Rezension: Schnelles Denken, langsames Denken

Schnelles Denken, langsames Denken

  • von Daniel Kahnemann, aus dem Amerikanischen von Thorsten Schmidt
  • Penguin Verlag, 14. November 2016
  • Taschenbuch, 624 Seiten
  • 10,00 € (D), 10,30 € (A)
  • ISBN 978-3-328-10034-8

schnelles-denken

Inhalt

Nach und nach werden wir mit verschiedenen Akteuren vertraut gemacht, die unsere Entscheidungen beeinflussen. Da gibt es die eher spontan und automatisch agierenden und da gibt es die eher langsamer und überlegt agierenden.

Wir machen auch Bekanntschaft mit abstrakten Handelnden, die sich die Wissenschaftler gebastelt haben, um ihre Modelle verständlicher beschreiben zu können. Dazu gehören die Econs (homo oeconomicus), die – so die Theorie – ausschließlich rational und logisch konsistent entscheiden. Ihre „Gegenspieler“ sind die Humans, die ihre Entscheidungen aufgrund der gerade für den Moment verfügbaren Informationen treffen, was durchaus auch zu inkonsistenten Entscheidungen führen kann.

Das Themengebiet wird entsprechend von Wirtschaftswissenschaftlern (für Econs) und von Psychologen (für Humans) beforscht. Entsprechend breit ist die Palette der Ergebnisse, Theorien und Beispiele.

Gut nachvollziehbar und relativ leicht zu lesen fasst Kahnemann diese Befunde auf reichlich 500 Seiten zusammen. Zur Erleichterung der Orientierung gliedert er seine Ausführungen in 5 Teile. Das Ende des Buches bilden übersetzte Originalartikel von Kahnemann.

Subjektive Eindrücke

Einen Teil der Befunde kannte ich bereits. Ich habe aber auch viel Neues gefunden – Interessantes, Überraschendes, Erschreckendes. Wir sollten uns in der Tat mehr Zeit nehmen, wenn wir Entscheidungen treffen. Aber das ist anstrengend, sodass wir immer den Drang haben, doch lieber dem schnellen, automatischen System die Entscheidung zu überlassen. Wenn man sich aber einige der gezeigten Experimente verdeutlicht, dann kann einem schon das Gruseln kommen und man ist vielleicht eher geneigt, doch ein wenig mehr vom legendären „Gehirnschmalz“ einzusetzen.

Vielleicht wäre es ratsam, sich nicht vorzunehmen, das Buch in einem Zug durchzulesen. Es sind einfach so viele Informationen und auch Details, dass man ansonsten schnell an einem Overflow leiden könnte.

Fazit

Entscheidungen bestimmen unser Leben. Also sollten sie möglichst richtig ausfallen. Dieses Sammelwerk an Fallstricken beim Fällen von Entscheidungen sollte Grundlagenwerk jeder weiterführenden Ausbildung sein, damit es eine Chance hat, nach und nach in unser allgemeines Wissen und möglichst auch Handeln Einzug zu halten.

Auch wenn mir hin und wieder das Durchhalten etwas schwer gefallen ist, danke ich dem Verlag sehr herzlich für dieses interessante und wichtige Rezensionsexemplar.

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2 Gedanken zu “Rezension: Schnelles Denken, langsames Denken

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