Hofstetter: Sie wissen alles

Sie wissen alles

  • Yvonne Hofstetter
  • Penguin Verlag, 8. August 2016
  • Taschenbuch, 352 Seiten
  • 10,00 € (D), 10,30 € (A)
  • ISBN 978-3-328-10032-4

Inhalt

Dies ist das erste (?) Buch von Yvonne Hofstetter, das bereits 2014 erschien und nun in zweiter Auflage vorliegt. Man kann es sehr gut im Doppelpack mit „Das Ende der Demokratie“ (hier zur Rezension) lesen, weil beide Bücher unterschiedliche Aspekte der Digitalisierung behandeln.

In diesem Buch erfahren wir viel darüber, wie die Digitalisierung prinzipiell funktioniert, welche Fähigkeiten Maschinen bereits haben und in absehbarer Zeit haben werden, wie man sie im Guten nutzen, aber auch für weniger gute Zwecke missbrauchen kann.

Zum Verständnis des Buches braucht man kein Technikexperte sein, denn es geht gar nicht um die Interna der Maschinen und Algorithmen, sondern um die Wirkprinzipien, die sich nach außen hin aufgrund der Funktionalität ergeben. Außerdem trägt Frau Hofstetter ihre Argumente sehr anschaulich vor und setzt dazu zum Teil auch fiktive (auch innere) Gespräche von Wissenschaftlern der entsprechenden Gebiete ein.

Subjektive Eindrücke

Auch dieses Buch habe ich voller Interesse gelesen und viele Anregungen für die weitere Arbeit an diesem Thema gefunden.

Besonders beeindruckt haben mich diesmal die Beschreibungen von Auswirkungen der Technik, die gar nicht mal unbedingt vorsätzlich und in böser Absicht entstehen, sondern eigentlich der Technik immanent sind: alte Daten, fehlerhafte Daten, unerwartete Ereignisse, mit denen die Technik (noch) nicht umgehen kann. Als Gegenmaßnahme erläutert Frau Hofstetter, dass man entsprechende Maßnahmen direkt in die Technik einbauen kann „… by design“, was aber zusätzlichen Entwicklungsaufwand kosten würde.

Es gibt also Möglichkeiten, den Missbrauch und schädliche Auswirkungen der Technik einzudämmen bzw. zu entschärfen (u. a. auch Datensparsamkeit –> wenig über sich preis zu geben), aber wir müssen sie eben aktiv nutzen bzw. einfordern.

Natürlich ist auch eine Abkehr von aller Technik denkbar, aber sicher nicht für alle Menschen realistisch umsetzbar.

Fazit

Auch dieses Buch möchte ich allen, die an den aktuellen Entwicklungen von Wissenschaft und Technik interessiert sind und sich damit kritisch auseinandersetzen möchten, sehr zum Lesen empfehlen.

PS: Ich freue mich über Eure „like“s. Beachtet aber bitte, dass Daten gespeichert werden. Genaueres dazu findet Ihr in der Datenschutzerklärung (hier).

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13 Gedanken zu “Hofstetter: Sie wissen alles

  1. Danke! Noch was, das unbedingt gelesen werden muß, denn es wird immer wichtiger.
    Dazu eine kleine Anmerkung aus dem „Wissensunternehmen“. Sagte mir doch vor einigen Jahren nicht jemand im Rahmen einer Diskussion um das sog. „Forum internum“ (alles was in Priesterseminaren mit dem Spiritual und höchster Verschwiegenheit zu tun hat!) und „Forum externum“ im geistlich-pädagogischen Seminarumfeld, dass „wer sich zu sehr öffnet, nicht ganz dicht“ sei. Dieser „jemand“ war auch noch guter Freund eines früheren Papstes. LOL
    Seitdem ist für mich persönlichen Datenschutz besonders wichtig. 😉 Liebe Grüße Michael

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    • Den Spruch hatte ich auch schon gehört. Würde mal behaupten, dass es auch hier wieder darauf ankommt, in welchem Rahmen etc. Gegenüber einem Partner wäre man nicht ganz dicht, wenn man sich nicht öffnen würde – gegenüber dem Chef aber…
      Wünsche Dir einen schönen Tag.

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      • Stimmt auch wieder, Hermine! Ich hatte den Spruch damals nicht begriffen. Aber aus dem Munde eines kath. Geistlichen mit Direktkontakt zum späteren Papst gut in Erinnerung behalten. 😉 Liebe Grüße, und ebenfalls einen schönen Resttag. Michael

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      • Interessant finde ich, dass ein Geistlicher diesen Spruch äußert. „nicht ganz dicht“ sein ist ja schon ein ziemlich abwertender Begriff. Hätte gedacht, dass sich Geistliche da ein wenig wertschätzender äußern würden. Aber ich hatte bisher nicht viel Kontakt mit solchen Personen.

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      • Er meinte dies ja vor allem auch im Hinblick auf das sog. „Forum internum“. Den Bereich der Seminarausbildung, aus dem vom jeweiligen Spiritual (geistlichen Betreuer) verantwortet, nichts an die Seminarleitung weiter gegeben werden soll. Er meinte es im Zusammenhang mit dem damaligen Vortrag auch im Hinblick auf das sog. „Heilige Sakrament der Beichte“. Deshalb hatte flugs darauf jemand aus meinem Kurs gefordert einen bestimmten Geistlichen als externen Beichtvater zu holen. Wie sich für mich erst später herausstellte war der im Hören sehr eingeschränkt. Man hätte im Beichtstuhl schreien müssen.

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      • Naja, das mit dem Beichten ist schon so eine Sache. Mir fällt da gerade die Kathedrale in Santiago ein. Da stehen die Beichtstühle offen, man kann demjenigen, dem man beichtet, direkt in die Augen sehen. Und im Zweifel wird man von einem umherschauenden Pilger oder Touristen beim Beichten über den Haufen gerannt. Also, da kann ich auch nicht viel von „Geheimnis“ erkennen. Und doch tun es die Leute. Da muss doch etwas dran sein, das man als Außenstehende/r nicht versteht.

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      • Möglich. Vielleicht aber ist es auch nur das „sich mal was von der Seele reden können“. Bei mir war es gut sich von dem zu distanzieren. Es reicht schon was ich sonst mit dieser Kirche an Problemen hatte und noch habe. LG Michael

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  2. Es ist ein spannendes und interessantes Thema. Sicher auch oft ein wenig beängstigend. Gerade darum ist es sinnvoll, sich damit auseinander zu setzen … darüber zu lesen. Danke für deine Buchempfehlung 🙂

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    • Da hast Du recht. Man weiß zu wenig und hat deswegen (auch) Angst vor dem Unbekannten. Aber wenn man weiß, weswegen man Angst hat, dann wird man handlungsfähig. Es ist sicher nichts wovor man ganz grundsätzlich Angst haben muss, aber vor den Missbrauchsmöglichkeiten habe ich schon welche 😦
      Wünsche Dir einen schönen Tag

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