Schreiben, schreiben, schreiben – Aufgabe 5

Die Aufgabe

Zu einem Ereignis oder einer Sache aus dem eigenen Leben sollte eine Beschreibung oder eine Erzählung geschrieben werden.

Was fiel mir schwer?

Ich habe mich schwer getan, ein Ereignis oder eine Sache auszuwählen, die aus meiner Sicht genug Stoff bot, um darüber zu schreiben.

Darüber hinaus ist mir nicht wirklich der Unterschied zwischen einer Beschreibung und einer Erzählung klar geworden. Als es dann auch noch hieß, dass, wenn man sich für eine Erzählung entscheidet, auch 50% beschreibende Elemente enthalten sein sollen, was ich vollends verwirrt.

Gern hätte ich mehr zu dem Ereignis geschrieben, z. B. auch mehr vom Umfeld beschrieben, aber es gibt immer eine vorgegebene Zeilenzahl.

In der Korrektur bekam ich einige Hinweise, was ich noch hätte ergänzen können bzw. sollen, sowie die Aussage, dass mit diesen zusätzlichen Elementen aus diesem Bericht (!) eine Erzählung geworden wäre. Also hatte ich weder eine Erzählung noch eine Beschreibung abgeliefert?

Was habe ich gelernt?

Auf jeden Fall muss ich mir angewöhnen, die handelnden Personen ausführlicher darzustellen. Da es hier ja um etwas aus meinem Leben gehen sollte, hatte ich das nicht für nötig erachtet. War wohl nicht so gut.

Ansonsten habe ich die Diskussion um Erzählung, Beschreibung und/oder Bericht vorerst zur Seite gelegt. Ich denke mal, dass man, wenn man seine eigenen Texte schreibt, schon gefühlsmäßig die richtige Form wählt. Letztlich wird man wohl immer von allem etwas in eine gute Mischung setzen. Ich hoffe, ich bin damit nicht auf dem Holzweg.

Das Ergebnis

So, und hier nun der Text nach Einarbeitung der Korrekturen. Die Betreuerin war wohl damit grundsätzlich zufrieden :-). Über ein paar Hinweise von Euch würde ich mich wieder sehr freuen.

Wer dem Blog schon länger folgt, erkennt vielleicht die Ausgangsgeschichte wieder 😉

Der Lauf meines Lebens

Da ich viel wandere und schon drei Halbmarathons in gut unter zwei Stunden gelaufen bin, habe ich mir nun einen Marathon unter vier Stunden vorgenommen.

Der Start ist nahe eines Bahnhofs, also reise ich mit dem Zug an. Ein Schritt heraus aus dem Bahnhofsgebäude katapultiert mich direkt mitten ins Gewimmel. Die Halbmarathoner starten gerade. Diese vielen Läufer zu sehen, wie sie gerade loslaufen, ihre Lieben an der Seite, die sie anfeuern wollen und ihnen letzte gute Wünsche auf den Weg mitgeben, ich selbst unter vielen Leuten, mit denen ich wahrscheinlich gleich gemeinsam starten werden, der Sonnenschein – das geht mir unter die Haut und mir laufen die Tränen. Also muss sich erst einmal wieder zu mir finden. Wo geht das besser als angelehnt an einem großen, dicken Baum? Die gibt es tatsächlich hier an diesem Bahnhof, mitten in einer Großstadt.

Bis ich starte, ist noch genug Zeit, um alles in Ruhe zu erledigen: umziehen, Kleiderbeutel abgeben, Dixi-Toiletten testen, noch einmal die Atmosphäre schnuppern und dann in den Startblock gehen. Ich bin ganz ruhig und gelöst, wenn es auch zunehmend spannender wird, weil die Startzeit naht.

Wenn man einen Marathon läuft, sollte man einen Zeitplan haben. Ein wenig kenne ich mein Laufverhalten. Ich werde viel zu schnell loslaufen, aber ich weiß, dass ich über lange Distanzen etwa 10 km/h laufen kann. Deshalb ist meine Strategie, auf der ersten Hälfte der Strecke so viel Zeit herauszulaufen, dass ich für die zweite Hälfte genug Zeit habe, um es bequem unter vier Stunden zu schaffen. Soweit der Plan.

Der Startschuss knallt. Wie erwartet, laufe ich viel zu schnell los, aber es lässt sich gut an. Ich trabe locker und ruhig vor mich hin. Also mache ich so weiter bis etwa zur Halbmarathonmarke. Hier prüfe ich, ob ich den Rest mit 10 km/h schaffen könnte. Ja, in der Tat – sogar mit etwas Puffer. Prima. So laufe ich gleich etwas lockerer weiter. Nach einer Weile merke ich, dass ich eine Blase am Fuß bekomme. Mist. Die hatte ich schon vor zwei Wochen bei meinem Probelauf. Ich dachte damals, es wären die Socken gewesen. Sie waren es wohl nicht.

Die Sonne kommt heraus, es wird wärmer und mir fällt es zunehmend schwerer, gelöst und entspannt zu laufen. An den Verpflegungsstellen trinke ich mehr Wasser als bisher und bleibe dafür sogar stehen, natürlich auch, um mich auszuruhen. Seitenstechen ist das Resultat dieses Ausbruchs aus der Laufroutine. Was ist das denn? So etwas hatte ich noch nie beim Laufen. Okay, Ruhe bewahren, tief, locker und gleichmäßig ein- und ausatmen. Es wird besser, aber los werde ich die Schmerzen bis zum Schluss nicht. Mehr und mehr bekomme ich den Eindruck, dass ich immer langsamer werde und es nicht mehr unter vier Stunden bis zum Ziel schaffen kann. Sollte sich mein schnelles Laufen vom Anfang jetzt rächen? Etwa zehn Kilometer vor dem Ziel hänge ich mich für eine halbe Stunde an ein Pärchen, das eine recht passende Geschwindigkeit läuft, und zwinge mich, an ihnen dranzubleiben. Die letzten fünf Kilometer laufen sich wieder besser. Zieht jetzt das Ziel? Zu einem Endspurt fehlt mir die Kraft. Ich versuche es trotzdem. Auf den letzten Metern zum Ziel liegt eine Matte, wie ein roter Teppich. Ich stolpere über meine eigenen Füße und falle fast hin. Das wäre es jetzt noch gewesen. So kurz vor dem Ziel! Gedanken an einen Sturz rasen durch meinen Kopf. Ich sehe mich die letzten Meter irgendwie ins Ziel robben oder meinen Schuh mit dem Chip ausziehen und ihn über die Ziellinie werfen. Hauptsache, der Chip kommt an. Aber das ist nicht nötig. Ich laufe auf zwei Füßen aus eigener Kraft über die dicke rote Linie. Sogar die Bruttozeit-Uhr zeigt unter vier Stunden an! Cool, cool, cool.

Ich lasse mir meine Medaille umhängen und für alle Fälle eine Plastikplane gegen Auskühlen geben und tauche in die Menge glücklicher Läufer ein, die am Buffet erste Laufeindrücke austauschen. Ich knabbere ein paar Apfelstückchen und eine halbe Banane. Mehr geht nicht. Selbst davon wird mir übel. Ein Becher Wasser, ein Becher Cola und zwei große Becher Reisdorfer alkoholfrei kann ich aber ohne Probleme trinken. Dann hole ich den Kleidersack und gehe zum Umziehen in den eingezäunten Bereich. Ich sehe die Duschen, aber wo ist das Umkleidezelt? Überall sehe ich nur nackte Männerhintern. Da muss ich jetzt durch.

Frisch geduscht und in sauberen Sachen gehe ich zum Läufertreff, um die Medaille mit der tollen Zeit gravieren zu lassen – die Enkel sollen ja auch etwas von diesem Tag haben.

Die Heimreise mit Zug und Straßenbahn verläuft ohne Probleme. Sogar den Sprint, um die Straßenbahn zu erreichen, schaffe ich schon wieder lässig.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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12 Gedanken zu “Schreiben, schreiben, schreiben – Aufgabe 5

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