26. Tempeltag

Nein, nein, nicht weil so viele Tempel anstanden, sondern weil ich heute in einem ganz tollen Tempel schlafe. Aber dazu gleich mehr.

Heute habe ich die Grenze zwischen den Präfekturen Kochi und Ehime überschritten und damit einen neuen Teilweg, den „Weg der Erleuchtung“ betreten. Grund genug, kurz Rückschau zu halten. Auf dem letzten Wegabschnitt ging es um Disziplin. Einige Gedanken dazu, die aber eigentlich immer wieder im Thema Balance/Gleichgewicht endeten hatte ich ja schon geschrieben. Überlegt habe ich dann, wie das asketische Training dazu passen kann. Askese ist für mich eigentlich eine sehr extreme Ausprägung und hat in diesem Sinne für mich nichts mit Balance/Gleichgewicht zu tun. Wirklich asketisch lebe ich hier ja nicht – schon gar nicht die letzten beiden Nächte. Der einzige Punkt, der in eine asketische Richtung neigt, sind die Kontakte mit Menschen – eigentlich ihr Fehlen. Prinzipiell habe ich kein Problem damit, allein zu sein. Und mein Freundeskreis hält sich recht in Grenzen. Aber dies hier, zerrt ganz schön an den Nerven. Vielleicht hilft Askese dabei zu erkennen, was ein gutes Gleichgewicht für einen bedeuten könnte? In diesem Sinne schaffe ich es dann doch, Disziplin und Askese zusammenzubringen. Nun bin ich gespannt, was der dritte Wegabschnitt, der „Weg der Erleuchtung“ bringen mag.

Auf jeden Fall hat er mich heute von der Küste weg hinein in die Berge

und himmlische Waldwege entlang geführt.

Ziel war der Tempel 40, in dessen Unterkunft ich auch schlafen wollte.

Die Anlage ist total toll. Und da ich hier schlafen konnte, habe ich die Gelegenheit genutzt, auch am Abend noch ein paar Schritte auf diesem Gelände zu gehen.

Vor diesem tollen Altar durfte ich eine Weile meditieren. Dazu bekam ich eine kleine Portion Pulver in die linke Hand, die ich dann zusammen mit der rechten Hand verreiben sollte. Es wurden sogar extra zwei Kerzen und ein dickes Räucherstäbchen angezündet. Das war fast schon eine berauschende Atmosphäre zum Meditieren.

In diesem Tempel gibt es keine Schildkröten, sondern Frösche bzw. Kröten.

Unterwegs begegnen mir immer wieder blumige Farbtupfer. In gelb gefallen sie mir besonders gut.

Der Baum des Tages steht vor der Tempelunterkunft. Im Hintergrund kann man ein Stück des Eingangstores erkennen.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine 

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12 Gedanken zu “26. Tempeltag

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