Trekking und Bergwandern – Was ist das eigentlich?

Irgendwie ließ es mich ja nicht los, dass ich mich bei der Einschätzung der Sommertour so derartig vertan und aus den Wanderführern die „wirkliche“ Schwere der Strecke ganz offensichtlich nicht erkannt hatte. In den Wanderführer war immer von Bergwanderungen die Rede. Einer empfahl auch, im Vorfeld mal eine drei- bis viertägige Trekking-Tour zu machen, um festzustellen, ob das was für einen wäre. Nach meinen Langstreckenwanderungen der letzten Jahre dachte ich, dass ich das wüsste. Aber der Trekking-Aspekt war es auch gar nicht, der die Tour so schwer machte. Ich musste ein falsches Verständnis des Begriffs Bergwanderung/Bergwandern haben.

Also plünderte ich die Stadtbibliothek und schaute in folgende dünne Bücher:
„Bergwandern“ (Tim Castagne) und „Trekking“ (Michael Hennemann) vom Conrad Stein Verlag sowie „Bergwandern Trekking“ (Karl Schrag) von der BLV Verlagsgesellschaft.

Trekking

Der Begriff Trekking wird in der Tat recht unterschiedlich verwendet. Gemeinsam ist allen Bedeutungen der Langstreckencharakter mit selbst getragenem Rucksack. Einige verwenden den Begriff nur für Touren außerhalb der Alpen. Andere sehen Trekking-Touren nur außerhalb Europas. Auch über den Anteil an Infrastruktur bestehen unterschiedliche Ansichten. Für einige ist eine Tour von Hütte zu Hütte noch Trekking. Für Andere ist ausschließlich Zelten und eigener Provianttransport ausschlaggebend. Gut, das sind ja Punkte, die man aus den Wanderführern ersehen kann: wo gibt es bewirtschaftete Unterkünfte und wo nicht. Also, am Begriff Trekking kann es nicht wirklich gelegen haben.

Bergwandern

Hier kam ich der Sache dann schon näher. Ja, Bergwandern meint eigentlich das Wandern in den Bergen auf „ordentlichen“ Wegen. Aber hin und wieder kann doch auch ein ausgesetzter Weg dabei sein. Hier war wieder Begriffsklärung nötig. Das Internet verriet mir, dass es Wege wären, die schmal sind, bei denen es links und/oder rechts steil bergab geht, die mehr oder weniger steil sein können. Man würde sie wohl auch „exponiert“ nennen. Aha, da war es also. Sowas zählt also in der Tat noch mit zum Bergwandern. Auch mit teilweise fehlenden Wegen (wegloses Gelände) müsse gerechnet werden. Entsprechend gibt es in den Heften dann auch Hinweise, wie man dort gehen können soll. Darüber hinaus wird auch gezeigt, wie man über Schneefelder läuft.

Und nun das „Übelste“ (für mich): Es wird auch gezeigt, wie man sich mit Klettergeschirr an Halteseilen, Stufen etc. sichert. Also waren die Seile, die an meinem Weg waren, wirklich dazu da, dass man sich daran festklemmt. Aber in keinem der Wanderführer stand auch nur ein Wort darüber, dass man mit Klettergeschirr unterwegs sein müsste. Auch an den Hinweisschildern vor Ort war nichts zu finden. Und obwohl ich auch an solchen Stellen hin und wieder Leute traf, hatte doch niemand von ihnen die entsprechende Ausrüstung dabei.

Fazit

Ich weiß zwar nun, dass ich unter Bergwandern etwas viel Anstrengenderes verstehen muss, als ich das bisher getan habe. Aber ich habe immer noch keine Vorstellung davon, wie ich aus Wanderführern auf die wirkliche Schwierigkeit einer Strecke schließen kann. Ob ich wohl noch irgendwo/irgendwie fündig werde?

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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14 Gedanken zu “Trekking und Bergwandern – Was ist das eigentlich?

  1. Unter Bergwandern habe ich bislang auch immer verstanden, dass man sich gemächlich durch die Bergwelt bewegen kann, ohne kraxeln zu müssen. 😉 Allerdings bin ich früher bei meinen ausgiebigen Touren durch die Berge meiner Heimat auch auf einigen gesicherten Klettersteigen unterwegs gewesen… 😉

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  2. Da ich auch gerne in den Bergen wandere, weiß ich, dass es normal ist, hin und wieder auch Kletterpartien dabei zu haben. Mittlerweile schaue ich mir in der Vorbereitung den Wanderweg gerne im YouTube vorher an. Mit spezieller Ausrüstung bin ich noch nicht gewandert und werde das sicher auch nicht mehr machen
    LG Andrea

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    • Herzlichen dank für Deinen ausführlichen Kommentar.
      Naja, bisher war ich wohl eben nicht in solchen Bergen. In der Kindheit waren wir in der Hohen Tatra. Aber ich kann mich nicht mehr erinnern, wie die Wege dort waren. An viele Steine und ein wenig Krabbeln kann ich mich aber schon erinnern.
      Hinsichtlich des Klettergeschirrs frage ich aber, ab wann es verantwortungslos ist, eben ohne solches loszuziehen. Aber vermutlich sind das dann Stellen, die ich gar nicht gehen möchte 😦
      YouTube – das ist interessant. Aber das setzt ja voraus, dass jemand bei der Krabbelei gefilmt hat. Wow, dafür hätte ich dann ja keinen Nerv mehr.
      Liebe Grüße
      Belana Hermine

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  3. Das habe ich mich auch immer gefragt, wobei mir der Begriff Bergwandern etwas klarer ist als Trekking. Ich habe mich auch gefragt, ob jemand, der aus rein sportlichen Gründen auf einem Pilgerweg wandert, trotzdem ein Pilger? Und kann man auch auf „gewöhnlichen“ Wanderwegen pilgern? Liebe Grüße, Dario

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    • Gute Fragen. Ein guter Freund sagte mal, dass man auf einem Fernwanderweg nicht (Langstrecken-)Pilgern kann. Das wollte ich damals nicht wahr haben. Aber nach dieser Wanderung würde ich ihm in gewissen Aspekten zustimmen. Ich denke, es kommt auf die Definition von Pilgern an. Es wird dazu noch einen Nachtrag geben – das wird aber noch etwas dauern.
      Liebe Grüße
      Belana Hermine

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      • Hallo Belana Hermine, ich bin auf den Nachtrag gespannt. In meinen Augen hat Pilgern in erster Linie etwas mit der Einstellung zu tun, so gesehen kann ich immer pilgern, auch im Alltag. Ich sehe Pilgerschaft als eine „innere Reise“ an 😉 Liebe Grüße, Dario

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      • So sehe ich das eigentlich auch. Aber es scheint ja noch andere Bedeutungen dafür zu geben. Ich wollte versuchen, das ein bisschen „aufzudröseln“.
        Würdest Du sagen, dass „Deine Sportler“ pilgern, wenn Sie z. B. auf dem Jakobsweg sind?

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      • Eine schwierige Frage, weil ich denke, dass diese jeder für sich beantworten sollte. Die Hauptsache ist, dass man sich bewusst dafür entscheidet, pilgern zu gehen. Dann ist der Weg an sich zweitrangig. Liebe Grüße

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