Eine Frage zum Sonntag

Viele Persönlichkeits- und spirituelle Ratgeber verweisen immer wieder darauf, dass man sich selbst lieben muss, um andere lieben zu können und glücklich zu werden. Die christliche Kirche kennt den Spruch: Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst. Bei manchen Mensch würde ich lieber Reißaus nehmen, wenn sie mich so lieben würden, wie sie sich selbst lieben.

Andererseits gibt es genügend Beispiele über Leute, die sich zu sehr selbst lieben. Die Geschichte von Narziss ist wohl den meisten bekannt. Nicht umsonst kennt die Psychologie den Begriff de Narzissmus, der ab einem bestimmten Ausmaß als Krankheit eingestuft wird.

Aber wo ist das rechte Maß zwischen angemessener Selbstliebe und unguter Selbstverliebtheit?

Bekommt man das selbst mit, wenn man von einer eher guten Form der Selbstliebe und überzogene Selbstverliebtheit stolpert? Wie fängt man es an, sich selbst genug zu lieben, wenn man das nie gelernt hat? Passen vielleicht Menschen des gleichen Grades an Selbstliebe bzw. Selbstverliebtheit besser zusammen als Menschen, die sich diesbezüglich unterscheiden?

Manchmal wird ja auch von Gesellschaft oder Generationen von Egoisten oder Narzissten gesprochen. Welche Auswirkungen hat es auf eine Gesellschaft, wenn es zu viele (krankhafte) Narzissten gibt? Hat es auch Auswirkungen und wenn ja welche, wenn es mehrheitlich Menschen gibt, die sich selbst nicht ausreichend lieben?

Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr mir ein bisschen verratet, was Euch zu diesem Thema durch den Kopf geht.

Und damit wünsche ich Euch einen verliebten Sonntag.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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20 Gedanken zu “Eine Frage zum Sonntag

  1. Sofort fiel mir dazu ein, dass der Neurologe, der mich viele Jahre im Krankenhaus behandelte wegen der Multiplen Sklerose, der auch die Diagnose damals getroffen hatte, mir einmal sagte: „Legen Sie sich einen GESUNDEN EGOISMUS zu.“ Damit meinte er, man solle gut auf sich Acht geben, nicht immer nur auf andere.

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    • Danke für Deinen Kommentar. Ich kann mir gut vorstellen, dass das noch einmal besonders schwierig ist, wenn man mit Vielem auf die Unterstützung Anderer angewiesen ist und man diese Menschen ja auch nicht ausnutzen will. Aber ich denke, man darf das dann ganz einfach, weil es ja eben gar kein Ausnutzen ist.
      Halt die Ohren steif und verliere weder den gesunden Egoismus noch einen gesunden Optimismus.

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  2. Eine sehr gute (Sonntags)Frage! Danke dir!
    Also ich denke, dass man Egoismus in bestimmten Grenzen auch anerziehen kann, bzw. anerzogen bekommt. Ob es einen „gesunden Egoismus“ dem Worte nach gibt, bezweifle ich. Jedenfalls ist der Begriff „Egoismus“ seit jeher negativ besetzt, und wird – so jedenfalls meine Feststellung – nicht (mehr) als „Achtsamkeit gegenüber sich selbst“ verstanden.
    Diese betreibt wer (über)leben will sowieso. Mir scheint „Egoismus“ mittlerweile eher auszusagen, dass man sich gegenüber anderen abgrenzt/ abgrenzen soll?
    Täuscht es mich, oder ist dieser Begriff just in dem Zeitraum in Deutschland bekannt geworden, als sich beide deutsche Staaten vereinigten, und Deutschland (in Grenzen) wieder mal so „vollständig“ war wie in früheren Zeiten?
    ——–
    Die christliche Nächsten-, vor allem „Feindesliebe“ interpretiere ich mittlerweile so, dass man sein entsprechendes Gegenüber nicht aus dem Auge verlieren soll/ darf.
    Vielleicht ist fast „Sinnvolles“ dabei. 😉
    Wünsche dir einen schönen Restsonntag, und eine guten Wochenstart! LG Michael

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  3. Schwierige Frage, wo die Grenze ist. Ich denke, die kann ich nicht beantworten. Nur soviel, ich bemühe mich, nicht zu egoistisch zu sein, wenn jemand zu mir sagt: „Heeee, ich bin auch noch da!“
    Schönen Sonntag und liebe Grüße zu dir 🙂

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  4. Da habe ich passenderweise heute gerade wieder darüber nachgedacht. Mir fällt das mit der Selbstliebe und auch der Selbstfürsorge (klingt besser als Egoismus, oder ;-)?) auch recht schwer. Ich werde allerdings durch Depression und körperliche Symptome oft ausgebremst und kann mich dann nur um mich kümmern. Ein Zwischenmaß wäre da nicht schlecht.
    Andererseits: wenn wir häufiger an unsere Mitmenschen denken würden und weniger Menschen egoistisch wären, dann bräuchten wir doch nicht diesen „persönlichen“ Egoismus und alles würde sich ohnehin die Waage halten. Warum sind denn wir, die wir wenig zu Egoismus neigen, diejenigen, die „falsch“ sind und nicht unsere ich-bezogene Gesellschaft? Die Gedanken sind nicht ganz zu Ende gedacht und nicht sehr wohlfeil formuliert, aber vielleicht verstehst Du ja trotzdem den Gedanken dahinter.
    Genieße den Sonntagabend
    Liebe Grüße
    Agnes

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    • Danke für Deinen Kommentar. Ja, ein weites Feld mit vielen widersprüchlichen Aspekten. Da wäre ja zum Beispiel die Frage, ob es egoistisch ist, wenn man sich gerade nur mal nur um sich selbst kümmern kann, sich dann eben auch mal nur um sich selbst zu kümmern. Ist es dann nicht eher egoistisch von Anderen, mehr von Dir zu verlangen?
      Liebe Grüße
      Belana Hermine

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  5. Wenn Du einen Menschen ein Stück seines Weges begleitest, ganz gleich, ob kurz oder lang, so wirst Du ihm beim straucheln wohl keinen Halt geben können, wenn Du nicht selbst einen sicheren Gang hast. 😊 Eine schöne Woche wünsche ich Dir. Olaf

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      • Der Egoist würde wohl nicht merken, wenn Du neben ihm strauchelst, oder es ignorieren und in jedem Engpass dich vorher beiseite drängen. 😊 An den Menschen mit sicherem Gang, so ist es gemeint, kannst Du Dich halten, wenn Du es brauchst, orientieren, wenn Du suchst, vorangehen, wenn Dir danach ist, mit dem Wissen, dass Dir jemand folgt, und auf Dich achtet. Du wirst wissen, was ich meine… 😊 lg. Olaf

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