Rezension: JunkTown

JunkTown

  • von Matthias Oden
  • Heyne Verlag, 9. Mai 2017
  • Broschiert, 400 Seiten
  • 12,99 € (D), 13,40 € (A)
  • ISBN 978-3-453-31821-2

Inhalt

Es wird eine Zukunftsversion entworfen, die unter die Haut geht, die betroffen, deprimiert und wohl auch hoffnungslos macht.

Inspektor Cain hat in einem autoritären Staat ein Verbrechen aufzuklären und gerät dabei immer mehr in die politischen Verstrickungen ebendieses Staates. Gegen die Kontrolle und Allmacht dieses Gebildes ist kein Kraut gewachsen – oder vielleicht doch?

Im Laufe seiner Aufklärungsarbeit muss sich Inspektor Cain nicht nur mit dem Staatsapparat, sondern auch mit seiner eigenen Vergangenheit, seiner zu früh gegangenen Liebe und seiner möglichen Zukunft in diesem Regime auseinandersetzen. Keine einfache Aufgabe im Angesicht der alles erdrückenden Staatsmacht.

Die Handlung ist spannend und verleitet zum Weiterlesen, aber nicht zu spannend, dass man das Ende gar nicht mehr erwarten kann. Immer mehr zieht einen die Handlung in die Machenschaften der Gesellschaft hinein. Man hat fast das Gefühl, selbst in dieser Stadt zu leben.

Die Charaktere sind facettenreich und agieren im Rahmen ihrer Anlage logisch und auf erklärbare Art und Weise.

Der Schreibstil ist umwerfend, erdrückend und unterstützt die Handlung und die Atmosphäre in besonderer Weise.

Subjektive Eindrücke

Beim Lesen des Buches fühlte ich mich versetzt in George Orwell’s Buch „1984“ – eine ähnliche Atmosphäre, ähnliche Repressalien, ähnliche Ausweglosigkeiten – mit dem Unterschied, dass es sich hier um einen aufzuklärenden Mordfall und dort eher um eine Liebesgeschichte handelte.

Parallelen zu real existiert habenden autoritären Systemen sind sicher beabsichtigt und treffen einen, wenn man selbst unter einem solchen Regime gelebt hat, möglicherweise zusätzlich eindringlich.

Besonders ist mir die Verwendung der Sprache aufgefallen – eigentlich deshalb, weil mir das beim Lesen sonst nie so wirklich aufgefallen war. Der Einsatz der Sprache war in den bisherigen Büchern passend – in diesem Buch unterstützt der Umgang mit der Sprache die Handlung und die Atmosphäre. Ja, ich möchte gern sagen: wow, das möchte ich auch können.

Fazit

Lesen! Unbedingt! Mehr gibt es wohl als Fazit nicht zu sagen. Alle Sprachliebhaber werden zudem ihre Freude am Einsatz der Sprache als unterstützendes Mittel haben.

Ich danke dem Verlag sehr herzlich für dieses zwar bedrückt machende, aber doch auch sehr aufschlussreiche Rezensionsexemplar.

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9 Gedanken zu “Rezension: JunkTown

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