Studium – Nachlese #5 – Aussagekraft von Prüfungen

Mit ein paar Gedanken zu Prüfungen soll dann die Nachlese zu meinem Studium zu Ende gehen. An ein Zeugnis ist nicht vor Ende Juni zu denke. Die Mühlen der deutschen, universitären Bürokratie müssen eben wohl sehr sorgfältig mahlen.

Es ist natürlich klar, dass man irgendwie den Leistungsstand von Leuten darstellen muss, damit diejenigen, die wissen wollen, ob diese Person bestimmte Aufgabenstellungen bewältigen kann, davon einen Eindruck bekommen können. Ob die Prüfungen, wie sie derzeit (noch?) an unseren Hochschulen praktiziert werden, geeignet sind, lässt sich mit Sicherheit hinterfragen. Das wird wohl aber so bleiben, bis sich etwas nachweislich Besseres, was zudem noch im Massenbetrieb praktikabel ist, gefunden hat.

Grundsätzlich denke ich, dass Prüfungen kein objektives Ergebnis liefern. Es hängt wohl viel vom Glück ab, von der aktuellen Befindlichkeit während der Prüfung, bei textuellen Prüfungen auch von der Sichtweise des Korrigierenden.

Prüfungen bilden immer nur eine Momentaufnahme. Sie sagen eigentlich nichts über den wirklichen Leistungsstand des Geprüften aus, sondern sagen lediglich, wie gut (oder schlecht) der/diejenige das geforderte Niveau (wie beschreibt man das?) erfüllt. Wenn jemand dieses Niveau gut erfüllt, heißt das ja nicht, dass er/sie ein höheres Niveau nicht auch gut erfüllen könnte. Darüber gibt die Prüfung aber keine Auskunft.

Wenn ich nun an das Psychologie-Studium an der FernUni zurückdenke, dann gab es dort bis auf ein Modul und die Bachelor-Arbeit AUSSCHLIEßLICH multiple-choice-Klausuren. Wenn man das Glück hatte, an Aufgaben aus bisher geschriebenen Klausuren zu kommen, so konnte man sich gut auf die Art der Fragestellung, die Spezifika der Fragesteller und die wichtigsten Fallstricke vorbereiten. Wenn man das getan hat, war ein Durchfallen fast nicht mehr möglich. Und das nicht, weil man dann die Fragen auswendig kannte, sondern weil man wusste, mit welchen Tricks man aufs Glatteis geführt werden sollte, und entsprechend darauf reagieren konnte. Da ich relativ stark optisch orientiert bin, hatte ich den Vorteil, dass ich zum Teil Satzstücke wiedererkannt habe und auch daraufhin entscheiden konnte, ob eine Aussage stimmen konnte oder nicht. Aber wurden hier wirklich psychologische Kenntnisse und Fertigkeiten geprüft oder nicht eher die Fähigkeit, sich mit dem Ticken der Fragesteller vertraut zu machen?

An der Stelle muss ich wirklich zugestehen, dass ich zwar Begriffe, wenn ich sie höre, zuordnen kann, aber ich bin eigentlich nicht wirklich in der Lage, selbstständig Wissen zu rekapitulieren, also einfach mal so aus dem Gedächtnis etwas über irgendwelche Konzepte zu erzählen. Allerdings zeigt die Zusammenarbeit mit einer Kollegin, die Psychologin ist, dass das Wissen durch die Anwendung in der Diskussion mit ihr, Schritt für Schritt, in den aktiven Zustand übertragen werden kann.

Also war doch nicht alles für die Katz‘ 😉 miau.

Nachlese #1 – MD ist besorgt oder Was kommt nun?

Nachlese #2 – Warum das Ganze?

Nachlese #3 – Organisatorisches

Nachlese #4 – Erfahrungen außerhalb des Stoffes

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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19 Gedanken zu “Studium – Nachlese #5 – Aussagekraft von Prüfungen

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