Krauss: Ein Universum aus Nichts

Ein Universum aus Nichts – …und warum da trotzdem etwas ist

  • Lawrence M. Krauss, aus dem Amerikanischen von Helmut Reuter
  • Penguin Verlag, 10. April 2018
  • Taschenbuch, 256 Seiten
  • 10,00 € (D), 10,30 € (A)
  • ISBN 978-3-328-10309-7

Inhalt

Über 8 Kapitel nimmt uns Lawrence Krauss, ein renommierter Physiker, mit auf eine Reise durch die Geschichte der Entschlüsselung von Geheimnissen des Universums. Wir erfahren viel über die Art und Weise, wie Erkenntnisse über das Universum gewonnen wurden, wie sie wieder verworfen und neu aufgestellt wurden. Viele bekannte Namen der Physik und der Kosmologie begegnen uns. Wir erfahren auch, warum manche Entdeckungen ausschließlich jetzt, in dieser Zeit gemacht werden können – weder vorher gemacht werden konnten, noch später noch einmal überprüft werden können.

Die darauf folgenden drei Kapitel erläutert uns Lawrence Krauss seine Sicht, ob bzw. wie aus Nichts etwas entstanden sein kann und wo bzw. wie dort Platz für Schöpfung ist oder eben auch nicht.

Das Buch ist sehr sachlich geschrieben, aber gut verständlich. Ein paar wenige Skizzen und Diagramme versuchen ein paar Sachverhalte auch visuell zu verdeutlichen. Alles in allem ist es eher trocken, aber dabei trotzdem nicht langweilig.

Subjektive Eindrücke

Ich habe das Buch mit Freude und Interesse gelesen. Besonders interessant fand ich, dass das Buch beleuchtet, wie Erkenntnisse gewonnen wurden, dass sie teilweise aber auch revidiert werden mussten, um einem neuen Weltbild Platz zu machen, das weitergehende Erkenntnisse erst ermöglichte.

Die Darstellung, dass wir bestimmte Erkenntnisse/Beobachtungen nur jetzt machen können, fand ich extrem spannend, auch wenn sie mich etwas nachdenklich zurück lassen. Es bleibt ein wenig das Gefühl übrig, dass wir doch nur eine bestimmte Interpretation über alles legen und letztlich nicht wirklich wissen, welchen tatsächlichen Wahrheitsgehalt diese Interpretationen haben.

Andererseits wird aber auch dargestellt, dass sich theoretischen Herleitungen durch spätere Experimente und Beobachtungen bestätigen konnten. Das konnte die Zweifel und Nachdenklichkeit wieder ein wenig abmildern.

Fazit

Ein interessantes, verständlich geschriebenes Buch über den Weg zu unserem derzeitigen Wissen über das Universum. Eine definitive Leseempfehlung für diejenigen, die sich für das Thema interessieren.

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15 Gedanken zu “Krauss: Ein Universum aus Nichts

  1. Ja, liebe Belana Hermine, das ist auch genau das Thema, das mein persönliches GlaubenThema gerade umtreibt, es geht mir um die WAHRE RELIGION, die nicht missionieren braucht, weil (Du weißt die Schublade des Taoisten) jede/r früher oder später aufgeht in ein logisch und harmonisch daherkommendes natürliches System, vielerorts auch Tao genannt. Die Annahme der Ursache eines Schöpfers sehe ich dabei als ein Symptom der Lebensangst und der mangelnden Fähigkeit sich einfach einmal fallen zu lassen.
    Rein intuitiv habe ich mir dieses Buch nach einer kurzen Leseprobe auf mein Elektrisches bestellt.

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  2. … und die Astronomie-Erklärungen trainieren den Geist 😉 Alles in allem tauchen gleich zu Beginn auch meine eigenen Überlegungen auf und der Hinweis, den ich einmal in einem Forum so lasch in die Diskussion warf: „Wahrscheinlich aber wird nie ein Mensch je wissen, was wirklich ist, auch wenn sich das Weltbild laufend erneuert….“ In einem „fundamentalistischen Forum“ muss man mit derlei Aussagen vorsichtig sein, dass man nicht rausgeschmissen wird 😉 Steigert man sich zu intensiv in das Thema kann es leicht zum Wahn gereichen hahahaha

    Gefällt 1 Person

    • Ja, ich vermute auch, dass man es wohl nie „abschließend“ wissen wird. Diesbezüglich ist dann im Mittelteil auch interessant, dass wir wohl ausschließlich und ausgerechnet nur jetzt, bestimmte Beobachtungen machen können, die wir zu einer Art Wissen interpretieren. Hm, irgendwie fühlt sich das für mich an, als wäre da noch ein Haken an der Sache.

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  3. Im Grossen und Ganzen stelle ich mir als Schubladen-Taoist und nicht praktizierender Buddhist auch nicht so den Schöpfergott als Urknall-Verantwortlicher vor. Mir schwebt auch mehr ein sich rhythmisch sich änderndes Grosses-Ganzes vor, dass da ewiglich währt.

    Doch ohne irgendeine Art von Glauben, denke ich mal, kommt kein Mensch aus, und so ist mein Glauben, dass es in diesem genialen Tao mit seiner ewigen Evolution schon komisch sein muss, wenn das Bewusstsein nur an sterblich temporären Menschlein gebunden ist. Ich denke einfach, alles ist so genial, dass man einfach nur ganz buddhistisch annehmen braucht, was sich einem so darstellt, egal, was danach ist. Einfluss hat man selbst ja sowieso nicht.

    Nach der überwundenen Krebserkrankung meiner Frau Biggi vor einigen Jahren hat diese meine Einstellung und antrainierte Fähigkeit des sich Fallenlassens mir persönlich in der schweren Zeit sehr geholfen. Erst Extremsituationen schenken uns die richtige Testsituation, was dran ist an dem eigenen Glauben. Wir sind als Familie sehr gestärkt aus der Situation gegangen, ich habe die anderen in meinem trainierten Gleichmut einfach mitgezogen. Also, ohne Glauben läuft bei mir nix, und dennoch denke ich, dass das Tao auch ohne Schöpfergott auskommt.

    Und wenn jemand sagt: „was ein Quatsch !“ Dann frage ich nur „Und warum ?“ Ich denke einmal, wenn wir wirklich unsterblich sind, dann machen wir einige Zeit Ewigkeit und wenn uns das zu langweilig wird, dann machen wir eine Zeit temporäre sterbliche Wesen, alles im Rhythmus von Yin und Yang, oder warum wird uns in der ganzen Natur immer wieder der ewige Wechsel dargestellt? Der ewige Wechsel ist doch die einzige Konstante im Universum: Entstehen und Vergehen, endlos. Und wenn das Universum sich genug ausgedehnt hat, flutscht es wieder zurück und mit einem Riesenknall geht alles wieder von Neuem los, also fast schon zu lange für die menschliche Wissenschaft von der Astronomie..In dem Sinne. Einen ganz besonders ausgeglichenen Wochenbeginn.

    Und noch ein P.S. Es gibt da das Buch „Rache“ von Alastair Reynolds, auch erst einmal das erste Exemplar von hoffentlich einer Triologie, denn auch dort deutet es sich in den sogenannten Okkupationen an, dass das in eine ähnliche Richtung geht, wie ich es andenke. Also: Aufstieg der Menschheit, Erkenntnisse ohne Ende und irgendwann Pflutscht alles wieder resettet und von vorne geht es los. Wen also die Vorstellung ängstig, dass auch die Menschheit, wie wir sie kennen über kurz oder lang resettet wird, der kann das Buch ja mal lesen, ist ganz amüsant und liest sich eher wie ein Jugendbuch, aber ist ganz tolle SciFi.

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    • Das mit dem Glauben ist so eine Sache. Da muss wohl jede/r ihren/seinen Weg finden. Und zu diskutieren gibt es da ohnehin nicht viel, ohne dass es zu Streit kommt.
      Die Trilogie, die Du ansprichst, hatte ich schon gelesen und auch rezensiert. Ist im Grunde ganz nett, aber nicht so, wie Du es Dir ausgemalt hast – meine ich jedenfalls.
      Viele Grüße
      Belana Hermine

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