Schreiben, schreiben, schreiben – Aufgabe 12

Diesen Beitrag widme ich dem Projekt „Kinder im Aufwind“ von PPawlo. Hier geht es zu ihrer Fungrube.

Die Aufgabe

Zu schreiben war eine Geschichte von 150 Standardzeilen und ein Exposé dazu. Alles Andere konnte man frei wählen.

Was fiel mir schwer?

Tja, auch wenn ich sonst immer über eine inhaltliche Vorgabe stöhne, so maule ich heute mal, weil mir natürlich einfach so aus der Lamäng auch nichts einfällt. Irgendwann hatte ich eine Idee. Die hätte aber noch etliches an geschichtlicher/historischer Recherche erfordert bzw. war mir nicht so ganz klar, wie ich die geschichtlichen Details gut kombiniert bekommen hätte. Also musste ich auf eine zweite Idee warten. Aber als die dann da war, ging es wieder eher einfach.

Was habe ich gelernt?

Interessant fand ich, wie das Schreiben vonstatten ging. Zuerst habe ich den Anfang geschrieben. Das ging ganz einfach. Der Schluss war mir besonders wichtig, also habe ich ihn gleich nach dem Anfang geschrieben. Dann habe ich den Anfang fortgesetzt, dann wieder mehr auf das Ende hin gearbeitet. Als so etwa ein Drittel bis die Hälfte des Textes fertig war, habe ich den Mittelteil an einem Stück geschrieben. Schon witzig, oder?

Was ich nicht geschafft habe, war, vor dem Schreiben der Geschichte das Exposé oder eine Art Gliederung zu schreiben. Ich bin schon sicher, dass man für längere Sachen (z. B. einen Roman) eine Art groben Fahrplan braucht. Aber bei 150 Zeilen? Außerdem weiß ich doch vorher gar nicht, wie sich die Personen so entwickeln. Das spüre ich doch erst, wenn ich schreibe. Aber mal schauen, was die Zukunft noch so bringt.

Das Ergebnis

So, und hier nun der Text. Ganz unten steht das Exposé dazu. Über ein paar Hinweise von Euch würde ich mich wieder sehr freuen.

Zum Schutz unserer Kinder

Wie konnte sie sich nur von diesem Typen ein Kind andrehen lassen? Entsetzt starrt Magdalena auf den Schwangerschaftstest. Er kann nicht lügen. Es ist bereits der dritte. Und jeder speit ihr das gleiche erschütternde Ergebnis entgegen.

Alles lief so gut. Mark war ihr bester Freund aus der Berufsschulklasse. Auch wenn sie mit ihrem Aussehen ganz andere hätte haben können, fühlte sich Magdalena zu dem langen, schlaksigen Kerl hingezogen. Er war so ganz anders als ihr Onkel. Und jetzt saß sie da. Schwanger. Allein. Mark hatte sich direkt nach ihrer Abschlussfeier aus dem Staub gemacht. Er wollte die Welt erleben.

Magdalena liebte Mark. Okay, das Ding mit dem Sex war nicht so ihres. Mark wollte andauernd und die komischsten Sachen. Er nannte sie „meine Magd“. In solchen Situationen blitzte vor Magdalenas Augen das Gesicht ihres Onkels auf. Dann stieg sie aus ihrem Körper aus und war nur noch Beobachterin des Geschehens.

Und nun sollte sie von Mark ein Kind bekommen? War sie schon bereit dafür? Je länger sie sich mit dem Gedanken befasste, desto besser konnte sie sich vorstellen, Mutter zu sein. Ja, sie wollte für das Kleine da sein, sich um es kümmern und es liebhaben – immer und immer und immer.

Ein Jahr später ist Magdalena mit ihrer Tochter Isabell zu Hause. Es ist anstrengend für sie, ununterbrochen für die Kleine da zu sein. Manchmal wünscht sie sich mehr Zeit für sich. Aber sie will alles für ihr Töchterchen tun. Sie hat Angst Isabell nicht angemessen gerecht zu werden und strengt sich noch mehr an. Jedes Weinen von Isabell ist eine Unfähigkeitserklärung für Magdalena. Sie will, dass es Isabell gut geht.

Gerade in solchen Momenten taucht immer häufiger das Gesicht ihres Onkels vor ihr auf. Das kann sie nun gar nicht gebrauchen. Ein Glas Wein hilft. Manchmal auch zwei. Hin und wieder ein Whisky. Ja, so kann sie sich ihren Onkel vom Hals halten.

Besonders schwer fällt es Magdalena, wenn Isabell unruhig und unausgeglichen ist. Dann wird sie selbst ungeduldig, manchmal fahrig und unkonzentriert.

Eines Tages, als Isabell ungestüm auf dem Wickeltisch herumkullert, kann Magdalena sie kaum noch bändigen. Sie bemüht sich sehr, aber es will einfach nicht klappen. Durch ihr schlechtes Gewissen hindurch hört sie die Stimme ihres Onkels, der sie als lüsternes, dreckiges, unnützes Ding beschimpft. Aber sie kann nicht noch mehr trinken. Plötzlich spürt sie die warme klebrige Masse ihres Onkels in ihrem Mund. Ihr wird ganz schlecht. Sie muss sich in die Toilette übergeben. Da stürzt Isabell vom Wickeltisch und schlägt mit dem Kopf hart auf den Fliesen auf.

Für einen Moment ist es mucksmäuschenstill. ‚Isabell ist tot!‘, schießt es Magdalena durch den Kopf. Doch dann ertönt der erlösende Schrei, der in ein lang anhaltendes, ohrenbetäubendes Kreischen übergeht. Magdalena wickelt Isabell sorgfältig in ein Tuch und stürmt mit ihr ins Krankenhaus.

„Isabell Müller“, will Magdalena ihre Tochter am Empfang anmelden. Weiter kommt sie nicht.

„Was haben Sie mit Ihrem Kind gemacht?“, fährt die Empfangsschwester sie an.

„Sie ist vom Wickeltisch gefallen.“

„Ach ja? Und im Himmel ist Jahrmarkt. Glauben Sie sich das selbst – so, wie Sie aussehen?“ Die Schwester reißt Magdalena ihre Tochter aus dem Arm und hastet mit ihr in den langen Krankenhausflur.

„Wo bringen Sie Isabell hin?“, will Magdalena wissen.

„Bleiben Sie, wo Sie sind, und setzen Sie sich hin“, faucht die Schwester.

„Ich will bei meiner Tochter sein“, ruft sie ihr hinterher.

„Hinsetzen!“

Das sind die letzten Worte, die Magdalena hört. Sie setzt sich in den Warteraum. Ungeduldig wippt sie mit den Füßen, steht auf, setzt sich wieder, fährt sich mit den Händen durch die Haare.

„Frau Müller?“, hört Magdalena nach einer Ewigkeit.

Zwei Polizisten stehen neben ihr und schauen sie erwartungsvoll an. „Bitte kommen Sie mit uns mit.“

„Warum? Meine Tochter ist hier. Ich kann nicht weggehen.“

„Machen Sie jetzt keine Scherereien. Dann können wir das Ganze unauffällig über die Bühne bringen.“

Magdalena bleibt nichts anderes übrig, als sich zu fügen. Sie wird zu einem Polizeiauto geführt und zur Wache gefahren. Dort schieben die Polizisten sie in eine Zelle.

„Hier können Sie nüchtern werden. Dann sehen wir weiter.“

Plautz. Die Tür fällt ins Schloss. Magdalena ist gefangen – in diesem Raum, in ihren Gedanken. Ihr Onkel taucht auf und höhnt: „Habe ich schon immer gewusst, du lüsternes, dreckiges, unnützes Ding. Jetzt hast du auch noch deine Tochter auf dem Gewissen.“

Am Morgen nähern sich Schritte zweier Leute der Zelle. Ein Beamter öffnet die Tür, lässt eine Frau hineinblicken und fragt sie: „Frau Ines Müller, ist das Ihre Schwägerin Magdalena Müller?“

„Ja“, antwortet die Frau.

„Wieso haben Sie den gleichen Nachnamen?“, will der Polizist wissen.

„Auch wenn es Sie nichts angeht, aber Frau Müller ist nicht verheiratet“, kontert sie.

„Na, das hätte ich mir ja gleich denken können. Bei so einer …“

Ines betritt die Zelle.

„Wenn Sie Hilfe brauchen, rufen Sie. Ich warte vor der Tür“, informiert sie der Polizist.

„Das wird nicht nötig sein.“

„Na, Sie müssen es ja wissen.“ Damit schließt der Polizist die Tür mit einer gelangweilten Geste.

Ines nimmt Magdalena in den Arm. Die schluckt, will stark sein, kann aber ihre Tränen nicht zurückhalten. Dann bricht es hemmungslos aus Magdalena heraus. Es dauert lange, ehe sie sich wieder beruhigen kann.

„Magdalena, sie wollen, dass Isabell für eine Weile bei uns wohnt“, beginnt Ines das Gespräch.

„Was? Sie wollen mir Isabell wegnehmen? Warum?“ Magdalena ist verzweifelt und versteht die Welt nicht.

„Sie meinen, dass du sie misshandelst. Sie glauben dir nicht, dass sie vom Wickeltisch gefallen ist.“

„Und du? Glaubst du mir?“ In ihrem Entsetzen findet Magdalena kaum Worte.

„Es ist unerheblich, was ich glaube. Es ist deine einzige Chance. Wenn du sie nicht bei uns wohnen lässt, wollen sie Anklage gegen dich erheben. Dann kommt Isabell zuerst in ein Heim und dann, wenn sie Glück hat, zu Pflegeeltern.“

„Das, das … Nein! Das können sie doch nicht machen.“ Magdalena rinnen schon wieder die Tränen übers Gesicht.

„Doch, sie können und sie werden. Es ist deine Entscheidung.“

Schon wieder muss sich Magdalena fügen. Aber sie darf die Ausnüchterungszelle verlassen. Zerschlagen, entsetzt und traurig schleppt sie sich nach Hause. In der Nähe ihres Hauses kommt sie am Spielplatz vorbei. Offensichtlich hatte sich die Nachricht rasend schnell im Viertel verbreitet, denn Rufe schallen hinter ihr her. „Kinderschänderin.“ „Die gehört hinter Gitter.“ „Lass dich ja nicht wieder hier blicken.“

Nach ein paar Tagen entdeckt Magdalena Hasssprüche gegen sich an der Bushaltestelle, am Müllplatz, an einer Parkbank. In einem Brief droht ihr ein Unbekannter Prügel an, wenn sie nicht bald aus dieser Gegend verschwinden würde. Aber sie kann nicht wegziehen. Nur hier ist sie in Isabells Nähe. Und da will sie bleiben, um sie so oft wie möglich zu besuchen.

Wenn Magdalena zu Isabell geht, muss sie an dem Spielplatz vorbei, wo all die anderen Mütter sie nicht sehen wollen. Als sie wieder einmal auf dem Weg zu Isabell ist, entdeckt Viktoria Magdalena und fährt sie an: „Was willst du hier? Verschwinde. Wir haben dich oft genug gewarnt. Jetzt machen wir dir Beine!“ Und den anderen Frauen ruft sie zu: „Hey, lasst die uns vertreiben – zum Schutz unserer Kinder.“

Alle stürmen auf Magdalena los. Sie flieht kopflos. Da ist die große Straße. Blick nach rechts. Frei. Ein erbarmungsloser Schlag von links schleudert ihren Körper in die Luft und lässt ihn etliche Meter entfernt dumpf auf den Asphalt knallen. Er rutscht weiter, bis der Kopf an eine Laterne prallt und rechtwinklig zum Körper zerquetscht wird. Ein letztes Mal steigt Magdalena aus und ist Beobachterin der Szenerie.

Die Meute stockt für ein Sekunde, bis Viktoria den rechten Arm in die Luft streckt, das Siegeszeichen macht und schreit: „Yee, endlich sind unsere Kinder wieder sicher.“

Exposé

Magdalena, eine junge, gut aussehende, in der Kindheit sexuell missbrauchte Frau nach dem Abschluss ihrer Berufsausbildung, erwartet von Mark, ihrem weniger gut aussehenden, sexbesessenen Berufsschulklassenkameraden, ein Kind.

Unter dem Druck der Kinderbetreuung und den Flashbacks des Missbrauchs wird Magdalena alkoholabhängig.

In einem unaufmerksamen Augenblick fällt ihre Tochter Isabell vom Wickeltisch und wird schwer verletzt.

Im Krankenhaus und auf der Polizeistation geht man von Kindesmisshandlung aus, weil Magdalena alkoholabhängig ist. Magdalena muss Isabell bei ihrer Schwägerin Ines in Pflege geben.

Auch das Umfeld geht von Kindesmisshandlung aus und ächtet Magdalena. Als diese wieder einmal an einem Spielplatz vorbeikommt, jagen die anwesenden Mütter Magdalena. Diese rennt in ihrer Not auf die Straße, wo sie von einem Auto überfahren wird und auf der Stelle tot ist.

Die Mütter bejubeln die wiedergefundene Sicherheit für ihre Kinder.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

49 Gedanken zu “Schreiben, schreiben, schreiben – Aufgabe 12

  1. Die Geschichte ist spannnend und ergreifend, liebe Belana!
    Danke erst einmal, dass du dabei an das Projekt „Kinder im Aufwind“ gedacht hast.
    Ich suche noch nach dem roten Faden dazu, der zu dem „aufwindigen“ Projekt leitet und unter welchen Inhaltspunkt der Fundgrube ich es eingliedern könnte.
    Kannst du es selbst mir benennen, warum du diese Geschichte passend findest? Und wie sie Eltern und Kindern helfen könnte, in Problemlagen genug Kraft und Unterstützung zu bekommen ? Ist es einfach die Tatsache und das Bewusstsein, dass das gar nicht so einfach ist? Vielleicht auch ein genaueres Hinschaun bei Problemfällen und Hilfsbereitschaft und Integration?
    Und unter welchen Inhaltspunkt könnte ich ihn setzen? Oder welchen sollte ich noch einfügen?
    Liebe Grüße,
    Petra

    Gefällt 1 Person

    • Liebe Petra,
      danke für Deine Rückmeldung.
      Es stimmt, es geht hier nicht um Rückhalt und Unterstützung. Mir ging es um den anderen Punkt, den Du genannt hast: richtig hinsehen, nicht vorverurteilen, weil das möglicherweise noch härtere Konsequenzen für das Kind bedeuten könnte.
      Aber wahrscheinlich habe ich mich nicht ausreichend intensiv mit Deinem Projekt befasst – sorry. Ich kann den Hinweis gern rausnehmen, wenn es nicht passt. Du musst es nicht passend machen.
      Liebe Grüße
      Belana Hermine

      Gefällt 1 Person

      • Liebe Belana, ja, richtig, es gibt schon andere negative Beispiele. ich schreibe ja sogar auf der 1.Seite der Fundgrube: „Und nur, wenn wir wissen, was wir da anrichten können, sind wir auch fähig, dem Trauma vorzubeugen…“ Dazu passt deine Geschichte wunderbar! Und es passt ganz besonders, weil sich z.Zt. nicht viel im Projekt tut und ich selbst zwar noch Ideen, aber wenig Zeit dafür habe. Umso mehr danke ich dir dafür! Bitte gedulde dich noch etwas mit dem Einsetzen der Titel, weil ich erst später dazu komme. LG Petra

        Gefällt 1 Person

  2. …es gefällt mir nicht…ich muss das hier einfach mal so sagen, es ist düster und hoffnungslos, mit dem Ausblick, dass auch die Tochter der Magdalene vom selben Onkel missbraucht wird – derselbe Name(?) – und sich alles wiederholt. So schlecht kann die Welt nicht sein und so ist sie auch nicht. Deine Geschichte lässt alle positiven Möglichkeiten außen vor, nicht einmal am schecklichen Schluss gibt es jemanden, der nachdenklich oder bedauernd wird.
    Ich bin als sehr kleines Kind vom eigenen Vater vergewaltigt worden, ich kenne Depression, das Bedürfnis, sich Männern auf der Suche nach Liebe einfach hinzugeben, nicht auf sich aufpassen zu können, Selbstmordversuche, die Überheblichkeit der anderen, die Verführung von Alkohol und Drogen, usw.
    Aber so hoffnungslos ist das Leben nicht. Jeder kann seinen schlimmen Erfahrungen etwas entgegensetzen und die meisten versuchen dies auch. Überall gibt es hilfreiche Menschen, auch wenn sie vielleicht nicht sofort sichtbar sind, weil sie zurückhaltender sind und weniger aufdringlich als die Lauten.
    Das wirkliche Leben kann sehr grausam sein und doch möchte ich niemals die Hoffnung verlieren und in Deinem Text kann ich keine Hoffnung finden.

    Gefällt 3 Personen

    • Wenn Dir die Geschichte nicht gefällt, dann ist das so. Und dann kannst Du das natürlich auch so sagen.
      Aber wenn das Lesen bei Dir dazu führt, dass Dir noch einmal mehr klar geworden ist, dass es Hoffnung gibt und dass es für Dich Hoffnung gibt und dass es Dich vielleicht in dem Glauben an die Hoffnung bestärkt und Dich allgemein stärker macht, dann hat die Geschichte – so gruselig sie sein mag – doch etwas Gutes bewirkt.
      Das mit der Wiederholung verstehe ich nicht so ganz. Magdalena ist die Mutter, Isabell die Tochter. Und eigentlich sollte Ines doch zeigen, dass es Hoffnung gibt. Aber jede/r reagiert auf seine/ihre eigene Weise auf Geschichten. Und so ist es auch gut.
      In diesem Sinne lieben Dank für Deine Rückmeldung.

      Gefällt 3 Personen

      • …dann habe ich das falsch verstanden, obwohl ich es zwei Mal las, der Hinweis auf den gleichen Namen hatte ich gedeutet, die Tochter käme in die Familie des Onkels, wo sie Gefahr läuft das gleiche Schicksal zu erleiden wie ihre Mutter…aber nun wurde das ja richtiggestellt, danke…
        …und nein, ich WEIß ja, dass es Hoffnung gibt auf Grund meines eigenen Lebens, würde ich nur Deine Geschichte lesen, würde jede Hoffnung in mir erlöschen und das finde ich nicht gut…bei anderen werden sicher andere Gefühle ausgelöst, bei mir ist es aber so…
        …ich finde es auch eine der schrecklichsten Sachen, wenn Kinder, noch dazu so kleine, von ihren Müttern fortgenommen werden, damit werden beide traumatisiert, wahrscheinlich für ein Leben lang. Die Mutter kann nicht ersetzt werden, auch eine noch so liebevolle Pflege wird das nicht können…Väter betrifft das natürlich auch. Kinder sollten unter fast allen Umständen bei den Eltern bleiben, wenn die Eltern Schwierigkeiten haben, dann muss diesen geholfen werden, damit es dem Kind besser geht…denn wohl jede Mutter liebt ihr Kind, das hat die Natur so vorgegeben…nicht jeder Vater, Väter müssen diese Liebe erst erlernen wärend eines Prozesses…und das Kind will nach der Geburt, bei und mit der Mutter sein, denn es ist ja mit ihr und durch sie gewachsen, das Baby ist ein Teil der Mutter, wenn diese plötzlich weg ist, empfindet es das Kind als lebensbedrohlich…
        …ich weiß also nicht, weshalb Du diesen Text geschrieben hast, was ist das Ziel? …ich sehe keinen guten Ausblick…auf mich wirkt es nur negativ…

        Gefällt 2 Personen

      • Ach, jetzt weiß ich, was Du mit dem gleichen Namen meinst: Ines und Magdalena haben den gleich Nachnamen, weil Magdalena nicht verheiratet ist – wie „man“ es eben von „so Einer“ erwartet.
        Im Grunde ging es darum zu zeigen, was Vorverurteilung und Nicht-Handeln/Unterstützen anrichten kann. Da kann es leider kein gutes Ende geben, sonst würde man am Ende doch wieder sagen, dass ja alles nicht so schlimm ist.
        Ansonsten kannst Du, wenn Du magst, mal bei den Kommentaren von PPawlo und Sylvia Kling schauen. Da steht noch einiges mehr zum Anliegen der Geschichte.

        Gefällt 1 Person

      • …die Kommis der anderen habe ich gelesen…
        …abschließend möchte ich noch sagen, dass ich nur in die Nachrichten schauen muss, wenn ich schreckliche Geschichten lesen will…Literatur, egal in welcher Form, verstehe ich als Instrument, etwas deutlich zu machen, was so noch nicht gesehen wurde, als Erhöhung einer Aussage und das ist hier nicht geschehen…ich würde es gut finden, würde die Handlung beispielsweise(!) darauf hinauslaufen, dass die ganze Nachbarschaft einen Meuchelmord an der Mutter ausführt, ihre Wohnung, das Haus anzündet, den Straftäter Onkel vergöttert oder irgend etwas, das über den „normalen“ Hergang hinausgeht….natürlich, eine menschliche Solidarität durch eine Einsicht begründet, dass die Mutter Opfer ist, das durch ihre Umwelt allein gelassen wurde und somit diese Situation erst herbeigeführt werden konnte, wäre möglich, eine Solidarität, die es ermöglichen würde, dass das Baby bei der Mutter bleiben kann…oder irgend etwas, was konstruktiv über ein alltägliches Geschehen hinausweist…
        …so Du nur eine schreckliche Alltagsgeschichte ohne Ausblick in irgend eine Richtung aufschreibst, kann ich es nicht gut finden…

        Gefällt mir

      • Liebe TeggyTiggs,
        danke für Deine engagierten Kommentare und die Darstellung Deiner Anforderungen an Geschichten/Literatur. Es ist gut, dass es da unterschiedliche Vorstellungen gibt. Nur so kommt es überhaupt zu Diskussionen. Und wenn diese Geschichte nicht Deinen Geschmack findet, dann ist das eben so.
        Liebe Grüße
        Belana Hermine

        Gefällt 1 Person

      • …ich freue mich zu lesen, dass wir darin einer Meinung sind, nur durch unterschiedliche Sichtweisen entstehen lebendige Auseinandersetzungen. Wie langweilig wäre das Leben, würden wir alle gleich empfinden und denken…
        liebe Grüße
        TeggyTiggs

        Gefällt 1 Person

      • Prima.
        Wir sind alle Individuen, die mit ihrer ganz eigenen Art und Weise gesehen und akzeptiert werden wollen. Das macht das Leben bunt und interessant. Und wenn die grundlegende Chemie stimmt, sind kleinere und größere Windböen gut zu überstehen 🙂

        Gefällt 1 Person

  3. Liebe Belana,
    die Geschichte ist gut und Punkt.
    Warum?
    Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass es im wahren Leben eben solche Geschichten gibt – so ungern wir das wahrhaben wollen.
    Wer jemals im sozialen Bereich gearbeitet hat oder mit jungen Menschen, die auf die „schiefe Bahn“ gekommen sind, weiß das.
    Das Ende – es ist jäh, abrupt und schrecklich. Mit ihm stirbt die Hoffnung – sehnen wir uns doch immerzu nach Happy Ends.
    Doch das Leben ist nicht nur bestehend aus Happy Ends.
    Was es aufzeigt: Durch Mißbrauch/Misshandlungen oder Verwahrlosung u.a. in der Kindheit entsteht ein Kreislauf. Wird dieser nicht durchbrochen, kommt es zu solchen oder ähnlichen Begebenheiten.
    Man stelle sich auch vor, wie es dem kleinen Mädchen geht, welches nun bei Ines aufwachsen wird und nie wieder seine Mutter sieht.
    Es wird eines Tages fragen. Es wird sich „gebrannt“ fühlen.
    Es braucht viel Liebe, das Mädchen aufzufangen. Ansonsten – der Kreislauf bleibt.
    Auch die Reaktionen der Menschen in Magdalenas Umfeld sind (leider) nachvollziehbar.
    Es gab zu diesem Thema mal einen Film. Ich müsste nachsehen, wie er hieß.
    In diesem ging es um einen Mann, der gejagt wurde, weil er angeblich die Tochter seines Freundes mißbraucht hätte.
    Der Mann hatte kein Leben mehr. Das war – wenn ich nicht irre – ein verfilmter Tatsachenbericht.
    Ich finde Deine Geschichte in Ordnung (sie las sich flüssig, die Handlung war mir klar).
    Sie hat mich berührt. Sie fordert auf nachzudenken, sich über Einiges bewusst zu werden.
    Liebe Grüße
    Sylvia

    Gefällt 3 Personen

    • Liebe Sylvia,
      wow, ganz lieben Dank für Deinen schönen Kommentar und das große Lob. Ja, im Grunde hast Du gut umrissen, worum es in der Geschichte ging und was sie eigentlich bezwecken sollte. Es ist natürlich schön, wenn man merkt, dass rüberkommt, was man meint.
      Andererseits finde ich es nicht wirklich schlimm, wenn jemand eine Geschichte nicht mag. Jeder hat ja seinen eigenen Background und liest vor diesem Hintergrund eine Geschichte. Letztlich zeigt es doch aber, dass sie zum Nachdenken anregt, wie Du ja auch geschrieben hast. Und das ist toll. Punkt 😉
      Herzlichen Dank nochmal und liebe Grüße
      Belana Hermine

      Gefällt 1 Person

  4. Liebe Belana,
    Nun habe ich deinen Beitrag in der
    Fundgrube des Projekts vorgestellt und in die Inhaltsangabe eingesetzt.
    Ich freue mich sehr! Auch über die spannenden Kommentare, die deiner Geschichte folgen und die das Ganze noch mal abrunden!
    Ich nehme mal an, dass die Links dazu schon auf Freischaltung warten. Könntest du deinen Beitrag nun noch mit der Fundgrube verlinken? Lieben Dank! 🌻

    Gefällt 1 Person

  5. Ich finde das Thema der Geschichte gut und auch, wie die Protagonistin aus verschiedenen Gründen immer weiter abgleitet. Aus eigener Erfahrung (meine Mutter hat im Bereich Familienhilfe gearbeitet) weiß ich, dass so ein Schicksal nicht abwegig ist. Natürlich gibt es Hilfsmöglichkeiten, aber die muss man erstmal kennen und annehmen können.

    Gefällt 2 Personen

    • Herzlichen Dank für Dein Feedback. Ja, es gibt wohl Beispiele in beide Richtungen. Aber wenn man die Tragik unterstreichen will, muss man manchmal auch zu unbequemen Mitteln greifen. Ja, so viel Hilfsbedarf. Und Du hast völlig Recht – oft wissen wir nicht davon.
      Liebe Grüße
      Belana Hermine

      Gefällt mir

  6. Gefällt mir sehr gut. Ich finde, es ist dir gelungen, gleichzeitig ganz nah bei deiner Protagonistin zu bleiben, und trotzdem eine kühle Überblicksperspektive mitschwingen zu lassen. Gelungene Details, z. B. Viktoria macht Siegerpose.
    Was ich vermisse sind Erklärungen und Hintergründe – welche Beziehung besteht zu der Ines, da ist nichts zu fühlen. Was passiert mit dem Kind?
    Leider ist Magdalena sehr isoliert, warum?
    Eine mutige krasse Geschichte, bei der ich die unterkühlte Erzählweise interessant finde.

    Gefällt 1 Person

    • Herzlichen Dank für Deinen Kommentar und die Fragen.
      Leider ist es nur eine Kurzgeschichte und es gibt immer eine Längenvorgabe – hier 80 Standardzeilen. Da passt dann manches nicht mehr mit hinein. Das mit Ines hat mir selbst auch nicht so gut gefallen, aber mir fiel keine Lösung dazu ein, die nahtlos in die 80 Zeilen gepasst hätte. Das mit dem Kind wäre sicher sehr interessant, aber für die Geschichte fand ich es jetzt nicht sooo wichtig. Mal sehen, vielleicht mache ich daraus mal eine längere Geschichte, die dann auch stärker Magdalenas Entwicklung zeigen könnte und natürlich auch positiv ausgehen sollte.
      Warum ist Magdalena so isoliert, warum diese Kühle in der Erzählweise? Hm, ein interessanter Hinweis. Dem würde ich gern etwas mehr nachgehen. Woran machst Du die Kühle fest?

      Gefällt 1 Person

  7. Hallo,
    ja, die Kürze ist sicher ein Grund für die von mir wahrgenommene Kühle – das empfinde ich aber nicht als Mangel.
    Aufgefallen ist mir der Zeitwechsel nach dem „ein Jahr später“. Durch die Gegenwart entsteht der Eindruck unmittelbaren Geschehens, vieles wird aber (durch die vorgegebene Kürze) knapp geschildert, nicht allzu viele Adjektive und Beschreibungen, aber aus der Perspektive der Mutter.
    Plötzliches Geschehen. Die Emotionen werden nicht aufgebaut, sondern kommen plötzlich. Wie gesagt, kein Fehler, sondern gibt in meinen Augen ein authentisches Bild des psychischen Erlebens der Mutter, die selber nicht alles mitkriegt, versteht, und ausgeliefert ist.
    Die Isolation war in der Schule (in der Vergangenheitsform erzählt) noch nicht da. Ich verstehe den Zusammenhang mit dem früheren Missbrauch, der offenbar durch die GEburt des Kindes angetriggert wurde. Dass das so ist, und warum, erschließt sich mir nicht so. Der emotionale Zusammenbruch erscheint mir etwas plötzlich, weil sie sich zwar schon während der Mark-Beziehung an den Onkel unangenehm erinnert, das aber nach der Geburt des Kindes so extrem wird, dass sie nicht mehr funktioniert. Das fehlt für mich ein Hinweis, eine Verbindung zum Onkel. (wurde sie schwanger damals?)
    Ich finde die Geschichte sehr stark, gerade auch wegen der Knappheit. Interessant wäre natürlich, wie du die Geschichte ohne Zeichenbegrenzung geschrieben hättest.
    Ich könnte mir das Thema gut in einer längeren Version vorstellen.

    Gefällt 1 Person

Ich freue mich auf Deinen Kommentar. Bitte beachte aber, dass Daten gespeichert werden (siehe Datenschutzerklärung).

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.