Tchaikovsky: Die Kinder der Zeit

Die Kinder der Zeit

  • Adrian Tchaikovsky, aus dem Englischen von Birgit Herden
  • Heyne Verlag, 12. Februar 2018
  • Taschenbuch, 672 Seiten
  • 15,99 € (D), 16,50 € (A)
  • ISBN 978-3-453-31898-4

Inhalt

Äußerer und innerer Klappentext stimmen nicht ganz überein. Der innere Klappentext trifft aber den Inhalt des Buches deutlich besser als der äußere.

Mit Terraforming-Projekten versuchte die Menschheit, sich im Weltall auszubreiten. Doch das Ende der menschlichen Zivilisation hinterließ viele dieser Projekte unvollendet bzw. in undefiniertem Zustand. Eine letzte Arche macht sich auf den Weg, eine neue Heimat zu finden, und hofft, auf ein erfolgreiches Terraforming-Projekt zu stoßen.

An ihrer ersten Fundstätte werden sie harsch abgewiesen und vertrieben. Nun beginnt die Zeit, gegen sie zu arbeiten. Nächste mögliche Ziele liegen in weiter Entfernung, aber das Raumschiff weist schon erste Auflösungserscheinungen auf. An einem zweiten Ziel hat das Terraforming keine belebbare Welt hinterlassen, dafür eine alte Raumstation, die sie nun ausschlachten und zur Überholung ihres Raumschiffes nutzen können.

Die Mannschaft beschließt, dorthin zurückzukehren, von wo sie vertrieben wurden. Dort scheinen ihnen die Chancen für ein Überleben noch am besten.

Doch dort hat sich inzwischen eine Zivilisation nicht geplanter Lebewesen entwickelt, die technologisch zwar auf anderer Basis aber dennoch vergleichbar weit entwickelt sind, wie die Raumfahrer aus der fernen Vergangenheit der Erde.

Beide Zivilisationen treffen nun aufeinander und kämpfen um den Planeten.

Die Geschichte erstreckt sich über viele Jahrhunderte, ohne sich in der Zeit zu verlieren, ist spannend erzählt und wirft immer wieder grundlegende Fragen der Menschheit auf.

Subjektive Eindrücke

Die angekündigte Idee des Buches hat mich gereizt, es zu lesen. Und ich bin nicht enttäuscht worden. Die Geschichte war für mich angemessen spannend: ich wollte wissen, wie es weitergeht, ohne das Bedürfnis zu verspüren, am Ende nachzulesen.

Als Leser weiß man natürlich – im Gegensatz zu den Raumfahrern -, wie sich das Leben auf dem terrageformten Planten entwickelt. Und so kann man die aufgeworfenen Fragen unserer Zeit aus den zwei Perspektiven (neue Zivilisation versus Raumfahrer) gut nachvollziehen, wird aber nicht zu einer bestimmten Antwort gedrängt, sondern hat Raum für seine eigenen Argumente.

Achtung – halber Spoiler
Die Lösung des Konflikts ist durchaus glaubwürdig, beruht hier allerdings darauf, dass ein Virus für die nötige Einstellung sorgt. Man kann nur hoffen, dass wir es auch ohne dieses Virus schaffen, zu dieser Einsicht und dem dementsprechend tief verankerten Gefühl zu gelangen.
Ende – halber Spoiler

Fazit

Ein wunderbarer Zukunftsroman mit viel Anregung zum eigenen Nachdenken und viel Lesevergnügen.

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12 Gedanken zu “Tchaikovsky: Die Kinder der Zeit

  1. Mit Zukunftsromanen kann ich gar nix anfangen.
    Fasziniert, eigentlich mehr mit Erschrecken, habe ich allerdings z.B. „1984“ gelesen – ist irre wenn man unsere heutige Zeit/Gesellschaft mit diesem dystopischen Roman vergleicht, der ja bereits 1948(!!) geschrieben wurde.
    Das „Neusprech“, die „Hassminuten“, das „Ministerium für Wahrheit“, das „Überwachungs-Tablet an der Wand“ …

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  2. Nun, seit ich die leidliche Elefanten-SAGA vom ollen Reynolds mit ihren Generations-Holo-Schiffen verfolgte bin ich bei Generationen-Raumschiffen vorsichtig geworden hahahaha 😉

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