Arnet: Brutal gescheitert!

Brutal gescheitert! Wie der Start in ein neues Leben gelingt

  • Felix Maria Arnet
  • GABAL, 14. September 2018
  • Taschenbuch, 216 Seiten
  • 15,00 € (D), 15,50 € (A)
  • ISBN 978-3-869-36874-0

Inhalt

Als jemand, der nach der Insolvenz seiner eigenen Firma einen neuen Anfang gemeistert hat, wurde Herrn Arnet bewusst, wie wichtig die Auseinandersetzung mit der Thematik ist, wie wenig es dazu aber an verfügbarem Material gibt. Also setzte er sich hin und schrieb dieses Buch nicht nur für diejenigen, die gescheitert sind und einen Weg aus dieser Krise suchen.

Zuerst erläutert Herr Arnet, was er unter Scheitern versteht und welchen Sinn Scheitern haben kann. Allerdings passt das Thema in unsere (deutsche) erfolgsorientierte Gesellschaft nicht, ist hier ein Tabu. Warum und mit welchen Konsequenzen wird im zweiten Kapitel beleuchtet. Die folgenden drei Kapitel sind dem Prozess des Scheiterns und dessen Überwindung gewidmet. Herr Arnet erläutert die drei Phasen des Scheiterns, begründet, dass man nur mit eigener zielgerichteter Aktivität nach dem Scheitern einen neuen Anfang findet und ihn gestalten kann, und stellt dar, wie Scheitern uns Wachstumsimpulse geben kann.

Als praktisches Beispiel zeigt uns Herr Arnet seinen Weg auf – schonungslos offen, ohne Mitleid oder Beifall erheischen zu wollen. Gerade in den letzten drei Kapiteln gibt es Hinweise, wie der Umgang mit dem Scheitern gelingen kann. Es sind keine Ratschläge mit erhobenem Zeigefinder, sondern eher die Erläuterung dessen, was bei ihm funktioniert hat, dies aber in verallgemeinerter Form, sodass man in der Lage sein sollte, dies auf die eigene Situation zu übertragen.

Subjektive Eindrücke

Im Mittelpunkt des Buches steht die Geschichte des Scheiterns von Herrn Arnet, sodass man leicht den Eindruck gewinnt, dass Scheitern nur die ganz großen Dinge sind, wie die Insolvenz einer Firma. An wenigen Stellen wird auch von Scheidung gesprochen. Andere Beispiele wie die Ablehnung eines Manuskripts von einem Verlag oder Edisons ungezählte Versuche, das richtige Material für den Glühfaden einer Glühlampe zu finden, scheinen aus meiner Sicht nicht recht dazu zu passen. Allerdings halte ich die beschriebene Vorgehensweise und die gegeben Lösungsanregungen für viele Krisensituationen des Lebens, woher sie auch immer rühren mögen – anwendbar.

Ungeachtet dessen ist das Buch aus meiner Sicht besonders beachtenswert, weil es Scheitern als Normalität des Lebens darstellt und nicht nur als lästigen Stolperstein auf dem Weg zum Erfolg, der möglichst schnell vergessen werden sollte. Ich hoffe, dass es einen Beitrag zu einer realistischeren Fehlerkultur in Deutschland leisten wird.

Fazit

Unbedingt lesen – möglichst schon vorbeugend.

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13 Gedanken zu “Arnet: Brutal gescheitert!

  1. In einer Erfolgs- und Leistungsgesellschaft wo sich immer mehr Menschen durch materiellen Erfolg und ein perfektes Leben zu definieren scheinen und dies mit Egoismus, Ellbogeneinsatz, Aggression, spalten und hetzen erreichen wollen ist man als Mensch schnell als gescheitert verurteilt wenn man z.B. in eine Insolvenz schlittert.
    Man könnte dieses sogenannte Scheitern auch als Erfahrung sehen und als Hinweis sehen sein Leben anders zu gestalten und sich neue Ziele zu setzen.
    Scheitern kann auch bedeuten, dass man sein Leben mit Menschen verbringt die einfach eine andere Sicht und Einstellung zum LEBEN haben als man selbst, dass man einen Beruf ausübt der nicht dem eigenen Naturell und nicht den eigenen Werten entsprecht.
    z.B. gibt es Menschen die sind geborene Unternehmer, anderen liegt das nicht.
    Es gibt Menschen die gerne Kinder aufziehen möchten und andere deren Fokus mehr auf der Karriere liegt.
    Fazit: Wenn man sich innerlich verbiegt, gegen seinen inneren Wertekompass agiert und lebt und eigentlich nicht seinem Herzen folgt dann kann es durchaus passieren, dass man scheitert.
    Menschlichkeit, Empathie und Nächstenliebe, ein Leben im Einklang mit der Natur – es gibt viele Möglichkeiten das eigene LEBEN POSITIV zu gestalten.
    Manchmal dauert es auch bis man zu dieser Erkenntnis kommt, das sog. scheitern kann einem da durchaus den WEG weisen …

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    • Es gibt sicher verschiedene Arten des Scheiterns. In dem Buch geht es um die Art des Scheiterns, die von der derzeitigen Gesellschaft wahrgenommen wird – um das finanzielle Scheitern. Finanzielles Scheitern muss aber nicht bedeuten, dass dieses Business nicht der richtige Weg für diese Person war. Da spielen einfach zu viele Faktoren rein.

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      • Das ist schon klar, ich wollte nur aufzeigen dass man scheitern kann wenn man etwas macht das nicht zu einem passt … wobei? Was ist scheitern? Da gibts wohl viele Definitionen …

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      • Laufen nicht alles auf dasselbe hinaus: bestimmte Werte bzw. Ziele zu erreichen? Ist halt die Frage, was die Werte/Ziele sind. Was in der derzeitigen Gesellschaft präsent ist, sind Geld und Macht. Die meisten folgen dem – glücklicherweise nicht alle.

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  2. Sehr interessantes Buch. Vielen Dank für die Rezension. Bei „Scheitern“ bin ich in unserer Gesellschaft immer versucht ein „gescheitert werden“ in die Diskussion einzubringen. Sieht man sich manche Karriere an, dann bemerkt man, dass hier einmal (einmal?) jemandem nicht übel mitgespielt wurde. Blicke ich auf die Flüchtlinge, denen man Jahre deren Lebens schon mal quasi „gestohlen“ hat, dann ist kaum zu verstehen, dass unsere Wohlstandsgesellschaft gegenüber diesen politisch so handelt wie es seit einiger Zeit der Fall ist. LG Michael

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