Geben und Nehmen #4

Erster Selbstversuch

Da bedingungsloses Geben immer als eine so hohe Tugend dargestellt wird, wollte ich es doch einmal selbst an mir ausprobieren. Würde ich dazu in der Lage sein?

Eine Gelegenheit bot sich, als ich in der spirituellen Ausbildung war und jede/r nach bestimmten Federn suchte. Eine Teilnehmerin konnte nicht finden, was sie suchte. Da ich solche Federn hatte, steckte ich kurzerhand ein paar in einen Umschlag und schicke sie anonym los. In unserem Gruppenchat erzählte die Teilnehmerin von ihrem Erlebnis und wie sehr sie sich gefreut hatte. Ja, man konnte diese Freude wirklich auch über den Chat hinweg spüren. Das war toll.

Ihre Frage, wer es wohl gewesen sein könnte, ließ ich unbeantwortet.

Dann kam das nächste Treffen. Würde ich es aushalten, nicht nach den Federn zu fragen oder anderweitig Aufmerksamkeit deswegen zu erregen? Ja, es gelang mir. Allerdings fragte ich mich doch ein bisschen, ob nicht anhand der Postleitzahl klar war, woher die Sendung kam. Aber manchmal ist der Stempel ja nicht zu lesen. Umso besser.

Das Ganze ruhte und ich freute mich schon, dass es gelungen war, etwas zu schenken – einfach nur so.

In einer der nächsten Kurseinheiten sollten wir in kleineren Gruppen füreinander Reden halten, was wir toll an den jeweils Anderen finden. Der/Diejenige, um den/die es ging, durfte darauf nicht reagieren. Und da bedanke sich die Teilnehmerin für die Federn. Ein wenig war ich enttäuscht, weil ich ja dachte, dass der Test gelungen war. Ich denke aber auch, dass es für sie einfach wichtig war, sich persönlich zu bedanken.

Das Fazit?

Einerseits war es schon etwas schwer auszuhalten, nicht die Aufmerksamkeit oder Anerkennung für das Geschenkte zu bekommen, obwohl ich das eigentlich vom Kopf her gar nicht wollte. Und andererseits war deutlich zu spüren, dass es bei der Beschenkten das Bedürfnis gab, sich persönlich zu bedanken, um das Ganze „ruhigen Gewissens“ annehmen zu können.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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11 Gedanken zu “Geben und Nehmen #4

  1. Die Teilnehmerin kann ich sehr gut verstehen, ich habe immer erst dann Ruhe, wenn mir etwas geschenkt worden ist, wenn ich weiß, woher es kam, und wenn ich mich ordentlich bedanken kann. 😉
    Ich selber allerdings verschenke sehr gerne quasi anonym und bin dann sogar peinlich berührt, wenn ich auffliege, und man sich bei mir bedankt. 😉
    Herzliche Grüße!

    Gefällt 1 Person

    • Anhand dieses Beispiels habe ich mehr oder weniger „gelernt“, dass anonym schenken für den Beschenkten eher nicht so toll ist. Aber es muss immer jeder selbst schauen, wie er mit sich und den Anderen und der jeweils speziellen Situation klarkommt. Allgemeinrezepte gibt’s halt einfach nicht.

      Gefällt 1 Person

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