Shikoku 2017 – Nachlese #18

Heute: Toiletten-Kultur

Wahrscheinlich haben viele von Euch schon auf dieses Thema gewartet, schließlich hört man ja immer die unglaublichsten Dinge über die HighTech-Toiletten in Japan.

Ja, in der Tat, die gibt es. Aber es gibt auch ganz altertümliche Exemplare, wie dieses hier.

Selbst ein Plumps-Clo habe ich benutzt, hatte da allerdings gerade keinen Knipsomaten dabei.

Man braucht aber keine Sorge zu haben, dass man die Toiletten nicht versteht. Sie haben eine Beschilderung. Meist versteht man die kleinen Bildchen. Häufig gibt es englische Untertitel oder sogar eine separate Gebrauchsanleitung 😉

Man kann sich also aus unterschiedlichen Perspektiven in verschiedenen Stärken besprühen lassen. Natürlich musste ich es einmal ausprobieren. Das war dann aber auch genug. Bin an sowas einfach nicht gewöhnt.

Wichtig ist vielen Japanern wohl, Hintergrundgeräusche einzuschalten, um die eigenen Töne zu überlagern. Da bin ich eher wenig empfindlich 😉

Interessant ist auch die Möglichkeit, den Toilettendeckel per Knopfdruck öffnen oder schließen zu lassen. Einige Toiletten taten das auch ganz eigenständig. Da kommt man also in das kleine Kabäuschen rein und plötzlich klappt der Deckel auf und eine leere Schüssel glotzt einen an. Die ersten paar Male habe ich mich ganz schön erschrocken. Andererseits musste ich mich auch erst einmal daran gewöhnen, dass der Deckel auch allein wieder zugehen kann. Wenn ich also nicht schnell genug war – klapp – war die Schüssel wieder zu. Natürlich nicht, wenn man noch drauf saß. So schlau war das Teilchen dann doch.

Eigentlich gibt es viele öffentliche Toiletten. Jede Lebensmittelkette hat in ihren Läden eine, die man auch benutzen kann, wenn man nichts einkauft. Zumindest habe ich das öfter gemacht, ohne jemals angezählt worden zu sein. Getrennt wird eigentlich immer nach Männlein und Weiblein. Die Damentoiletten sind häufig auch mit BabyCare ausgestattet. So kann man sein Kind also in ein Hochstühlchen setzen, wann man sich selbst auf den Topf begibt.

Allerdings gab es in einigen Unterkünften auch Toiletten, die irgendwie geschlechtlich gemischt waren. Da kam man also in den Raum, in dem es etliche Buchten gab. Diese waren nicht beschriftet, also von Männern wie Frauen zu benutzen. Aber es gab dann auch etliche Pissoirs in diesem selben Raum. Hm, darüber grübele ich heute noch. Stellt man sich als Mann an ein solches, wenn die Gefahr (?) besteht, dass eine Frau in den Raum kommt?

Die Toiletten waren auch überwiegend alle sehr sauber und „gepflegt“. Es gab immer ausreichend Toilettenpapier. Bei einigen gab es diesbezüglich sogar ein paar zusätzliche Verhaltenshinweise:

Es ist schon interessant, dass Toiletten immer wieder ein Thema sind. Wenn wir manchmal mit unseren Kursteilnehmern auf Exkursion sind, dann gibt es IMMER Schleuder wegen der Toiletten oder wegen des Toilettenpapiers. Auch auf dem Jakobsweg ist es immer wieder eine vieldiskutierte Frage, ob Toilettenpapier in den Rucksack gehört oder nicht. Naja, es geht wohl tatsächlich um eines unserer eher dringlichen Bedürfnisse 😉 Und ich habe den Eindruck, dass die Toiletten-Kultur auch einen kleinen Einblick in die „Kultur des Landes“ erlaubt.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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8 Gedanken zu “Shikoku 2017 – Nachlese #18

  1. ich finde das sehr spannend. und ja, irgendwie sagt die „toiletten-kultur“ auch etwas über die kultur eines landes aus.
    kleines urlaubserlebnis, welches ich ganz lustig fand: auf kreta sollte man das toilettenpapier nicht in die toilette werfen … sicherlich aus entsorgungsgründen.
    toll finde/ fände ich auf öffentlichen toiletten deckel, die sich autmatisch öffnen und schließen, wegen der hygiene. (wobei die meisten bakterien sich wohl tatsächlich an den türklinken befinden ;))
    danke für den einblick und liebe grüße!

    Gefällt 1 Person

    • Ja, irgendwie mag man es ja nicht glauben. Aber es ist trotzdem so 🙂
      Das mit dem „nicht in die Toilette werfen“ kenne ich auch von einigen Lokationen, vor allem im Mittelmeer- und südlichen Raum. Man hatte uns irgendwo mal gesagt, dass einerseits die Rohre zu schmal wären und andererseits der Wasserdruck nicht ausreichen würde, um (auch) das Papier durch die Rohre zu kriegen. Auch bei unserem russischen Kooperationspartner soll das Papier in einen daneben stehenden Eimer geschmissen werden. Meist übermannt mich die Macht der Gewohnheit 😦 Andererseits ist es aber auch manchmal etwas unansehnlich. Schließlich landen dort auch alle anderen Frauenhygieneartikel nach ihrer Benutzung…
      Da bin ich dann doch immer wieder ganz froh, nach Hause zurück zu dürfen.
      Liebe Grüße
      Belana Hermine

      Gefällt 1 Person

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