmt als bei anderen. Und dann gibt es einige, die muss ich nur sehen und das Messer springt in der Hosentasche auf ;-).
        Liebe Grüße
        Belana Hermine

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      • Ja, das ist wirklich so! Ich frage mich dann immer, „wie schaffst Du es bloss, mit diesen Leuten umzugehen ohne zu sehr unter Spannung zu kommen?“ Wenn ich nämlich erst einmal unter Spannung stehe, wird es schwierig meine Emotionen unter Kontrolle zu halten…..

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      • Üben, üben, üben ;-). Ich versuche es dann mit dem „Mantra“: „Das hat nichts mit mir zu tun“ oder schon schwieriger: „Das ändert nichts am Wert meiner Person.“ Aber da muss jeder selbst schauen, was passen könnte. Einfach was ausprobieren und schauen, was passiert.
        Liebe Grüße
        Belana Hermine

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      • Ich hatte Mantra explizit in Anführungszeichen gesetzt. Es ist kein „öffentliches“ Mantra. Es ist einfach ein Satz, der mich beruhigt, der für mich passt. Ich weiß nicht, ob es ein „offizielles“ Mantra für solche Fälle gibt :-(.
        Viele Grüße
        Belana Hermine

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  1. Ja.. das kenn ich auch. Früher habe ich immer gewartet ob jemand anders das anspricht, was ich auch meine… wenn nicht wurde ich immer saurer und dann stimmte mein Ton auch nicht mehr.
    Beim Wandern hätte ich sie total angefahren nach ner Zeit.. alle.. ich gehöre zu denen die zum Gremlin werden wenn sie Hunger und Durst haben 🙂
    Ich habe gelernt jetzt die Sachen zu besprechen.. manchmal ist es nervig für die anderen.. S ! Das regelt sich doch von alleine.. oder der Satz : Das ergibt sich schon irgendwie.. ! grrrrrrrr. nein tut es nicht. Das geht nur wenn man alleine ist.. das sich dann irgendwas irgendwie schon ergibt.
    Manchmal frage ich einfach ab.. wer von euch will heute was.. und sage meins auch.
    Ich werde zwischendurch auch mal echt gegretelt ( von gehänselt .-) ) mit doofen Bemerkungen… sind wir jetzt ne Therapiegruppe und sollen alle ihren Namen tanzen ? ist mir nicht ganz egal.. aber da merkt man oft, dass andere auch ihre Unsicherheiten haben.
    Sich auf alle anderen einzustellen und sich selbst hinten an stellen kenne ich auch. Ich finde wichtig die Wahl zu haben… will ich das gerade oder nicht…
    nur nicht überfordern…. kleine Schritte..
    sonst gibts noch Bisswunden an der Wade, weil du Hunger hast… wandern ohne Pause.. nein…das macht keinen Spass.
    Drücke dir die Daumen… das ist doch ein gutes Projekt !
    Ach so.. ironische Bemerkungen mache ich auch gern… nicht alle verstehen das.. das ist leider wie mit dem Humor…
    Gruss S.

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    • Liebe Susann,
      vielen, vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar.
      Dann können sich hier als zwei Gremlins die Hand reichen ;-). Wenn ich Hunger habe, kann ich unerträglich werden – allerdings gilt das fürs Wandern nicht immer (komisch, komisch).
      Ja, Absprachen zu treffen oder „Pläne“ auszuhandeln ist für manche sicherlich hin und wieder etwas nervig. So bei größeren Vorhaben versuche ich das aber schon. Und wenn der/die Andere eben nicht will, mache ich dann manchmal auch mein eigenes Ding. Interessant. Hier muss ich vielleicht nochmal schauen, in welchen Situationen es so und in welchen es anders ist.
      Aber ich werde auf jeden Fall dranbleiben an dem Thema. Das ist wohl sehr wichtig. Danke für Deinen Zuspruch und Dein Daumendrücken 🙂
      Liebe Grüße
      Belana Hermine
      PS: Habe mir „Göttinnen altern nicht“ schon in der Bibliothek ausgeliehen.

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