Camino 2016 – Nachlese #4 – Pilger-Typen

Pilger-Typen

In der Herberge in Sahagun, das werbetechnisch geschickt von sich behauptet, die Mitte des Weges zu kennzeichnen, gab es 4 Skulpturen, die jeweils einen Typ von Pilger symbolisieren sollten. Sie haben mich natürlich zum Nachdenken angeregt, welchem Typ ich selbst zuzuordnen wäre.

Da gab es also den Pilger, der sich auf dem mystischen Weg befindet. Ich interpretiere das mal so, dass er sich auf einem spirituellen Weg befindet und nach mystischen Begegnungen sucht. Vielleicht ein bisschen wie Paulo Coelho. Er müsste also eine starke Verbindung zur Natur haben, auch mal den Weg verlassen, Tierbegegnungen haben… Man würde ihn vielleicht auch in tiefer Meditation versunken unter einem Baum sitzend antreffen.

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Dann war da der Pilger, der sich auf seinem inneren Weg befindet. Ich denke, er möchte mehr über sich selbst erfahren bzw. zu sich selbst finden. Wahrscheinlich würde man ihm tief in Gedanken versunken begegnen. Vielleicht würde er nichtmal auf diese Begegnung reagieren, weil er so mit sich selbst beschäftigt ist und seine Umwelt weitgehend ausblendet.

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Gezeigt wurde auch ein Pilger, der sich auf dem Weg der Brüderlichkeit befindet. Er würde wahrscheinlich versuchen, jedem zu helfen, mit jedem ein paar Worte wechseln. Er würde vielleicht die belebtesten Herbergen bevorzugen, um viel mit anderen Pilgern in Kontakt zu kommen.

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Und dann gab es den Pilger, der sich auf dem Weg der Weisheit befand. Er will lernen, während er den Weg geht. Vielleicht trifft man ihn mit dem neuesten Kulturführer in der Hand oder eifrig im Internet surfend, um auch die letzten Details der Orte, der Gebäude, der Tiere, der Pflanzen, auf die er trifft, zu erfahren und zu verstehen.

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Die Frage ist nun, welchem Typ ich mich zuordnen würde. Das ist nicht ganz so einfach. Definitiv starte ich wohl immer mit dem Ziel, einen inneren Weg zu gehen. Allerdings kann es von Weg zu Weg passieren, dass die Wichtigkeit des inneren Weges zu- oder auch abnimmt. Diesmal hat sich das Gewicht deutlich zum mystischen Weg verschoben, gemischt mit einem großen Anteil Weg der Weisheit. Ich habe sehr, sehr viel gelernt dadurch, dass ich viel mit der Natur in Kontakt getreten bin und – ja – auch meditiert habe bzw. teilweise durch die Bewegung in leichte Trance gekommen bin. Tolle Erfahrungen, die ich nicht missen möchte.

Nun bin ich gespannt, worauf wohl bei einem nächsten Weg das Schwergewicht liegen wird. Ein bisschen mehr Kontakt zu anderen Pilgern auf dem Weg könnte sicher nicht schaden, ohne dass es gleich der Weg der Brüderlichkeit werden muss. Das würde mich ggf. letztlich doch überfordern.

Aber bei 4 Typen, die sich fast beliebig miteinander kombinieren lassen, würde sicher jede/r den für sie/ihn passenden Stil finden.

Wir sehen und auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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6 Gedanken zu “Camino 2016 – Nachlese #4 – Pilger-Typen

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