Weihnachtsgeschichte 2016

Mit dieser Geschichte wünsche ich Euch allen erholsame Tage im Kreise lieber Menschen, die Euch die Kraft und Zuversicht geben mögen, Euch in neue, interessante Höhen zu schwingen. Mögen immer Leben, Licht und Liebe um Euch sein.

Der Junge und seine Feder

Ein Junge ist viel und gern in der Natur. Er kennt die Pflanzen und die Tiere. Hier fühlt er sich zu Hause.

Eines Tages findet er eine wunderschöne, große Adlerfeder. An ihr kann er sich gar nicht satt sehen. Er dreht und wendet sie, er betrachtet sie immer wieder von allen Seiten. Dann hält er sie gegen das Sonnenlicht. Die Strahlen durchfluten die Feder. Fast ist es als würde die Feder in Flammen stehen.

Da zieht die Feder den Jungen in die Höhe. Er fliegt und fliegt und fliegt – hoch hinauf, immer höher. Von hier erkennt der Junge die ganze Schönheit und Liebe der Welt und ist zu Tränen gerührt. Mit den Tränen seiner Liebe tränkt er die Felder der Erde.

Plötzlich reißt ihm ein eisiger Windstoß die Feder aus der Hand. Der Junge stürzt abgrundtief ins schwarze Nichts.

Als er wieder zu sich kommt, hat er große Schmerzen. Knochen wurden gerichtet, Wunden genäht. Am größten aber sind die Schmerzen seiner Seele, weil er diese Schönheit für immer verloren glaubt. Er will nicht mehr essen. Er will nicht mehr schlafen. Und er will nie, nie wieder aufstehen, um sich mit seinen Tieren und Pflanzen zu treffen.

Da tritt eine alte Frau an sein Bett und sagt: „Steh auf und suche nach Deiner Feder.“ „Ich kann nicht“, sagt der Junge. „Du kannst“, beharrt die Frau. „Ich werde sie nicht finden. Und selbst wenn. Ich weiß gar nicht mehr, wie sie aussieht“, erklärt der Junge. „Du wirst sie erkennen, sobald Du sie gefunden hast“, erwidert die Alte. „Hauptsache, Du machst Dich auf den Weg. Steh auf und geh“, sagt die alte Frau und legt dem Jungen ihre Hände auf den Scheitel und an die Brust.

Am nächsten Tag steht der Junge auf und geht. Er geht, geht, geht – ohne Richtung, ohne Ziel. Er denkt nur an seine Feder. So viele Federn findet er, aber seine ist nicht dabei. Enttäuscht setzt er sich unter einen Baum und klagt ihm sein Leid. Ein Rauschen geht durch die Blätter des Baumes und eine wundervolle Feder schwebt dem Jungen vor die Füße.

Das ist seine Feder. Das ist ihm sofort klar. Er nimmt sie ihn die Hand, streicht sanft über sie und schließt sie ganz fest in sein Herz. In diesem Moment fallen alle seine Sorgen, Ängste und Schmerzen von ihm ab. Er wird ganz leicht und beginnt zu fliegen – vorsichtig und sanft zu Beginn, dann kraftvoller und mutiger, immer höher hinaus.

Von dort oben sieht er, wie sich die alte Frau zu einem wunderschönen Mädchen wandelt und ihm freudvoll zuwinkt. Sie breitet ihre Arme aus und mit einem paar rauschenden Flügelschlägen ist sie an seiner Seite. Nun fliegen sie gemeinsam – der neu aufgehenden Sonne entgegen.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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14 Gedanken zu “Weihnachtsgeschichte 2016

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