45. Mixtag

Mixtag, weil ich heute Wandern und Zugfahren gemixt habe. Das war nötig, um in dieser Tempelunterkunft zu schlafen und doch zwei offizielle Nebentempel, die in entgegengesetzter Richtung liegen, besuchen zu können. Dabei bin ich ein paar km mehr gewandert als gefahren und habe alles in allem eine ganz ordentliche Tagesstrecke gehabt.

Heute morgen durften wir bei der Morgenandacht dabei sein. Es ist interessant, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Rituale verschiedener Religionen zu beobachten. Danach durften wir den dunklen Gang entlanggehen. Da ein paar Witzbolde dabei waren, die das nicht ernst nehmen oder nur so mit ihrem unguten Gefühl klarkommen konnten, war es bei weitem nicht so eindrucksvoll wie gestern. Deshalb bin ich froh, dass ich es gemacht hatte.

Es gibt wohl etliche Tempel und Nebentempel, die für sich in Anspruch nehmen möchten, der Geburtsort von Kobo Daishi zu sein, u. a. auch dieser Tempel. Nun ja, es wird sich mit Sicherheit finanziell auszahlen, wenn man es nachweisen kann. Dieser Tempel weist einen uralten Baum auf, der als Beweis dafür stehen soll, dass es Kobo Daishis Geburtsort ist.

Positiv ist natürlich, dass es den Tempel zu einem lebenden Tempel macht, was ich ausgesprochen gut finde – nicht nur, weil die Pilger dann hier unternommen können 😉

Ich hatte wohl gestern schon davon gesprochen, dass morgen ein Familienfeiertag ist. Dafür wurde heute beispielsweise dieser Schrein geschmückt. Das fand ich sehr beeindruckend.

Es sind schon jetzt viele Leute mit Koffern unterwegs. Aber auch an etlichen Tempeln in der Umgebung herrscht reges Treiben. Einer der Ordnungshüter (möglicherweise ehrenamtlich; es war kein Polizist), meinte, als er mich sah, ich müsse unbedingt Tee trinken. Und schwuppdiwupp warf er etwas in den Getränkeautomaten ein, fragte nur kurz, ob dieser Tee okay wäre, und hatte eigentlich schon auf die Taste gedrückt. Da in letzter Zeit die Getränke aus dem Automaten spürbar teurer sind als bisher, war ich schon von dieser Sorte Tee auf Wasser umgestiegen. Und da kommt so ein wildfremder Mensch und zieht für mich den Tee, den ich mir seit einer Weile nicht mehr gönne. Da muss doch unbedingt etwas geradegerückt werden. Oh, oh.

Heute habe ich nur rote Blumen geknipst. Komisch, komisch. Aber das hatte ja gestern Nachmittag schon angefangen. 

Auch wenn der Baum oben durchaus den Titel Baum des Tages verdient hätte, habe ich hier noch einmal einen weiteren ausgewählt. 

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine 

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6 Gedanken zu “45. Mixtag

  1. Meine große Kraftquelle ist ein Nationalpark, da sitze ich oft auf einem Stein direkt am fließenden, rauschenden Wasser. Das erdet ungemein.
    Mittlerweile schaffe ich es auch mich in Gedanken an diesen Kraftort zu „beamen“, egal ob ich zu Hause bin oder im Büro – das entspannt.
    Seit einiger Zeit beschäftige ich mich ja mit der fernöstlichen Lebensphilosophie – Meditation, Achtsamkeit, TCM usw. – das ist Wissen, dass ja mindestens seit 2.500 Jahren existiert und von vielen Generationen erfolgreich angewendet wird.
    Da muss also mehr dahinterstecken, als das was wir Europäer vielleicht erahnen können.
    Du bist ja bereits in sehr vielen Tempeln und an heiligen Stätten gewesen.
    Merkst Du eigentlich an diesen Orten eine bestimmte Kraft, Energie bzw. sowas wie einen spirituellen Geist?
    Alles Liebe Dir und bleibe gesund,
    Chris

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    • Danke für Deine ausführlichen Schilderungen. Das ist sehr interessant. Letztlich muss jeder seinen Weg finden. Was für den einen funktioniert, muss für den anderen nicht automatisch auch klappen. Ich glaube auch, dass jeder unterschiedliche Fähigkeiten hat. Die einen sehen, die anderen hören. Wieder andere unterhalten sich regelrecht. Bei mir ist es eine Art Fühlen. Und ja, dann fühlen sich verschiedene Orte unterschiedlich an.
      Liebe Grüße Belana Hermine

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  2. Eine buddhistische Andacht würde ich auch zu gerne einmal mitverfolgen. Ob es einen japanischen Tempel mit freien Andachten in München gibt, weiß ich nicht, aber ein tibetisches Kulturzentrum befindet sich bei mir gleich gegenüber.
    ♥liche Grüße!

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    • Da lässt sich bestimmt was finden. Die einzelnen Richtungen unterscheiden sich zwar, aber für ein Reinschnuppern ist das sicherlich nicht ausschlaggebend. Ansonsten kenne ich die „Szene“ in Deutschland zu wenig, sodass ich da gar nicht weiterhelfen kann.

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