30. Bewährungstag

Kleine spirituelle Krise.

Kennt Ihr das auch, dass man in einem Traum ein solch schönes, tiefes, alles umfassendes Gefühl hat, dass es einem schon weh tut? Als „Zugabe“ gab es auch noch eine Belehrung, warum ich es im realen Leben nicht erlebe. Nicht, dass es mir rational nicht klar wäre, aber es hapert einfach an der Umsetzung.

Na, jedenfalls mit diesem Schmerz, der einem fast die Luft abdrückt, ging es auf Bergtour, die ja auch ein umfangreiches Maß an Luft fordert. Außerdem war der Weg mal wieder nicht klar, auch die Lage des Ziels ging weder aus dem Buch noch aus meinem Navi hervor. Also musste ich mich auf die Ausschilderung verlassen. Die sah zum Teil so aus:

Es ging durch ewig nicht begangene Wege. Spinnen hatten ihre Netze gespannt, die sich nun um mich wickelten. Raupen ließen sich auf mich abseilen. Morast machte die Schuhe nass. Das Krächzen der Krähen hörte sich nach Gelächter an. Grillen zirpten „schneller, schneller“. Bäume legten mir ihre Äste als Fußfallen aus. Der Schweiß lief mit dem Tränen um die Wette. Der Scheiterhaufen war schon gerichtet.

Als ich endlich wieder in der Zivilisation auftauchte, traf ich direkt auf eine Frau. Ob sie wohl meinen Zustand erkannte? Jedenfalls bot sie mir eine ganze Flasche Elektrolyt-Getränk an.

Das gab einen ganz besonderen Anstoß. Bis zum Tempel war es nun nicht mehr weit, wenn auch die Bedingungen nicht besser wurden. Aber es war wie ein Erwachen aus einem Alptraum – zurück im Leben. Da musste ich die Tempelglocke doch gleich etwas kräftiger anschlagen. Solange sie hallte, stand ich unter ihr und habe die Schallwellen genossen. 

Vom Tempel gibt es leider kein Bild. Es war alles sehr neblig und dunstig. Das Gelände war aber sehr schön angelegt. Es gab kostenlosen Tee und ein kleines Knabbertütchen o-settai.

Der Rückweg ging deutlich einfacher. Hier konnte ich den Navi einfach an den Ausgangsort zurückrouten lassen. Dabei kam sogar eine kürzere und deutlich einfachere Strecke heraus.

Steht die Pilgerin an einem Scheideweg?

Passend zur Stimmung des Tages gab es ganz viele blaue Blüten.

Der Baum des Tages hat sich heute einen Compagnion gesucht. 

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine 

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4 Gedanken zu “30. Bewährungstag

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