Camino 2016 – Nachlese #8 – Stierkampf

Ja, noch immer gehört der Stierkampf zu Spanien. Und auch in diesem Jahr bin ich einigen, wenn auch wenigen Zeugnissen davon begegnet.

In einem Ort gab es eine fest installierte Stierkampfarena. Zu der Zeit, als ich dort war, gab es aber glücklicherweise keine „Vorstellung“.

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In einem anderen Ort konnte man noch die Reste der Veranstaltung vom Wochenende sehen. Der gesamte Marktplatz war zu einer Stierkampfarena umgestaltet worden. Vor dem Rathaus gab es eine riesige Tribüne. Aber auch hier brauchte ich glücklicherweise nicht Zeugin eines derartigen Schauspiels zu werden.

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Ich weiß: Richte nicht, bevor Du Dich nicht in die Leute hineinversetzt hast.

2014 auf dem Weg gab es deutlich mehr Plätze, die für den Stierkampf vorbereitet waren. Aber auch da blieb ich glücklicherweise davon verschont. Als ich 2012 unterwegs war, war in einem kleinen Ort aber der letzte Tag solcher Festivitäten. Da dachte ich also, dass ich zumindest mal schauen muss, um herauszufinden, was die Leute zu solchen Ereignissen zieht. Ich habe es nicht lange ausgehalten. Und Abendessen brauchte ich an dem Tag auch nicht mehr. Mir taten die Jungstiere so leid, wie sie da auf dem Kopfsteinpflaster bei jedem Schritt ausgerutscht sind und sich trotzdem von den wild gewordenen Halbstarken attackieren lassen mussten. Ein völlig ungleicher Kampf. Und ein Kampf – wozu? Es war zwar keine blutige Angelegenheit, aber es hat für mich auch so schon ausgereicht. Und warum gehen die Leute dahin? Ich vermute, das kann man nur verstehen, wenn man damit aufgewachsen ist. Es ist ein riesiges Volksfest für sie, ein Grund zusammenzukommen, zu schwatzen, zu essen, zu trinken, sich zu Vergnügen. Vermutlich (ich kann ja nicht genug Spanisch, um nachzufragen) ist der eigentliche Stierkampf gar nicht das, weshalb sie hingehen. Hoffe ich jedenfalls :-(.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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16 Gedanken zu “Camino 2016 – Nachlese #8 – Stierkampf

    • Ich möchte immer wissen, was Leute antreibt, genau das genau so genau zu dieser Zeit zu tun. Es verstanden zu haben ist für mich nicht gleichbedeutend mit es gut zu heißen. Auch in meinem Wertekanon finde ich keine Rechtfertigungen für diese Stierkämpfe.

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