Rezension: Extinction

Extinction

  • von Kazuaki Takano; deutsch von  Rainer Schmidt
  • Penguin Verlag, 11. Oktober 2016, 2. Auflage
  • Taschenbuch, 560 Seiten
  • 10,00 € (D), 10,30 € (A)
  • ISBN 978-3-328-10009-6

extinction

Inhalt

Eigentlich bin ich nicht der große Thriller-Fan. Sie sind mir zu aufregend. Aber der Klappentext versprach nicht nur Aufregung, sondern auch so etwas wie Science Fiction, weshalb ich das Buch dann doch gelesen habe.

Drei Handlungsstränge wechseln sich immer wieder ab.

Da ist die Söldnergruppe, die im Kongo dafür sorgen soll, dass sich ein Virus nicht ausbreitet. Sie müssen aber feststellen, dass dies nur ein Vorwand ist.

In Japan setzt ein junger Wissenschaftler die Arbeit seine Vaters fort und entwickelt ein Medikament gegen eine Erbkrankheit.

Von Washington aus wird der Einsatz im Kongo koordiniert. Hier laufen lesetechnisch die Fäden zusammen.

Subjektive Eindrücke

Der wissenschaftliche Anteil ist interessant. Er war der Teil, der mich am Lesen gehalten hat. Der nachrichtendienstliche Anteil war weniger spannend. Hier ging es wohl in erster Linie darum aufzuzeigen, wie skrupellos und verwirrend für die Öffentlichkeit dort gearbeitet wird. Die Darstellungen der Kriegshandlungen sind schonungslos offen. Ob das für die Geschichte in diesem Ausmaß nötig gewesen wäre, bleibt zu hinterfragen.

Die Darstellung der Charaktere ist lückenhaft. Warum die Söldner plötzlich moralische Bedenken bekommen, ist mir bis zum Schluss nicht klar geworden.

Die fachlich-wissenschaftlichen Sachverhalte werden zum Teil so ausführlich dargestellt, dass ich mich manchmal gefragt habe, für wie dumm ich eigentlich gehalten werde. So wird mehrfach erwähnt, dass Kongo früher mal Zaire gewesen ist. Andererseits gibt es Passagen, in den einfach nur die Fachwörter ohne jeden Bezug genutzt werden.

Viele Beschreibungen/Erzählungen sind langatmig und zum Teil unzusammenhängend. Da steht einfach mal der Satz, dass die Männer schon 10 Tage im Urwald sind und ranzig riechen, was an dieser Stelle überhaupt nichts mit der Geschichte zu tun hatte. Andererseits fehlen plötzlich etliche Tage. Kaum zu glauben, dass im Urwald in so langer Zeit nichts Wichtiges passiert sein soll.

Normalerweise kann ich spannende Bücher nicht bis zum Ende lesen, ohne mir anzuschauen, wie es ausgeht. Hier hatte ich so um Seite 200 herum mal den kurzen Impuls, mir das Ende anzusehen. Dem konnte ich dann aber bis zum wirklichen Ende des Buches relativ leicht widerstehen.

Fazit

Das Anliegen des Buches, die Machenschaften der Geheimdienste sowie die Skrupellosigkeit gegenüber Andersartigen aufzuzeigen, hat das Buch erfüllt. Es lässt sich durchaus interessant lesen, aber spannend ist es nicht wirklich.

Ich danke dem Verlag sehr herzlich für das Rezensionsexemplar.

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12 Gedanken zu “Rezension: Extinction

    • Hin und wieder lese ich Sachen, die nicht so ganz in mein „Schema“ passen. Aus Neugier? Vielleicht hat sich mein Geschmack geändert? Trotzdem versuche ich, eine neutrale Einschätzung zu geben. Ob das immer gelingt, sei dahingestellt. Aber wenn ich bei einem Thriller nicht das Ende vorfristig lesen muss, dann stimmt irgendwas mit der Spannung nicht 😉

      Gefällt 1 Person

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