Ich, ich, ich

Nein, das soll kein Ego-Beitrag werden. Er soll nur einen kleinen Aspekt meiner Suche nach dem Kern von „ich“ aufzeigen.

Als kleines Kind nervte ich meine Umwelt mit Fragen wie: „Warum heißt der Tisch Tisch? Warum heißt der Stuhl Stuhl? Warum heißt das Fenster Fenster?“ Wirkliche Antworten bekam ich nicht. Meisten reagierten die Erwachsenen genervt mit: „Ist eben so.“

Und so kam es, dass ich mir in den Zeiten, in denen ich nicht nerven sollte und besser auch nicht nervte, Gedanken darüber machte, wieso ein Tisch wohl Tisch heißt. Schließlich hatte ich schon mitgekriegt, dass ein Tisch in anderen Sprachen durchaus nicht Tisch heißt. Vor meinem inneren Auge stand also da ein Tisch. Und in Gedanken sagte ich immer vor mich her: „Tisch, Tisch, Tisch….“ Irgendwann verlor der Begriff jegliche Bedeutung und die Worte kamen mir auch nicht mehr einzeln getrennt in den Kopf, sondern zogen sich mehr und mehr zusammen, bis eigentlich nur noch der „vor mir stehenden Tisch“ übrig war in seinem Wesen, das lediglich aus seiner Funktion, aus seine Mission bestand. Es war ein sehr eindringliches Erlebnis, weshalb ich es immer mal wieder mit den verschiedensten Dingen ausprobierte – jedes Mal mit demselben Ergebnis, dass der Kern, das Wesen des Gegenstands übrig blieb – ohne irgendeine Bezeichnung.

Vor einer Weile habe ich das Ganze mit „ich“ versucht. (Keine Ahnung, ob man das wirklich zur Nachahmung empfehlen sollte, aber ich würde denen, die psychisch/spirituell nicht ganz so stabil sind, empfehlen, es sich gut zu überlegen, ob es wirklich angebracht ist.)

Da saß ich also wieder da, hatte nichts vor Augen, spürte aber den Gegenstand der Aufmerksamkeit, also „ich“, und sagte immer wieder: „Ich, ich, ich…“ Im Grunde passierte genau dasselbe wie mit dem Tisch oder den anderen Gegenständen. Das Benannte, der Begriff löste sich auf – ich löste mich auf – und es blieb irgendetwas „Größeres“ übrig. Sorry, ist jetzt wohl wirr, dass etwas Größeres übrig bleibt, wenn etwas verschwindet. Aber so hat es sich angefühlt. Voll irre 😉

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

6 Gedanken zu “Ich, ich, ich

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