Pyrenäen 2018 – Nachlese #9

Wie ist das mit dem Essen?

Wann, wo, was essen? Das ist auf meinen Wanderungen immer ein besonders wichtiges Thema, vor allem, weil da eben nur wenig Spielraum nach unten ist.

Auf den „Standard“-Routen des Jakobswegs ist das in der Regel kein Problem. in relativ kurzen Abständen gibt es Bars, an denen man etwas zu essen und zu trinken findet. Man kommt auch öfter in größere Orte, in denen es einen Tante-Emma-Laden oder gar einen Supermarkt gibt. Fast alle Pilgerherbergen oder etwas in ihrer unmittelbaren Nähe bieten zum Abendessen Pilgermenüs an. Das ist zwar nicht unbedingt immer das gesündeste Essen (viel Frittiertes, viel Fleisch), aber immerhin gut, um die Kalorien aufzufüllen.

Auf dem GR11 war die Lage schon etwas anders. Unterwegs hat man nicht viel Gelegenheit, groß einkaufen zu gehen. In einigen Orten gibt es Tante-Emma-Läden mit deutlich spartanischem Angebot (aus meiner Sicht natürlich). Durch größere Orte mit Supermärkten kommt man nur sehr selten.

Deshalb bieten die Refugios (oder Berghütten) Frühstück und Abendessen an. Man kann auch ein Lunchpaket für den Tag bekommen. Je nach Lage, also wie gut die Refugios erreichbar waren, unterschied sich das Angebot für Frühstück und Abendessen doch deutlich.

Beim Frühstück reichte das von abgezählten Einzelteilen bis hin zu freier Auswahl mit Wurst, Käse und sogar gekochten Eiern. Es war also immer gut, etwas für den Tag im Rucksack zu haben, da manches Frühstück nicht ganz lange durch den Tag hielt.

Tagsüber konnte man in Refugios, so denn welche am Weg waren, etwas zu essen und zu trinken bekommen. Das war aber nur in einigen wenigen Gegenden möglich.

Das Abendessen war immer ein Menü aus Suppe und/oder (meist und) Salat, Hauptgericht und Nachspeise. Wasser und meist auch ausreichend Brot gab es immer dazu. In vielen Refugios auch Rotwein. Hier konnte man sich immer satt essen. Vielleicht gab es von der Hauptspeise nicht zum Nachnehmen, aber Suppe und Salat, so es kein frischer Salat war, gab es eigentlich immer so viel, wie man wollte/brauchte. Es gab nie etwas Frittiertes. Alles machte den Eindruck, als hätte man sich wirklich Mühe gegeben, etwas Gesundes zu zaubern – selbst in Refugios, die per Helikopter beliefert werden. Also, das fand ich schon wirklich sehr beachtlich.

Meist gab es große Portionen für einen Tisch von 8 bis 10 Personen, die sich dann von dieser großen Portion nahmen. Nur in ganz wenigen Refugios war auch das Abendessen „abgezählt“.

Tja, da ich einfach viele Kalorien auf so einem langen Weg brauche, habe ich dann gleich bei der Vorspeise nachgenommen, wenn keine mehr wollte und noch etwas übrig war. Das führte dann einmal dazu, dass ich dezent darauf hingewiesen wurde, dass ja noch weiteres Essen kommen würde. Das war natürlich total nett, auch wenn ich das in dem Moment auch irgendwie witzig fand. Ich wusste ja durchaus, was ich da tue. Als ich von meinem Weg erzählte, war dann auch alles geklärt. Aber ich habe auch Wanderer getroffen, die das nicht wussten und diesen Hinweis sehr gern angenommen haben.

Wir sehen uns auf dem Weg.
Let’s go!
Belana Hermine

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12 Gedanken zu “Pyrenäen 2018 – Nachlese #9

  1. Stimmt, soweit ich erinnere. Über diese Art „Grundversorgung“ hattest du noch gar nicht berichtet. 😉
    Heißt also, dass man als JakobspilgerIn per se besser fremdversorgt wird. Vielleicht sollte ich dann doch begeistert sein, dass man in unserer Gegend – entlang dem früheren „Eisernen Vorhang“ – schon seit Jahren eine Art „geistlichen Klerikalwall“ in Form eines noch dedizierteren Jakobswegs mit Herbergen etablieren will. LG Michael

    Gefällt 1 Person

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