Arten von Schreibhemmungen

In vielen Eurer Blogs ist immer mal wieder davon zu lesen, dass man zwar vor dem Schreibgerät sitzt, aber sich trotzdem nichts zusammenreimen möchte. Gemeinhin verpasst man diesem Zustand den Begriff „Schreibblockade“. Aber ist das wirklich etwas, das sich dem Schreiben einfach so in den Weg stellt? Ist es immer das gleiche „Wesen“?

Eigentlich immer etwas zu schreiben

Natürlich kenne ich auch den Zustand der Schreibblockade. Der bezieht sich dann aber meist auf eine ganz konkrete Schreibarbeit. Na, dann ist das eben so. Dann nehme ich mir eben ein anderes Thema und schreibe daran (weiter). Meine Listen mit möglichen Themen und Ideen sind lang. Zu irgendetwas will sich eigentlich immer etwas den Weg ins Freie bahnen. Und währenddessen sinkt vielleicht auch die eine Schreibblockade in sich zusammen.

Schreibblockade Typ 1

Aber was hält mich denn vom Schreiben ab, wenn es mal zu einem Thema nicht klappen will? Ganz eindeutig würde ich da für mich einen inneren Zensor nennen. Was der so an Sprüchen parat hat, geht ja schon fast auf keine Kuhhaut. Wiederholen muss ich das wohl nicht, weil sich diese Sprüche auch auf Euren Blogs tummeln.

Wie geht man mit diesem Widerling um? Nun ja, er ist ja nicht in allen Fällen ein Widerling. Er hält uns ja auch an, unsere Werke kritisch zu überprüfen. Aber wenn er erst gar nichts herauslässt, gibt es auch nichts zum Überprüfen. Ich versuche mir dann einzureden, dass es ja erstmal nur für mich ist, dass es ja nur Schmierpapier ist, dass der elektronische Papierkorb unendlich groß ist etc. Das klappt sogar manchmal.

Manchmal muss ich ihn aber noch etwas stärker austricksen. Dann erzähle ich irgendwelchen Leuten (oder auch hier in den Blogosphäre) von einem Schreibprojekt. Damit habe ich mich dann sozusagen verpflichtet. Diese Verpflichtung einzuhalten ist dem inneren Zensor dann manchmal sogar wichtiger als alles Andere. Naja, braucht wohl halt jeder so seine Tricks. Welche habt Ihr für Euch gefunden?

Schreibblockade Typ 2

Es gibt aber noch einen anderen Zustand, der es mir schwer macht zu schreiben. Dann habe ich das Gefühl, gleich vor lauter Ideen und im Kopf fertiger Sätze zu platzen. Und doch will sich kein einziger auf das Papier oder den Bildschirm wagen. Es ist dann fast so, als wäre einfach zu viel da. Und alles drängelt und kämpft, um nur ja als Erster das Licht der Welt zu erblicken. Fast so, als würden mehrere Menschen gleichzeitig durch eine zu schmale Tür gehen wollen. Sie bleiben einfach stecken. Da gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten. Entweder warte ich einfach, bis sich das Getummel gelegt hat und wieder einer nach dem anderen nach draußen schlüpft, oder ich greife hart durch und mit fester Hand einen Gedanken, den ich dann nach draußen zerre. Letzteres gefällt mir weniger gut. Meist bekommt das den Ideen nicht so gut und sie werden dabei ein wenig derangiert. Kennt Ihr diesen Blockadetyp auch? Was geht Ihr mit ihm um?

Ich wünsche Euch eine schreibwütige, blockadefreie Woche.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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16 Gedanken zu “Arten von Schreibhemmungen

  1. Typ 1 und Typ 2 hast Du gut geschrieben, kenne ich auch. Und der Trick, den inneren Zensor zu überlisten, weil man anderen einen fertigen Text zu einem Zeitpunkt angekündigt hat, funktioniert in der Tat ab und zu – der Zensor ist halt auch pflichtbewusst. Tja 😉
    Sei herzlich gegrüßt
    Agnes

    Gefällt 1 Person

    • Schön zu erfahren, dass es auch Andere gibt, denen es ähnlich geht 🙂 Naja, dieser innere Zensor legt letztlich ja immer Druck an, auch wenn wir ihn dann mal „positiv“ einsetzen. Druck ist es dann doch noch.
      Liebe Grüße
      Belana Hermine

      Gefällt 1 Person

    • In gewissen Situationen ist das auf jeden Fall ein gutes Vorgehen. Manchmal steckt da ja auch etwas dahinter, das erst aufgelöst und/oder bearbeitet werden will. Und ja, machen Texte wollen auch einfach erst reifen, ehe sie sich ans Licht der Welt wagen.
      Viele Grüße
      Belana Hermine

      Gefällt 1 Person

  2. Ich muß ehrlich gestehen, dass ich bis vor einem Jahr nicht dachte, dass es so etwas wie eine Schreibblockade wirklich gibt. Dann machte ich selbst diese, für mich sehr „grausame“ Erfahrung. Bitte nicht fragen wie ich dann doch zu Rande kam. LG Michael

    Gefällt 1 Person

  3. Ich gehe eigentlich davon aus, dass es keine Schreibblockade gibt. Dabei habe ich mir immer die Situation vorgestellt, dass jemand vorm Bildschirm sitzt und ihm einfach überhaupt nichts einfällt. Dabei kann das ganz leicht hergeleitet werden, indem man mit einem xbeliebigen Wort beginnt und dazu weitere assoziiert. Aus diesen Wörtern werden im nächsten Schritt Sätze gebildet.
    Das ist eigentlich ebenso wie „Schlecht schreiben“ genau die richtige Übung bei einem zu starken inneren Kritiker, weil die Wörter nicht bewertet werden. Dazu habe ich in der Schreibkommune einen Artikel geschrieben.
    Tatsächlich habe ich im Augenblick selbst eine Blockade hinsichtlich eines bestimmten Projekts. -.-
    Ich habe mich auf ein bestimmtes zu überarbeitendes Kapitel eingeschossen, an dem es vorne und hinten nicht weitergeht und ohne das es nicht weitergehen kann, weil ich da einen Haken druntersetzen will. Deshalb habe ich die Lust an dem Projekt verloren, zumal ich mit der anderen Hauptfigur auf Kriegsfuß stehe.
    Allerdings bin ich sicher, dass diese Blockade sich lösen wird, wenn ich einfach an einer anderen Stelle weiterschreibe.
    Nun komme ich zu dem Schluss, dass es „die Schreibblockade“ an sich nicht gibt, jedoch verschiedenartige Blockaden, die auf unterschiedliche Weisen zu lösen sind.

    Gefällt 2 Personen

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